Die neue Welt des VSV-Verteidigers

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Die VSV-Anhänger trauen ihren Augen nicht.  

Der Traditionsverein aus Villach steht nach zwei Siegen in zwei Spielen an der Tabellenspitze der Erste Bank Eishockey Liga. Nach der verkorksten letzten Saison, als man erstmals seit 1987 das Playoff verpasst hatte, ist dies natürlich Balsam auf die zuletzt gequälten Seelen der „Adler“-Fans.

Doch obwohl dieser Umstand für die „Blau-Weißen“ eine erfreuliche Sache ist,  ist der Grund für das Erstaunen und die Euphorie in Kärnten ein anderer. Mario Altmann.

"Besser als beim Mini  Cup"

Der 25-jährige Verteidiger präsentierte sich in den ersten beiden Spielen gegen Dornbirn und Graz in der Form seines Lebens.

Am ersten Spieltag in Vorarlberg netzte der Nationalspieler zweimal und legte einen Treffer auf, im Auswärtsspiel bei den Murstädtern gelang ihm sogar ein Hattrick.

Ein Kunststück, das dem gebürtigen Wiener in seiner bisherigen Eishockey-Karriere versagt blieb.

„Nicht einmal beim Mini Cup, wo man über die Breite spielt, hab ich drei Tore geschossen“, so der VSV-Defender im Gespräch mit LAOLA1.

Neuer Rekord in der EBEL

In der Tat gilt Altmann nicht gerade als Tormaschine.

Sein Karriere-High stammt aus seinem Auslandsabenteuer in Schweden, als er in der Saison 2009/10 für Karlskrona in der Divison 1 sieben Treffer in 22 Spielen verbuchen konnte.

Seinen bisherigen Torrekord in Österreich erreichte der Nationalspieler, der von 2005 bis 2009 bei den Vienna Capitals unter Vertrag stand, nach seinem Wechsel aus Skandinavien zum VSV.

Drei Tore standen nach 54 Spielen auf der Haben-Seite, im letzten Jahr schrieb der 193-Meter große Verteidiger in 38 Partien ebenfalls drei Mal an.

Statistiken, die er nun binnen zwei Spielen „pulverisiert“ hat. Fünf Treffer in zwei Spielen, dazu noch ein Assist, Werte die einem Topstürmer der EBEL gut zu Gesicht stehen würden.

Mario Altmann trifft momentan nach belieben

Järvenpää tut Altmann gut

Zum ersten Mal in seinem Profi-Leben lacht der Wiener von der Spitze der Torschützenliste.  Die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer der Villacher, Hannu Järvenpää scheint Altmann bestens zu bekommen.

Zwar sind erst zwei Spiele gespielt, doch ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung ist getan. Eine Entwicklung, die auch ÖEHV-Teamchef Manny Viveiros mit Freude zu Kenntnis nehmen wird. Qualitativ hochwertige Verteidiger, die über eine Körpergröße jenseits der 190 cm verfügen, sind in Österreich jäh gesät. Der Austro-Kanadier berief den VSV-Hünen auch ins Aufgebot für das Spiel zum 100-jährigen Verbandsjubiläum gegen Deutschland.

Grund genug für LAOLA1 den Mann der ersten beiden Runden zu kontaktieren und sich mit ihm über seinen Lauf zu unterhalten. Außerdem spricht er über das Duell mit seinem Ex-Verein, das Spiel gegen Deutschland und die Zusammenarbeit mit Järvenpää.

LAOLA1: Mario, fünf Tore in zwei Spielen – Gratulation! Im Momentan läuft es recht gut bei dir.

Mario Altmann: (lacht) Ja, das kann man so stehen lassen.

LAOLA1: Hast du zuvor überhaupt schon einmal einen Hattrick erzielt?

Altmann: Nein, noch nie. Nicht einmal beim Mini Cup, wo man über die Breite spielt, habe ich drei Tore geschossen.

LAOLA1: Der VSV-Kader hat sich über den Sommer ziemlich verändert, trotzdem wirkt ihr schon ziemlich eingespielt. Warum?

Altmann: Wir hatten eine sehr intensive Vorbereitung, in der wir beinahe jeden Tag zweimal trainiert haben. Dazu haben wir schon sieben Testspiele in den Beinen. Dadurch findet man auf dem Eis recht schnell zusammen. Perfekt eingespielt sind wir aber immer noch nicht. Es muss und es wird aber besser werden.

