Weinhandl hat keine Angst vor neuer "Konkurrenz"

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Die Graz 99ers verlieren gegen Leader Black Wings Linz.

Dies war so weit abzusehen. Das Zustandekommen überraschte da schon umso mehr.

Erst ein Doppelschlag durch Irmen (56.) und Oberkofler (59.) kurz vor Ende des Spiels brachte die Oberösterreicher auf die Siegerstraße und die Fans in der Eishalle Liebenau mal wieder zur Verzweiflung.

Das 2:3 bedeutete die vierte Heimpleite der 99ers in Folge. Eine Negativ-Serie, die auch Fabian Weinhandl nicht zu verhindern vermochte.

Der 24-Jährige stand nach seinem Shutout gegen Znojmo erneut im Tor der Grazer, muss diesen Platz nun im nächsten Spiel wohl oder übel an Frederic Cloutier abtreten.

Red Bull Salzburg - Graz 99ers, Freitag 18.11., 19:15 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv

 

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Bei LAOLA1 spricht der gebürtige Grazer über die Rolle des Kanadiers, falsche Spekulationen und darüber, warum er mit Teamchef Manny Viveiros noch nicht gesprochen hat.

LAOLA1: Wie geht es dir? Hat man die bittere 2:3-Niederlage gegen die Black Wings Linz schon verdaut?

Fabian Weinhandl: Ja, das ist wieder abgehakt. Am Freitag geht es wieder weiter.

LAOLA1: Die letzten Minuten des Spiels gegen Linz waren für die Grazer Fans ziemlich schockierend. Wie lässt sich das erklären? War es die Müdigkeit, geistig sowie körperlich, oder hat man dem Druck der Linzer einfach nicht mehr standhalten können?

Weinhandl: Ich sag einmal, das ist Sport. Das ist Eishockey. So etwas passiert eben. Natürlich sollte es nicht passieren, aber es erklärt, warum ein Spiel 60 Minuten dauert, und man eben auch 60 Minuten konzentriert spielen muss. Wir sind gegen Ende des Spiels vielleicht ein wenig zu passiv geworden und so haben die Linzer zu viele Möglichkeiten erhalten. In den letzten Minuten haben wir dann Sachen probiert, die man gegen den Tabellenführer nicht probieren darf. Da muss man froh sein, wenn man das 2:2 und somit den einen Punkt über die Zeit bringt.

LAOLA1: Die Medien schreiben viel über die Unserie von vier Heim-Niederlagen in Folge. Warum klappt es zur Zeit im eigenen „Bunker“ nicht?

Weinhandl: Ich würde nicht viel spekulieren, warum zu Hause, warum auswärts. Es ist so, dass wir in den Spielen – wenn man sich das einmal anschaut – nicht weit weg waren. Es fehlten immer nur Kleinigkeiten und so wie es jetzt negativ erscheint, so war es früher positiv, als wir daheim alles gewonnen haben. Ich würde nicht sagen, dass man da pauschal urteilen könnte.

LAOLA1: Über dich persönlich wurde in den letzten Tagen viel diskutiert aufgrund der Verpflichtung von Frederic Cloutier. Wie stehst Du zu ihm und der Verpflichtung an sich?

Weinhandl: Naja, es hat von Beginn an geheißen, dass ich der Einser-Torwart bin, aber nicht alle Spiele bestreiten werde. Es ist normal, einen zweiten Torwart zu haben, der den anderen entlasten kann. Jetzt war es so, dass sie (die Klub-Führung, Anm.) einen Tormann hatten, diesen aber tauschen wollten. Nun ist eben ein anderer Backup neben mir, der mich entlastet. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

LAOLA1: Wie hast du ihn persönlich kennengelernt? Wie ist da das Verhältnis zwischen Torhüter und Torhüter?

Weinhandl: Unser Verhältnis ist ganz gut. Es ist nicht so, dass ich ihn jetzt gut kenne. Im Training stehen wir beide auf einer anderen Seite des Eises. (lacht)

LAOLA1: Mit deinen 24 Jahren bist du noch relativ jung. Also wurde behauptet, dass es Sinn mache, Dir einen erfahrenen Mann zur Seite zu stellen. Welche Rolle spielt die Erfahrung im Eishockey?

