"Wir wollen Wien zeigen, dass wir etwas draufhaben“

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Mit einer guten Offensive gewinnst du Spiele, mit einer ausgezeichneten Defensive Meisterschaften.

Ein alter Eishockeyspruch, der sich vermutlich auch in dieser Saison bewahrheiten wird.

Bei den Vienna Capitals ist die gute Defensive schon seit Saisonbeginn ein Fixpunkt. Die Hintermänner der Wiener zeigten bislang konstant gute Leistungen.

Mitunter verantwortlich dafür sind die beiden Verteidiger Sven Klimbacher und Patrick Peter, die im sechsten Spiel der Serie gegen die Black Wings Linz (ab 17:30 Uhr LIVE bei Servus TV) den Einzug ins Finale fixieren können.

Im LAOLA1-Doppelinterview stellen sich die beiden Cracks Fragen über die mögliche Meisterfeier, die Körpergröße und die eigenen Fans:

LAOLA1: Ihr habt das wichtige Heimspiel gegen die Linzer mit 4:2 gewonnen und somit euer Break bestätigt. Wie ist die Ausgangssituation in Spiel fünf?

Sven Klimbacher: Der Heimsieg war enorm wichtig. Wenn wir das Spiel verloren hätten, wäre der Auswärtserfolg umsonst gewesen. Wir müssen nur mehr einmal gewinnen, um weiterzukommen. Die Serie bleibt aber weiterhin brandgefährlich. Auch zwei Siege Vorsprung ist noch lange kein Grund sich zurückzulehnen. Das haben wir gegen Fehervar selbst gesehen.

Patrick Peter: Da schließe ich mich Sven an. Dass wir das Spiel gewonnen haben war sehr, sehr wichtig. Jetzt haben wir das Momentum auf unserer Seite. Trotzdem dürfen wir die Oberösterreicher auf keinen Fall abschreiben. Wenn man einer Mannschaft ein Comeback in einer Serie zutraut, dann Linz.

LAOLA1: Was war in dieser Partie entscheidend?

Klimbacher: Der Start war für uns perfekt. Wir haben ihnen sofort die Hoffnung auf einen Auswärtssieg genommen. Wenn du in dieser Art in ein Match findest, kann dich im Prinzip nichts aufhalten.

Peter: Es hat einfach alles gepasst. Die Jungs haben gekämpft bis zum Umfallen. Zaba hat grandios pariert und uns im Spiel gehalten.

LAOLA1: Seit sieben Spielen habt ihr das Startdrittel nicht mehr verloren. Gibt es dafür ein Geheimrezept?

Klimbacher: Wir versuchen immer, mit viel Schwung aus der Kabine zu kommen. In letzter Zeit gelingen uns in den wichtigen Momenten die Tore, das hilft enorm.

Peter: Coach Jim Boni bereitet uns vor jedem Match sehr gut vor und macht uns kurz vor Spielbeginn nochmal heiß. Wir wollten einfach ganz Wien zeigen, dass wir etwas draufhaben.

Die Fans sind für die Capitals-Cracks in dieser Phase der Saison Gold wert

LAOLA1: Am Sonntag war die Albert-Schultz-Halle zum ersten Mal in dieser Saison restlos ausverkauft. Wie wichtig ist für euch die Kulisse?

Klimbacher: Es macht viel mehr Spaß, in einer vollen Halle aufs Eis zu gehen. Die Stimmung in Wien ist meistens gut, in Spiel vier war sie sensationell.

Peter: Als ich erfahren habe, dass die Partie ausverkauft ist, habe ich mich noch mehr auf den Abend gefreut. Es macht extrem viel Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen.

LAOLA1: Patrick, du bist 21 Jahre jung und hast in dieser Saison schon zwei wichtige Playoff-Tore für die Caps erzielt, gegen Fehervar sogar einen Game-Winner in der Overtime. Machst du dir über diese Erfolge Gedanken?

Peter: Ich habe mich wirklich sehr gefreut. Vor allem weil die bisherige Saison für mich nicht nach meinen Vorstellungen verlaufen ist. Viele Fehler beim Spielaufbau, grobe Schnitzer in der neutralen Zone und sonst eher schwache Auftritte – das hat mich schon ein wenig beschäftigt. Da tat mir das Tor gegen Fehervar (GWG in der 62. Minute) doppelt gut.

Patrick Peters Hammer ist auch schon in Ungarn sehr gut bekannt

LAOLA1: Und wo liegen die Schwächen des Kollegen?

