Raffls Penalty brachte RBS wieder zurück in die Serie

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Wir schreiben die zweite Minute der Verlängerung im hart umkämpften zweiten Viertelfinal-Spiel zwischen Salzburg und Zagreb.

Thomas Raffl wird auf dem Weg zum Tor regelwidrig behindert. Ein Pfiff ertönt – Penalty-Shot.

Raffl bleibt cool

Der 26-jährige Nationalspieler läuft an, verlädt Zagrebs Keeper Michael Ouzas mit einem schönen Haken und netzt ein. Die Mozartstädter gewinnen 4:3 nach Verlängerung und gleichen in der Serie auf 1:1 aus.

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Dann folgt ein Salzburger Jubel, wie er in dieser Saison selten zu sehen war. Man merkte, wie wichtig der Sieg für die Mannschaft und das angeknackste Selbstvertrauen war. „Ein 2:0 für Zagreb wäre wohl eine Vorentscheidung gewesen“, weiß auch Raffl.

Der Druck vor dem Penalty war für ihn kein Problem. „In so einer Situation will man auf dem Eis sein“, gibt der Flügelstürmer selbstbewusst zu Protokoll, nicht ohne gleich bescheiden anzumerken, dass „natürlich auch Glück dazu gehört“.

Bei LAOLA1 spricht der geborene Villacher über die Härte in den Playoffs, das neue Salzburger Mannschaftsgefühl und was die „Bullen“ machen müssen, um in Zagreb zu bestehen.

LAOLA1: Gratulation zum Sieg und zu deinem Treffer. Was geht einem da durch den Kopf, wenn man in so einem entscheidenden Moment auf den Torwart zufährt?

Thomas Raffl: Eigentlich nicht viel. Darum spielt man Eishockey. In so Situationen will man auf dem Eis sein. Natürlich gehört dann auch noch das Glück dazu. Dieses war diesmal auf unserer Seite und das habe ich ausgenutzt.

In Salzburg gibt es wieder einen Team-Spirit

LAOLA1:Vor dem zweiten Viertelfinal-Spiel hat man darüber gesprochen, unnötige Strafen zu vermeiden. Das ist nicht gelungen. Wie kann man das künftig abstellen?

Raffl: Es muss einfach jeder noch klüger spielen. Wir müssen noch mehr eislaufen, um die andere Mannschaft dazu zu zwingen, Strafen zu nehmen. Dann kommen wir selber gar nicht erst in die Situation. Die meisten Strafen, wie etwa Haken, entstehen, weil man zu wenig eisläuft. Dadurch kommt man in eine unvorteilhafte Position und muss sich dann eben anders helfen.

LAOLA1: Ihr hattet eine große Fluktuation in der Mannschaft. Es ist sicher schwer, so viele Neuzugänge zu integrieren. Hat das mittlerweile geklappt?

Raffl: Auf alle Fälle. Wir waren die ganze Saison in einer schweren Situation. Wenn so viele neue Spieler kommen, braucht man immer eine gewisse Zeit, damit man auch kompakt als Mannschaft trainieren und spielen kann. Jetzt sind wir für unsere Verhältnisse doch schon längere Zeit unverändert und haben zusammengefunden. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel und deswegen bin ich mir auch sicher, dass das klappen wird.

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LAOLA1: Die drei Top-Mannschaften sind euch beim Playoff-Pick aus dem Weg gegangen. Die anderen scheinen Angst vor Salzburg zu haben, ist das eine Bestätigung für euch?

Raffl: Nein, im Prinzip nicht. Wir wissen, dass in der EBEL jede Mannschaft jede schlagen kann. Das hat man ja im Grunddurchgang gesehen. Teams wie die Vienna Capitals oder Linz waren etwas konstanter als die anderen und deswegen standen sie ganz oben. Sie werden sicher ihre Gründe gehabt haben, warum sie so gepickt haben, aber wir haben da eigentlich gar nicht darüber nachgedacht. Sobald wir es erfahren haben, haben wir mit der Vorbereitung auf Zagreb begonnen und sind deshalb bereit für diese Serie.

LAOLA1: Welche Faktoren müsst ihr beachten, um in Zagreb bestehen zu können?

Raffl: Da gibt es wie immer die gleiche Antwort. Wir müssen Playoff-Mentalität zeigen, klug spielen und über eine gute Defensive zu Toren kommen. Das wird nur klappen, wenn wir über 60 Minuten konstant auftreten.

 

Sebastian Rauch/Fabian Santner

LAOLA1: Überlegt man sich bereits vorher, was man beim Penalty-Shot macht, oder reagiert man da auf die Bewegungen des Keepers?

Raffl: Man muss grundsätzlich abwarten und den Goalie beobachten. Natürlich sollte man immer zwei bis drei Optionen haben, aber im Endeffekt muss man darauf achten, was der Tormann macht.

LAOLA1: Wie wichtig war dieser Sieg nach dem verkorksten Grunddurchgang fürs Selbstvertrauen?

Raffl: Wenn eine Mannschaft in einer „best-of-seven“-Serie 2:0 in Führung geht, ist das sicher eine Vorentscheidung, daher war der Sieg enorm wichtig fürs Selbstvertrauen der gesamten Mannschaft. Jetzt müssen wir aber auswärts an diesen Erfolg anknüpfen.

LAOLA1: Pierre Page meinte nach der Partie, die EBEL sei derzeit die aggressivste Liga der Welt. Wie stehst du dazu?

Raffl: Es wird immer so Spiele geben, das kommt in jeder Liga vor. Aber so schlimm war die Partie auch wieder nicht. Es waren vielleicht ein, zwei Szenen dabei, wo die Schiedsrichter etwas härter hätten durchgreifen müssen, damit so ein Aufruhr gar nicht erst entsteht. Aber da kann man den Schiedsrichtern keinen Vorwurf machen, es sind schließlich auch nur Menschen. Fehler passieren und ich glaube, sie machen sich über diese Dinge genau dieselben Gedanken wie wir. Sie werden sicher versuchen das im nächsten Spiel besser zu machen und so soll es auch sein.

LAOLA1: Hat die Härte im Vergleich zum Grunddurchgang zugenommen?

Raffl: Ja natürlich. In den Playoffs steigen bei jeder Mannschaft die Emotionen enorm an. Jeder Spieler will gewinnen und will den Unterschied erzwingen. Dadurch erhitzen sich auch die Gemüter und dann geschehen leider hin und wieder auch dumme Sachen. Das wollen die Spieler selbst eigentlich gar nicht, das passiert eher aus der Situation heraus und nicht absichtlich.

LAOLA1: Zagreb hatte letztes Jahr eine sehr harte Serie mit dem KAC. Spielt Zagreb härter, vielleicht sogar schmutziger als andere Mannschaften?

Raffl: Nein. Zagreb ist einfach eine eingeschworene und hart arbeitende Mannschaft. Sie verfügen über viele Spieler mit Charakter, die Playoff-Mentalität zeigen können.

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