LAOLA1: Mit John Hughes und Derek Ryan wurden zwei sehr starke Offensivspieler verpflichtet, trotzdem erzielst du die Tore. Hat es – überspitzt gefragt – die Beiden überhaupt gebraucht?

Altmann: (lacht) Naja, man muss schon auch sagen, dass sie mir so gut wie jedes Tor aufgelegt haben. In Graz zum Beispiel kam der Pass zu meinem ersten Tor von Hughes. Auch beim zweiten Treffer und beim entscheidenden Tor in der Overtime hatte jeweils einer der Zwei seine Hände mit im Spiel. Es sind also schon die Beiden, die mit ihrer Kreativität in der Offensive die Chancen herausspielen.

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LAOLA1: Nimmst du unter Hannu Järvenpää allgemein eine etwas offensivere Rolle ein?

Altmann: Eigentlich nicht. Ich hatte letztes Jahr auch schon meine Torchancen, konnte sie nur nicht so nutzen. Zur Zeit geht irgendwie alles auf, die Scheibe springt perfekt für mich. Es passt einfach momentan. Ich habe aber auch gewusst, dass ich jetzt andere Aufgaben in der Mannschaft übernehmen muss. Ich bin kein junger Spieler mehr, werde bald 26, daher muss ich mehr Verantwortung übernehmen. Dass dies gleich durch Tore gelingt, hab ich mir nicht gedacht, aber das macht es umso schöner.

LAOLA1: Hat Järvenpää im Sommer von dir gefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen?

Altmann: Nein überhaupt nicht, ich hab mir das selbst vorgenommen. Er hat zu uns gesagt, dass wir weniger nachdenken und einfach Spaß am Spiel haben sollen. Wenn wir dazu noch hart arbeiten und eislaufen, kommt der Erfolg von ganz alleine. Für ihn ist es das Wichtigste, dass jeder alles gibt. Der Rest kommt dann eh von selbst.

LAOLA1: Mit den Vienna Capitals habt ihr am Freitag einen Titelfavoriten zu Gast. Was rechnest du dir gegen deinen Ex-Klub aus?

Altmann: Es wird sicher ein sehr schweres Spiel. Die Capitals sind ebenso gut in die EBEL gestartet. Zudem haben sie auch in der European Trophy überzeugt. Sie haben dort absolute Top-Mannschaften geschlagen. Es wird sicher keine einfache, aber sicher auch keine unlösbare Aufgabe. Wir freuen uns jedenfalls auf das Spiel.

LAOLA1: Hast du dich mit dem Caps-Neuzugang Tony Romano, mit dem du es sicher auch zu tun haben wirst, bereits beschäftigt?

Altmann: Nein, überhaupt nicht. Ich habe natürlich mitbekommen, dass die Vienna Capitals einen guten neuen Mann haben, aber wir beschäftigen uns nicht mit einzelnen Spielern, das machen die Capitals umgekehrt sicher auch nicht.

LAOLA1: Über Liga-Neuling Dornbirn seid ihr mit 6:0 weggefegt, wie schätzt du die „Bulldogs“ ein?

Altmann: Es wird natürlich sehr schwer für sie. Es ist nie einfach, wenn man in die höchste Spielklasse aufsteigt. Aber ein 0:6 wie gegen uns wird ihnen nicht mehr passieren. Es ist dort alles für uns gelaufen. Wir haben in den richtigen Momenten die Tore geschossen. Dornbirn hingegen hat von den vielen Chancen, die sie hatten, keine genutzt. Das 6:0 war etwas zu hoch. Ich bin mir sicher, dass Dornbirn kein Punktelieferant wird. Sie werden sicherlich auch genug Spiele gewinnen.

LAOLA1: Was waren für dich die Überraschungen der ersten zwei Runden?

Altmann: Der Auswärtssieg von Znojmo über Salzburg war schon etwas überraschend, aber sie haben sich ja mit Ausländern verstärkt und zudem von den Eigenbau-Spielern wenige verloren. Znojmo war ja auch schon letztes Jahr sehr stark, vor allem in Tschechien muss man erst einmal gewinnen. Wie ich finde, ist das eine der schwersten Auswärtsstationen der EBEL. Aber richtig überrascht hat mich eigentlich wenig. Die Liga ist nun einmal sehr ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Alle haben gute Spieler in ihren Reihen. Wenn man einen Tag verschläft, dann fährt man ohne Punkte heim.

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 Fabian Santner/Sebastian Rauch

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