Klimbacher: Manchmal agiert Patrick noch ein wenig zu überhastet, aber das ist normal. Für ihn ist es erst die zweite richtige Saison. Wir spielen mit sechs Verteidigern, da bekommt man automatisch jede Menge Eiszeit. Wenn er weiter hart an sich arbeitet und am Boden bleibt, kann er sicher noch eine große Karriere machen.

Peter: Puh, da fällt mir glaub ich gerade keine ein. Tut mir leid, aber ich sehe eigentlich immer nur das Gute in ihm. (lacht) Vielleicht keine Schwäche, eher eine Anmerkung: In meinen Augen ist er eine Spur zu klein für einen Verteidiger. (Anm. Klimbacher misst 1,78 Meter, Peter 1,83)

LAOLA1: Du bist zwölf Jahre älter als Patrick. Hast du viele Tipps für den Rookie?

Klimbacher: Natürlich, Patrick ist noch mitten in seiner Entwicklungsphase. Hier und da nehme ich mir ihn zur Brust und gebe ihm den einen oder anderen Ratschlag.

LAOLA1: Patrick, fragst du Sven oft um Rat?

Peter: Na klar. Er sagt mir eigentlich immer, wie ich etwas besser machen kann. Es kommt sehr oft vor, dass ich dann frage: „Hey Sven, wie würdest in dieser Situation reagieren?“

LAOLA1: Wer hat den besseren Schuss?

Klimbacher: Das ist leicht. Patrick hat einen super Schuss. Wenn er den mehrmals während eines Spieles bringen kann, könnte aus ihm noch ein extrem guter Offensiv-Verteidiger werden.

Peter: Wir schießen beide ganz gut. Ich möchte keinen von uns hervorheben.

LAOLA1: Ein wenig neidisch auf Patricks Hammer?

Klimbacher: Überhaupt nicht. Ich weiß, was ich kann und kenne meine Rolle in der Mannschaft. Für Neid oder sonstige Eifersüchteleien bin ich schon zu alt (lacht).

LAOLA1: Was wollt ihr in dieser Saison noch erreichen?

Klimbacher: Das ist leicht – den Meistertitel nach Wien holen. Das erste Ziel ist natürlich, ins Finale einzuziehen und in einem Endspiel kann alles passieren.

Peter: Wir müssen von Spiel zu Spiel sehen. Wenn wir weiter auf diesem Level agieren, kann noch sehr viel passieren. Alles ist möglich.

LAOLA1: Was erwartet ihr euch von Spiel fünf in Linz?

Klimbacher: Ich hab selbst vor elf Jahren für die Black Wings gespielt. Es ist wahnsinnig laut, die Fans sorgen für eine unglaublich elektrisierende Stimmung. Sie werden ihre Mannschaft nach vorne peitschen, darauf müssen wir gefasst sein. Vor allem in der Defensive darf uns kein Fehler passieren.

Peter: Es wir kein einfaches Spiel werden. Wir dürfen uns nicht zu sehr auf Linz konzentrieren, sondern müssen auf uns schauen und ein hartes Eishockey an den Tag legen.

LAOLA1: Sven, wie würdest du Patrick beschreiben?

Klimbacher: Hm, das ist schwer zu sagen. Patrick ist noch ein ganz junger Spieler. Die Rollen in unserer "Partnerschaft" sind ziemlich klar verteilt. Er ist für die Offensive zuständig und ich sichere dafür hinten ab.

LAOLA1: Und wie spielt es sich mit Sven Klimbacher in der Verteidigung?

Peter: Sven ist ein super Verteidiger, ein routinierter Crack von dem ich noch viel lernen kann. Er ist ein sehr ruhiger Typ, was ihn von mir schon stark unterscheidet. Auf "Svene" kannst du dich einfach immer verlassen. Er ist für die Mannschafft sofort da, wenn sie ihn braucht.

LAOLA1: Wo seht ihr die Stärken eures Linien-Partners?

Klimbacher: Er ist in der Offensive zu Hause. Sein Spiel ist sehr variabel. Ich sehe mich aber in einer ganz anderen Rolle und so ergänzen wir uns gut.

Peter: Sven spielt ein unglaublich starkes Penalty Killing, macht kaum Fehler und ist defensiv sehr versiert. Er ist ein guter Eisläufer und als Stürmer ist es immens schwer, an ihm vorbeizukommen.

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