Weinhandl: Erfahrung ist bei einem Torhüter sehr wichtig. Aber ich würde nicht sagen, dass ich unerfahren bin. Ich war bei zwei Weltmeisterschaften dabei und stehe in meiner dritten Saison als Einser-Tormann. Das können manche 30-Jährige nicht von sich behaupten. Man wollte einfach jemanden haben, der in der Liga ein paar Spiele sicher absolviert. Ich glaube, das kann er und das wird man in den nächsten Spielen auch sehen.

LAOLA1: Du siehst Cloutier als ergänzende Verpflichtung zum Team, nicht aber als Bedrohung deiner Einser-Position?

Weinhandl: Nein, überhaupt nicht.

 

Red Bull Salzburg - Graz 99ers, Freitag 18.11., 19:15 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv

 

LAOLA1: Wenn wir einen Blick weiter wagen. Du warst bei der WM 2011 unser Nationalteam-Torwart. Siehst du diese Position in irgendeiner Weise gefährdet?

Weinhandl: Nationalteam ist immer etwas Anderes als der Heimatverein. Es gibt sehr viele Torhüter, die der Teamchef nominieren könnte. Wie es aussieht, werden wir bei der B-WM mit einer jungen Truppe spielen und wie der neue Trainer Manny Viveiros das machen wird, das kann ich jetzt nicht sagen. Aber natürlich glaube ich, dass ich einen Platz im Team habe.

LAOLA1: Insgesamt lässt sich über die gesamte bisherige Saison schon beobachten, dass guten Leistungen schwächere Spiele folgen. Warum gelingt es nicht, hier eine gewisse Konstanz hineinzubringen?

Weinhandl: Das ist eine gute Frage, die aber schwer zu beantworten ist. Wie man so schön sagt: Wenn wir es wüssten, würden wir es ändern. Aber es ist einfach so, dass man über eine Saison betrachtet nie auf einem Level spielen kann. Natürlich muss man probieren, das Level hoch zu halten. Wenn man dann in so einer Negativ-Phase steckt, ist es umso wichtiger, wieder herauszukommen. Aber wie man in den letzten Spielen gesehen hat, wir können gegen jeden Gegner mithalten und gegen jeden Gegner punkten. Das hat sich nicht geändert.

LAOLA1: Das heißt, es fehlen nur Details. Mit Linz kam immerhin der überlegene Tabellenführer nach Graz und stand knapp vor einer Niederlage.

Weinhandl: Ja es ärgert uns selbst eh am meisten. Es hilft nichts, wenn man sagt, man war knapp dran. Im Endeffekt zählen die Punkte, die wir erreichen.

LAOLA1: Die EBEL ruhte jetzt geraume Zeit. Wie habt ihr die Länderspielpause genutzt? Wurde intensiver trainiert, um gewisse Fehler der Vergangenheit abzustellen?

Weinhandl: Ja selbstverständlich. Wir haben nahezu die komplette Mannschaft zur Verfügung gehabt, mit Ausnahme von Robert Lembacher, der beim Nationalteam war. Einige Spieler haben ihre Verletzungen auskuriert. Generell haben wir einfach an der Taktik gefeilt und auch am Körperlichen. Wir haben viel und gut trainiert und sind zuversichtlich, dass es jetzt gut weitergeht.

LAOLA1: Hat es schon dezidierte Gespräche zwischen dir und dem neuen Teamchef gegeben?

Weinhandl: Seit er Head Coach ist, hat es noch keine Gespräche gegeben. Aber ich habe ihn diese Saison auch noch nicht gesehen, außer auf der Trainerbank. Vielleicht geht es sich im Dezember aus, wenn die nächste Pause ist.

LAOLA1: Dann hoffst du auf ein „klärendes“ Gespräch?

Weinhandl: Das werden wir sehen. Natürlich ist es immer etwas Anderes. Man muss über die ganze Saison seine Leistungen bringen und er wird dann auswählen, welchen Torhüter er mitnimmt.

LAOLA1: Für dich heißt es also, einfach weiter deine Leistung zu bringen.

Weinhandl: Man muss jedes Spiel 100 Prozent geben. Jetzt haben sie einen Backup verpflichtet, von dem man glaubt, dass er hochwertiger ist, als der letzte. Nichtsdestotrotz wird jeder von uns Spiele in der Liga bekommen und da sind wir sehr zufrieden.

LAOLA1: Dann wünsche ich für diese Spiele viel Erfolg und bedanke mich für das Gespräch.

 

Das Gespräch führte Christian Eberle

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