"Farben im Herzen sind Rot-Weiß"

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Koch: "Meine Familie gibt mir zusätzlichen Rückhalt"

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Spiel sieben der Finalserie zwischen RB Salzburg und dem KAC: Ein packender Thriller um die EBEL-Krone entwickelte sich. Nach 2:58 Minuten der Overtime erreichte dieser seinen Höhepunkt.

Thomas Koch fälschte einen Schuss unhaltbar zur Entscheidung ab. Während die „Bullen“ den vierten Meistertitel der Vereins-Historie zelebrierten, versank Klagenfurt in tiefer Trauer. Ausgerechnet einer ihrer Lieblinge ließ die Träume platzen. Ein waschechter KAC-Jünger. Eine Identifikationsfigur.

Wenige Tage später besiegelten die „Rotjacken“ den Transfer-Coup schlechthin. Nach sieben Jahren kehrt Koch zurück in seine Heimat. Und als ob es inszeniert wäre, wartet auf den 28-Jährigen gleich zum Saison-Auftakt das brisante Wiedersehen mit den einstigen Kollegen.

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Alles ist angerichtet für ein Re-Match der Extraklasse. LAOLA1 sprach im Vorfeld mit dem Rückkehrer über „seinen“ KAC, Philosophie-Unterschiede, Rivalität im Eishockey sowie die ungewohnte Situation beim Pflichtspiel-Debüt.

LAOLA1: Thomas, wie fühlt es sich an, nach solch langer Zeit endlich zu Hause zu sein?

Thomas Koch: Es ist ein tolles Gefühl, wieder in Klagenfurt spielen zu dürfen. Ich bin wirklich sehr gut aufgenommen worden und es ist meine Heimat, da bin ich groß geworden.

LAOLA1: In Erinnerung blieb natürlich dein Goldtreffer im siebenten Finale. Wie schwer war es für dich, gegen den Jugendverein zu jubeln?

Koch: Es war eine Partie, wo man Alles dem Erfolg unterordnet. Ein Spiel auf Messers-Schneide, das durch ein Tor entschieden wird. Mir gelang in der Overtime der Treffer. Vor einigen Jahren habe ich mit Salzburg in Klagenfurt den Titel knapp verloren. Danach war eine riesen Trauer-Stimmung, das hat wirklich wehgetan. Diesmal wollten wir unbedingt gewinnen. Auch wenn ich für Salzburg gespielt habe, war es einer der schönsten Erfolge. Jetzt habe ich die Fronten gewechselt und alles andere ist Geschichte.

LAOLA1: Wann stand der Wechsel zum KAC fest?

Koch: Ich wollte eigentlich die WM abwarten, weil einige Angebote auf dem Tisch waren. Dann ist es so verlaufen, dass ich zuvor den Vertrag unterschrieben habe. Die Verhandlungen führte Manager Thomas Cijan. Er hat das ausgezeichnet gemacht, ich konzentrierte mich auf das Sportliche. Nach der Saison haben wir gemeinsam mit der Familie den Beschluss getroffen.

LAOLA1: Welche Bedeutung hat der KAC für dich?

Koch: Ich bin bei dem Verein groß geworden. Sie haben sich, sobald ich vertragslos war, immer sehr um mich bemüht. Ich bin dankbar, dass ich damals die Chance bekam, in der Kampfmannschaft Fuß zu fassen. Die Ausbildung in Klagenfurt war wirklich toll. Ich dachte mir, es ist der richtige Zeitpunkt, zurückzukehren.

LAOLA1: Kannst du die ausschlaggebenden Gründe benennen?

Koch: Das Umfeld ist einfach großartig. Es gibt eine tolle Mischung aus Talenten und Routiniers. Und ich kenne den Trainerstab. Mit Manny Viveiros und Co-Trainer Gerald Ressmann spielte ich damals noch. Auch mit dem Vorstand habe ich stets gut zusammengearbeitet. Außerdem lebt meine Familie hier, das gibt mir zusätzlichen Rückhalt.

Koch: Ich habe drei Jahre Vertrag, darüber hinaus mache ich mir keine Gedanken. Wir haben einige junge Spieler in unseren Reihen, diese sollen den nächsten Schritt machen und neue Verantwortung übernehmen. Mein Ziel ist es, den Talenten zu helfen sich weiterzuentwickeln. Ich möchte ihnen den Weg zeigen und kleine Details beibringen. Und auch ich kann von den erfahrenen Spielern noch viele Dinge lernen. Weiterentwickeln kann man sich immer.

