"Titel gehört zurück nach Wien!"

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Caps-Coach Samuelsson legt sich die Latte hoch

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Der Einser-Kandidat soll die Vienna Capitals wieder zur Nummer 1 in der EBEL machen. Nach dem Playoff-Aus in Salzburg war schnell klar: Tommy Samuelsson soll Nachfolger von Kevin Gaudet werden.

"Er war unser Top-Kandidat, da er perfekt ins Anforderungsprofil passt", so Vize-Präsident Martin Platzer, der von der noch frischen Zusammenarbeit mit dem Schweden schwärmt.

Auch die Spieler sind vom smarten 51-Jährigen begeistert. Kein Wunder, hat Samuelsson doch einiges zu erzählen, bei all den Erfolgen die er als Spieler und Trainer gefeiert hat. Olympia-Medaillen in Gold und Bronze, WM-Silberne und unzählige Meistertitel.

Am Montag gab es statt aufgewärmten Geschichten knallharte Kommandos am neuen Eis der noch im Bau befindlichen Schultz-Halle.

Zum Einstand bat LAOLA1 den neuen Head Coach der Vienna Capitals vor das Mikro, um sich mit ihm über seine neue Aufgabe, das Niveau im österreichischen Eishockey und die Verträglichkeit von kurzfristigen Erfolgen und nachhaltiger Arbeit zu unterhalten.


LAOLA1:
Herzlich Willkommen in Wien, haben Sie sich schon eingelebt?

Tommy Samuelsson: Ja, das ging ohne Probleme. Wien macht es einem da leicht, es ist einfach eine wunderschöne Stadt. Jetzt freue ich mich auf die neue Aufgabe bei den Capitals. Wir haben schon in den letzten Wochen hart gearbeitet, ungefähr drei, vier Stunden pro Tag. Wer glaubt, dass Eishockey-Spieler im Sommer nicht trainieren, der irrt. Aber seit Montag sind wir auch zurück am Eis.

LAOLA1: Mit welchen Erwartungen haben Sie die Intensiv-Vorbereitung begonnen?

Samuelsson: Ich hoffe, dass wir eine gute Saison haben und bis zum letzten Spiel dabei sind. Und dann gewinnen wir hoffentlich dieses letzte Match, das wäre unglaublich. Aber ich freue mich auf diese Herausforderung. Ich bin nach Wien gekommen, um Erfolge zu feiern.

LAOLA1: Sie geben den Titel als Ziel aus und legen die Latte also gleich entsprechend hoch?

Samuelsson: Ich brauche das, das war schon immer so. Als Spieler und auch als Trainer. Egal auf welchem Level. Mein Ziel war immer das Finale, dort  ist dann immer alles möglich. Und wir werden  hart arbeiten, um alles möglich zu machen.

LAOLA1: Sie haben Olympia- und WM-Medaillen daheim hängen, sind als Trainer sehr erfolgreich. Was hat den Ausschlag für Wien gegeben?

Samuelsson: Mir gefällt es, dass das Management ein klares Bild hat, eine genaue Vorstellung, was man möchte. Das passt zu meinen Visionen. Nämlich für die Zukunft zu arbeiten und trotzdem jetzt schon Erfolg zu haben.

LAOLA1: Wie wichtig wäre es für das Eishockey in Wien, dass man wieder einmal den Titel holt?

Samuelsson: Sehr wichtig. Der Titel gehört zurück nach Wien. Denn der letzte Meistertitel für die Capitals ist schon verdammt lange her. Aber das zeigt auch, wie schwierig die Aufgabe ist. Aber in Wien ist alles vorhanden, um am Saisonende eine große Party zu feiern. Wir haben neue Spieler, die neue Arena gehört zum Besten, was es in Europa gibt, die Organisation steht hinter uns. Jetzt liegt es an uns, dass wir erfolgreich sind.

