"Die Pöcks lieben Eishockey!"

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Thomas Pöck vor Bruder-Duell: "Der Ältere gewinnt!"

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Der Familienname Pöck steht für Eishockey-Tradition. Ob Herbert, Thomas oder Markus Pöck – alle waren bzw. sind noch immer ein Begriff in den österreichischen Rinks.

Thomas Pöck, der ältere Sohn von KAC-Legende und Ex-ÖEHV-Teamchef Herbert Pöck, zählt bei den Klagenfurtern zu den wichtigen Stützen des Teams.

Die Karriere des 33-jährigen Verteidigers verlief abwechslungsreich und ist noch lange nicht zu Ende.

Bei LAOLA1 verrät der dreifache Familienvater seine Zukunftspläne, deckt Probleme auf und freut sich auf einen Kaffee mit der Familie.

LAOLA1: Wie geht es dir nach dieser bereits fortgeschrittenen Saison?

Thomas Pöck: Eigentlich geht es mir ganz gut. Natürlich spürt man die Saison, doch bei einem genaueren Blick auf den Kalender merkt man, dass wir in den Playoffs sind. In der Postseason gibt es keine Ausreden. Da muss man durch, egal wie es einem dabei geht.

LAOLA1: Wie sehr zehren die Kombination aus Grunddurchgang, Zwischenrunde und den ersten Playoff-Games an deinen Kraft-Reserven?

Pöck: Ich habe schon viele Eishockey-Saisonen hinter mir, da lernt man seine Kräfte richtig einzuteilen. Als Junger gehst du noch komplett anders in eine Meisterschaft. Du pumpst dich zur falschen Zeit aus und fährst andere Shifts. Natürlich ist da die fehlende Routine ein großer Teil, der einem Rookie am Schluss dann abgeht.

LAOLA1: Aber man freut sich doch trotzdem auf die anstehenden Spiele, oder?

Pöck: Keine Frage. Es sind die unterhaltsamsten Matches im Jahr. Jeder trainiert auf dieses Ziel hin. Und wenn man am Schluss noch um den Titel mitspielen darf, vergisst man so manches Wehwehchen viel schneller.

Ein Bruderduell im EBEL-Halbfinale: Thomas gegen Markus Pöck

LAOLA1: Du triffst im Duell mit Salzburg auf deinen elf Jahre jüngeren Bruder Markus. Was bedeutet dir das?

Pöck: Ehrlich gesagt, ist mir das völlig egal. Klar ist es komisch, wenn der eigene Bruder beim Gegner spielt, aber wenn die Scheibe am Eis ist, spielt das keine Rolle, ob er, Trattnig oder wer auch immer auf der anderen Seite steht.

LAOLA1: Gibt's denn in dieser Zeit auch keinen Kontakt abseits des Eises?

Pöck: Natürlich, wir telefonieren sehr oft miteinander und wenn es sich ausgehen sollte, fahre ich am Vortag noch zu ihm nach Hause und treffe mich mit ihm auf einen Kaffee. Sobald die Schluss-Sirene ertönt, sind wir wieder beste Freunde.

LAOLA1: Wie sieht euer Vater das "Familien-Duell". Wem drückt er die Daumen?

Pöck: Eigentlich kann er ja nur gewinnen. Wenn er einen von uns beiden trösten muss, dann den Kleinen. Der Ältere wird sich da schon durchsetzen. (lacht)

LAOLA1: Wie hat sich das Hockey in Österreich in den Jahren verändert, seitdem du weg warst?

Pöck: Da muss ich ein wenig ausholen: Als ich noch in Österreich aktiv war, spielten vier Teams in der höchsten Spielklasse. Diese vier Teams haben mit acht bis zehn Legionären gespielt. Das Niveau war sicherlich nicht schlecht, aber ausbaufähig. Heute haben wir eine starke Liga, dank der EBEL. Was die Meisterschaft auszeichnet, ist die Ausgeglichenheit. Jeder kann jeden schlagen. Für die österreichischen Cracks hat es aber einen Rückschritt gegeben. In den frühen 2000er Jahren gab es einen Umschwung in "Hockey-Austria". Alle Experten waren sich sicher, dass nun mehr einheimische Spieler forciert werden. Doch nun schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei vielen mittelmäßigen Legionären, die in der EBEL aktiv sind. Trotzdem muss man der Liga ein Kompliment machen: Das Level hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Wir brauchen uns in Europa nicht mehr verstecken. Das zeigte sich auch in der Champions Hockey League.