LAOLA1: In welchen Bereichen kannst du noch feilen?

Koch: Das Eishockey wird immer athletischer, der Trend geht auch mehr Richtung technische sowie eisläuferische Qualitäten. Deswegen muss man jeden Tag hart trainieren, damit man dran bleibt. Ich werde nie aufhören, an mir zu arbeiten.

LAOLA1: Nach der Final-Schlappe im Vorjahr kann für den Rekordmeister heuer nur die „Mission 30“ von Bedeutung sein, oder?

Koch: Die Ziele sind beim KAC immer groß. Am Ende ganz ob zu stehen, ist das Größte. Wir wollen gutes, schnelles und attraktives Eishockey spielen. Wenn wir als Team auftreten, was eigentlich eine Stärke unserer Mannschaft ist, dann kann uns einiges gelingen.

LAOLA1: Zum Auftakt wartet das Duell mit den Ex-Kollegen, eine tolle Kulisse ist garantiert. Wie groß ist die Vorfreude, trotz der etwas ungewohnten Situation?

Koch: Ich freue mich riesig darauf, es wird eine tolle Atmosphäre und ein super Eishockey-Match werden. Ich habe mich beim KAC schon eingewöhnt und weiß, die Farben in meinem Herzen sind wieder Rot-Weiß. Es wird natürlich ein besonderes Gefühl sein. Aber ich freue mich darauf und werde mich voll reinhauen.

LAOLA1: Abschließend noch zum Nationalteam: Dein Coach beim KAC soll vor einem Engagement als ÖEHV-Teamchef stehen. Deine Meinung?

Koch: Manny Viveiros ist ein Trainer, der super mit Talenten arbeiten kann. Und er kann die richtigen erfahrenen Spieler in ein Team holen . Deswegen glaube ich, dass er eine gute Wahl wäre. Für unser Nationalteam wäre es sicher nicht schlecht, wenn ein Mann mit derart viel Erfahrung, der selbst sehr lange im Profi-Geschäft war und dem modernen Eishockey lang erhalten blieb, am Ruder wäre. Manny würde die Position sicher sehr gut besetzen.

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Das Gespräch führten Christoph Köckeis und Sebastian Rauch

LAOLA1: Du bist gebürtiger Klagenfurter, wie waren die Reaktionen der Anhänger auf deinen Transfer?

Koch: Die Fans sind sehr fanatisch, es ist ein tolles Publikum. Wenn man diese Halle betritt, herrscht eine super Stimmung. Das hat man schon bei den Vorbereitungs-Spielen gegen die deutschen Klubs gesehen. Für einen Eishockey-Spieler ist sowas wirklich das Größte, von den eigenen Fans angefeuert zu werden und dann eine tolle Leistung zu bringen.

LAOLA1: Wie wurdest du von deinen neuen Mitspielern begrüßt, nachdem du ihnen den Meistertitel sozusagen entrissen hast?

Koch: Am Anfang hörte ich ein paar Kommentare und Späßchen. Ich wusste, so etwas wird auf mich zu kommen (lacht). Mittlerweile wird nicht mehr darüber geredet.

LAOLA1: Du warst fünf Jahre in Salzburg. Welche Philosophie-Unterschiede bezüglich Vereinsführung konntest du im Vergleich zu deinem jetzigen Arbeitgeber ausmachen?

Koch: Jeder versucht das Beste herauszuholen und geht den eigenen Weg. Vom KAC wird eine tolle Jugendarbeit geleistet. Die Mannschaft wurde heuer wieder jünger. Die Talente erhalten noch mehr Eiszeit und der Trainer schenkt ihnen das Vertrauen. Für das österreichische Eishockey ist das eine Ausbildungsstätte, von welcher das Nationalteam Früchte tragen wird.

LAOLA1: Den „Bullen“ haftet bei gegnerischen Teams und Anhängern ein schlechtes Image an. Wo liegen die Gründe dafür? Und wie geht man als Spieler mit dieser Feindschaft um?

Koch: Eishockey ist ein emotionaler Sport. Bei gewissen Stationen wie Laibach und Wien, vor allem in den ruppigen Playoff-Duellen, gab es immer Gesprächsstoff. Die Rivalität ist stets da, das gehört zum Sport. Man darf sich durch solche Sachen nicht ablenken oder beeinflussen lassen.

LAOLA1: Zurück zur Gegenwart: Dein Kontrakt mit den „Rotjacken“ läuft über drei Jahre, welche Erwartungen hast du? Und reichen die Planungen schon über den Zeitraum hinaus?

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