Rob Daum über Druck, Ruhe und Titelverteidigung

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Lasst es uns noch einmal machen!

So muss Meistertrainer Rob Daum seine Mannschaft beim Trainingsauftakt begrüßt haben.

Denn der 54-Jährige ist überzeugt davon, dass der Schlüssel zum neuerlichen Erfolg in der Vergangenheit liegt. „Alles was wir letztes Jahr richtig gemacht haben, müssen wir dieses Jahr wieder machen.“

Damit meint der Kanadier keineswegs Stillstand, sondern vielmehr, dass die Titelverteidigung keinesfalls zu einem Selbstläufer wird. „Es gibt keine Abkürzung auf dem Weg zur Meisterschaft“, weiß Daum.

Im Gespräch mit LAOLA1 verrät der Black-Wings-Coach zudem wie er und seine Mannschaft mit dem Druck des Titelverteidigers umgehen wollen, warum so viele Cracks den Linzern treu geblieben sind und weshalb er selten laut wird.

LAOLA1: Sie mussten einige Schlüsselspieler abgeben. Glauben Sie, die neuen Cracks können diese ersetzen?

Daum: Wir werden die Jungs, die wir verloren haben, vermissen, aber wir haben guten Ersatz gefunden. Ich bin glücklich über die fünf Neuzugänge. Wir haben Erfahrung, Physis und auch Talent dazugewonnen, was sich sicherlich positiv aufs Team auswirken wird.

LAOLA1: Das Ziel kann nur die Titelverteidigung sein. Wie machen Sie das den Spielern klar?

Daum: Jede Mannschaft will die Meisterschaft gewinnen. Jedes Team hat zu Saisonbeginn dieses Ziel und wir sind da keinen Ausnahme. Für uns als Titelverteidiger muss klar sein, dass wir alles, was wir letztes Jahr richtig gemacht haben, dieses Jahr wieder machen müssen. Es gibt keine Abkürzung auf dem Weg zur Meisterschaft. Wir müssen genauso detailliert arbeiten, wir müssen dieselben Opfer bringen und mit dem gleichen Engagement wie letzte Saison ans Werk gehen. Man muss noch einmal denselben Prozess durchmachen. Wenn jemand denkt, es wird einfach, oder man müsste nicht so hart arbeiten, werden wir nicht erfolgreich sein. Es ist wichtig zu realisieren, was letztes Jahr nötig war um erfolgreich zu sein. Nur dann kann man bereit sein, es dieses Jahr wieder zu tun.

Daum ist ein akribischer Arbeiter

LAOLA1: Sie wirken immer sehr ruhig. Gibt es auch Situationen, die sie laut werden lassen?

Daum: Ja, die gibt es. Ich versuche sie aber auf ein Minimum zu reduzieren. Natürlich bin ich manchmal nicht zufrieden und das verstehen die Spieler auch. Ich bin ein Perfektionist. Ich habe sehr hohe Erwartungen und Forderungen an das Team und die einzelnen Spieler. Ich denke, sich aufzuregen oder die Beherrschung zu verlieren, hilft vielleicht einem selbst, aber die Mannschaft bringt es nicht weiter. Wenn man will, dass die eigene Mannschaft gelassen und diszipliniert ist, muss man das als Coach auch sein. Ansonsten kann man das von seinen Spielern nicht erwarten.

LAOLA1: Als amtierender Meister lastet natürlich Druck auf der Mannschaft. Denken Sie, das wird die Mannschaft beeinflussen?

Daum: Es wird keinen Druck geben. Der einzige Druck, den wir verspüren, ist der, den wir uns selbst auferlegen. Alles was von außen ans Team getragen wird, ist nur Druck, wenn man es zulässt. Wir können nur kontrollieren was innerhalb unserer Mannschaft vorgeht. Wir können weder die Gegner, noch die Medien, noch die Fans kontrollieren und müssen uns auf das, was wir beeinflussen können, konzentrieren. So wurde das im letzten Jahr gehandhabt und und heuer werden wir mit derselben Einstellung in die Saison gehen.

LAOLA1: Letztes Jahr war Ihre Premierensaison als Headcoach in Linz. Ist Ihre Arbeit im zweiten Jahr schwieriger geworden?

Daum: Trainer ist immer ein schwieriger Job. Die Schwierigkeiten werden dieselben sein wie im Vorjahr. Ich hoffe, dass ich die Arbeit genauso machen kann wie letzte Saison. Es wird ein bisschen anders, da man als Titelverteidiger immer im Fokus steht. Außerdem werden unsere Gegner sich noch genauer als sonst vorbereiten und versuchen, gegen uns ihr bestes Spiel abzuliefern. Das wird eine Herausforderung für das Team. Jeder wird gegen uns gewinnen wollen.

LAOLA1: Sie haben viele junge Österreicher in der Mannschaft. Was erwarten Sie von ihnen?

Daum: Ich hoffe, dass sie den nächsten Schritt machen. Ich erhoffe mir das von jedem Spieler. Es ist wichtig, dass man jedes Jahr besser wird. Ich  erwarte mir, dass sich alle Spieler weiterentwickeln, denn nur so kann man Erfolg haben.

Sebastian Rauch/Fabian Santner

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LAOLA1: Abgesehen der Abgänge von Veideman und Keller sind viele Leistungsträger, wie zum Beispiel Danny Irmen oder Mike Oullette, geblieben. Wie haben Sie die Spieler überzeugt in Linz zu bleiben?

Daum: Ich habe mit ihnen gesprochen, wir wollten sie natürlich nach der starken Saison halten. Alle Spieler, die wieder dabei sind, sind das aus einem guten Grund. Sie waren ein wichtiger Bestandteil unseres Teams, egal ob sie Oulette, Irmen, Baumgartner, Leahy, Westlund, Murphy oder MacDonald heißen. Man kann die Liste noch weiter führen. Alle waren ein großer Teil unseres Teams.

LAOLA1: Linz verfügt nicht über so viel Geld wie beispielsweise Salzburg oder der KAC. Warum sind die Spieler geblieben?

Daum: Ich denke, sie sind wegen der Chance auf die Titelverteidigung geblieben und weil sie in Linz ein gutes Umfeld vorfinden. Nicht zuletzt haben sie letzte Saison gerne hier gespielt, weil die Fans mit ihrem Enthusiasmus für eine tolle Stimmung gesorgt haben. Ich denke, es war eine Kombination aus diesen Gründen. Die Spieler hätten bei vielen anderen Mannschaften unterschreiben können, aber sie haben einfach gespürt, dass Linz der richtige Platz für sie ist.

LAOLA1: Glauben Sie nicht, dass die Spieler wegen ihnen geblieben sind?

Daum: Nein (lacht). Ich glaube, sie sind wegen den vorher aufgezählten Gründen geblieben.

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