LAOLA1: Apropos internationaler Vergleich: Im Mai findet in Prag die A-WM statt. Was traust du dem Nationalteam zu?

Pöck: Ich wünsche den Jungs nur das Beste und hoffe, dass sie in der A-Gruppe bleiben. Die Mannschaft ist jünger geworden und das fällt schon positiv auf. Was die WM betrifft, muss man sich im Klaren sein, was  eigentlich auf dem Spiel steht: Wir fahren zur A-WM, um genau bei einer oder zwei Partien als Gewinner vom Eis zu gehen. Die anderen Matches sind Boni für die Jungs. Klar, unser Nationalteam hat sich verbessert, nur dürfen wir uns nicht mit den falschen Gegnern messen. Gegen die Tschechen, Kanadier und die Schweden dürfen wir einfach nicht an einen Vergleich denken. Unser Ziel muss es sein die Dänen, Slowenen, Franzosen oder Letten zu schlagen.

LAOLA1: Du warst in deiner langen Karriere schon viel unterwegs. Zieht es dich im Herbst deiner Laufbahn wieder ins Ausland?

Pöck: Ich habe noch ein Jahr Vertrag, was dann passiert, muss man sehen. Ich fühle mich in den Staaten sehr wohl. Meine Frau und meine Kinder sind Amerikaner, viele meiner Freunde kommen aus der Nähe von Boston, ich habe ein Haus dort und fühle mich sehr wohl. Das Einzige, was für Klagenfurt spricht, ist der Beruf. Auch nach der aktiven Karriere möchte ich diesem Sport, in irgendeiner Form verbunden bleiben. Ich habe Sportmanagement studiert und würde gerne in diese Richtung arbeiten.

LAOLA1: Da könnte man ja in Österreich arbeiten, oder?

Pöck: Die Auswahl und das Angebot sind hier leider sehr begrenzt. In den USA hast du viel mehr Möglichkeiten.

LAOLA1: Was spricht gegen einen Job als Nachwuchs-Coach?

Pöck: Geld zu verdienen, wäre auch noch schön. (lacht)

LAOLA1: Ist es um die Nachwuchs-Trainer in Österreich so schlecht bestellt?

Pöck: Außer in Klagenfurt und in Salzburg bekommt bei uns kein Nachwuchscoach ein Gehalt. Da erhält niemand auch nur die Fahrtkosten zurück erstattet, die machen das alles auf freiwilliger Basis. Und am Ende des Tages musst du noch "Danke" sagen, dass sie den Job überhaupt noch machen. In Klagenfurt hast du die Manpower, in Salzburg auch. In Wien kann man Philipp Horsky noch hervorheben, der macht einen guten Job und ist Co-Trainer und Sportmanager zugleich. Ansonsten hinken wir im internationalen Vergleich meilenweit hinterher.

LAOLA1: Du bist selbst dreifacher Familienvater. Würdest du deinen Kindern auch eine Eishockey-Karriere ans Herz legen?

Pöck: Mein ältester Sohn (Anm.: Nicholas, vier Jahre alt) hat heuer mit dem Eishockey angefangen. Er geht zweimal die Woche aufs Eis, das macht ihm Spaß. Ob er dann später selbst Eishockey spielen will, überlasse ich ganz ihm. Profi zu werden, war mein Traum und mein Hobby. Wenn er das auch machen will, dann werde ich ihn dabei so gut wie nur möglich unterstützen.

LAOLA1: Wie war das bei deinem Vater? Hat er dich damals auf die Idee gebracht, Profi zu werden?

Pöck: Überhaupt nicht. Das war immer meine eigene Entscheidung. Er hat mich zwar in die Halle mitgenommen, aber es war mein Traum, weil der Sport meine Leidenschaft war und noch immer ist. Genauso war es bei meinem Vater, bei meinem Bruder und bei mir. Die Pöcks lieben einfach Eishockey.

Das Gespräch führte Paul Preisig

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