"Die Fans sollen den neuen Spielstil lieben"

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Mario Richer ist kein Unbekannter der österreichischen Eishockey-Szene. Dennoch war er nur den Wenigsten ein Begriff.

Bisher zog der 46-Jährige im Hintergrund bei Meister Salzburg die Fäden. Seit 2009 stand er an der Seite von Erfolgs-Trainer Pierre Page und war zudem Chef-Betreuer des Farmteams.

Nun tritt er selbst ins Rampenlicht, nämlich hinter der Bande der Graz99ers. Im Sommer wurde der Kanadier als Nachfolger Bill Gilligans engagiert. Bei LAOLA1 spricht Richer über die neue Verantwortung, Zusammenarbeit mit Page und Spielphilosophie nach „Bullen“-Vorbild.

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LAOLA1: Herr Richer, wie gefällt es ihnen in der steirischen Landeshauptstadt?

Mario Richer: Mir gefällt Graz sehr gut, es ist eine schöne Stadt. Wir haben viele neue Spieler, einen neuen Coach, ein neues Logo und einen neuen Spirit im Team.

LAOLA1: Die Mannschaft befindet sich derzeit mitten im Umbau. Inwiefern konnten sie bereits auf die Planungen Einfluss nehmen?

Richer: Als ich hier angeheuert habe, gab es einige Gespräche mit Co-Trainer Martin Krainz und dem Management. Wir haben über Namen diskutiert und über jeden einiges in Erfahrung gebracht. So haben wir Imports und Österreicher nach Graz gebracht. Es war eine Team-Entscheidung.

LAOLA1: Einige Nationalspieler mussten im Sommer den Verein verlassen. Warum wollte man Cracks, wie beispielsweise Markus Peintner, nicht halten?

Richer: Viele Gründe haben eine Rolle gespielt, es war letztlich ein Management-Beschluss. Ich kenne ihn aus dem Vorjahr als Eishockey-Crack aber nicht als Menschen. Es hatte viel mit dem Vertrag und dem Gehalt des Spielers zu tun.

LAOLA1: Die neue Philosophie auf dem Eis ist mit jener ihres Ex-Klubs Salzburg zu vergleichen. Was erwarten sie von ihren Schützlingen?

Richer: Meine Philosophie ist es, dem Gegner keine Zeit und keine Räume zu geben. Wenn man uns schlagen will, müssen die Konkurrenten hart arbeiten. Unser Team wird über 60 Minuten mit hoher Intensität arbeiten.

LAOLA1: Welche Pläne verfolgen sie mit den Graz 99ers? Ist es ein längerfristiges Projekt oder nur ihr Sprungbrett als Head Coach?

Richer: Wir haben bereits einige Veränderungen getroffen. Wir haben junge Spieler ins Team geholt, die sich unbedingt verbessern wollen und hart daran arbeiten. Sie sind die Zukunft der Organisation. Wir wollen die Talente ausbilden, damit wir bald mehr Akteure aus Graz haben.

LAOLA1: Wie wollen sie diesen Cracks den Sprung zu den Profis erleichtern?

Richer: Diese Saison haben wir eine Kooperation mit Kapfenberg. In der Nationalliga sind die Jungen zwischen 18 und 24 Jahren auf einem besseren Level gefordert und können sich beweisen. Wenn sie bereit sind, werden sie in der ersten Liga spielen. Für einige Spieler wird das schneller gehen, andere benötigen mehr Zeit. Das ist eine gute Bühne für österreichische Talente, das wird der Liga helfen.

LAOLA1: Zu guter Letzt müssen sie uns bitte noch ihren Meister-Tipp verraten. Drücken sie ihrem Ex-Klub die Daumen für die Titelverteidigung oder haben sie einen anderen Favoriten?

Richer: Es ist schwer zu sagen. Die Entscheidung ist ein langer Marathon. Das Team, welches sich den letzten Sieg sichert, holt den Titel. Und Salzburg ist genauso ein Gegner, wie die anderen Vereine. Im ersten Duell wird es bestimmt ein eigenartiges Gefühl, aber wir kämpfen alle um das gleiche Ziel.

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Das Gespräch führten Christoph Köckeis und Sebastian Rauch

LAOLA1: Wie zufrieden sind sie mit der Kader-Zusammenstellung?

Richer: Ich glaube nicht, dass wir herausragende Spieler haben. Es ist eine Team-Angelegenheit, jeder Akteur hat Anteil am Erfolg. Wenn wir gewinnen, dann als Mannschaft und nicht als Individualisten. Ich bin mit den Neuzugängen zufrieden. Aber wir müssen uns weiter verbessern, um Erfolg zu haben.

LAOLA1: Obwohl sie die letzten beiden Saisonen bei Meister Salzburg arbeiteten, kennen sie nur die Wenigsten. Welche Erkenntnisse nehmen sie aus der Mozartstadt mit? Wie gestaltete sich die Arbeit mit Trainer Page?

Richer: Ich habe viele Erfahrungen von dieser Zeit mit Pierre mitgenommen und einige Dinge gelernt, die mich in der Zukunft zu einem besseren Coach machen. Auch im Umgang mit jungen Spieler sowie deren Entwicklung war es hilfreich. All das hilft mir für die Herausforderung in Graz. Ab sofort bin ich Head Coach in der ersten Liga, es ist ein neuer Job und wichtiger Schritt.

LAOLA1: Vom Liga-Krösus Salzburg zu den Graz99ers, können sie die Unterschiede verdeutlichen?

Richer: Ich habe jetzt natürlich viel mehr Aufgaben und muss mehr Zeit investieren. Wir haben einen kleineren Betreuerstab als in Salzburg. Es gibt viele Dinge zu verbessern, das wollen wir künftig auch machen.

LAOLA1: Die Vorbereitung hat ihr Team mit vier Siegen aus sieben Begegnungen beendet. Wie fällt die Bilanz aus? Welche Erwartungen haben sie an die Premieren-Saison?

Richer: Wir hatten einige gute Spiele. Ich denke, wir haben in der Pre-Season gute Arbeit geleistet. Wir haben eine gute Mischung aus jungen Talenten und Routiniers. Wir wollen uns im Mittelfeld der Tabelle festsetzen und bereit für die Playoffs sein. Unsere Anhänger sollen die Spiele genießen und wir möchten ihnen heuer eine gute Show liefern. Sie sollen den neuen Spielstil lieben.

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