LAOLA1: Sie waren zuletzt in ihrer Heimat Schweden tätig, haben mit Färjestad den Titel gewonnen. Haben Sie da überhaupt etwas vom österreichischen Eishockey, von der EBEL und also von den Capitals mitbekommen?

Samuelsson: Über das Internet ist das kein Problem, da hast du Sekunden nach der Schlusssirene alle Ergebnisse. ServusTV hat auch einen super Job gemacht. Und natürlich habe ich auch meine Kontakte von früher spielen lassen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

LAOLA1: Wie würden Sie das Niveau der EBEL beschreiben, auch im internationalen Vergleich?

Samuelsson: Schwer zu sagen. Ich möchte mir erst in den ersten Spielen ein klares Bild verschaffen. Aber die Entwicklung der letzten Jahre ist sehr gut gewesen, da hat die Liga allgemein einen großen Schritt nach vorne gemacht.

LAOLA1: Personell hat sich einiges getan, sie haben im großen Stil aufgerüstet. War das notwendig?

Samuelsson: Die Linie Fortier, Gratton und Rotter ist wahrscheinlich die beste in der Liga. Aber durch die neuen Spieler haben wir jetzt mehr Tiefe im Kader. Kavanagh und Ferland bringen viel Kraft und Power, das wird unserem Spiel gut tun. Harand passt perfekt in mein System. Sicher haben wir viele Spieler geholt, aber die braucht man aus meiner Erfahrung auch, wenn man in einer Meisterschaft den ganzen Weg gehen will.

LAOLA1: Sie haben auch die Verteidigung verstärkt?

Samuelsson: Vorne waren wir schon sehr gut besetzt, aber in der Defensive war mit Bjornlie nur ein wirklicher Top-Verteidiger da. Jetzt ist mit Insana ein starker Zwei-Weg-Verteidiger dazu gekommen. Willi Lanz ist auf Try-out, genau wie Kevin McLeod, über den ich nur Gutes gehört habe. Für seine Größe und sein Gewicht ist er ein starker Schlittschuhläufer, aber beide haben großes Potenzial.

LAOLA1: Dazu noch einige junge Spieler, wie Holst oder Fischer?

Samuelsson: Diese Spieler sind die Zukunft der Capitals, sie können in Wien wachsen und reifen und werden ihre Chance bekommen. Aber sie müssen geduldig sein. Salzburg ist da sicher ein Vorbild, die machen einen sehr guten Job. Sie arbeiten mit den jungen Spielern viel auf individueller Basis und geben ihnen die Zeit, die es braucht. Es kann nur funktionieren, wenn man Geduld hat.

LAOLA1: Die Fans mussten sich in Sachen Torhüter lange gedulden, schlussendlich ist mit Reinhard Divis aber ein toller Coup gelungen?

Samuelsson: Bei Divis weiß man, was man bekommt. Natürlich gibt es im Sport nie eine Garantie, aber da konnten wir nicht viel falsch machen. Er weiß, wie er sich in Extremsituationen verhalten muss, bringt viel Erfahrung mit und kann der Mannschaft damit enorm weiterhelfen.

LAOLA1: Schon bei der European Trophy, die am 11. August mit einem Heimspiel gegen Oulun Kärpät beginnt?

Samuelsson: Wir werden jetzt hart trainieren und uns für dieses Match aufbauen. Aus meiner Erfahrung in der European Trophy weiß ich, dass es sehr schwer wird. Umgelegt auf die Liga ist das gleich im August ein Playoff-Spiel für uns. Vom Niveau und von der Härte her.

LAOLA1: Die Fans freuen sich auch schon auf die neue Halle, die sie mit dem ersten Training bereits eingeweiht haben. Was kommt da auf die Zuschauer zu?

Samuelsson: Ich habe viele Arenen gesehen und möchte jetzt nur so viel verraten. Wenn die Halle fertig ist, dann gehört zum Besten, was es in Europa gibt. Der Blick auf die Eisfläche ist unglaublich!

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Stephan Schwabl

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