"Wir müssen noch mehr als Team zusammenarbeiten"

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Beim Dornbirner Eishockey Club läuft es derzeit nicht rund.

Die Vorarlberger, nach einer starken Vorsaison mit Vorschuss-Lorbeeren gestartet, stehen nach 15 Spielen mit mickrigen sieben Punkten abgeschlagen auf Platz elf der Tabelle.

YoungStar des Monats und Nationalteam

Gründe für den schwachen Saisonstart gibt es viele, einer ist aber sicher nicht schuld am bislang dürftigen Abschneiden der Bulldogs und das ist mit David Madlener ein junger Vorarlberger.

>>>LAOLA1.tv zeigt die Partie Dornbirn gegen Innsbruck LIVE ab 19:10 Uhr<<<

Der Torhüter, der ins kalte Wasser geworfen wurde, nachdem sich Einsergolie Mike Murphy im dritten Saisonspiel eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, überzeugte in seinen ersten sieben Einsätzen mit einer Fangquote von 92 Prozent und einem Shutout.

Der erst 22-Jährige wurde aufgrund seiner starken Leistungen nicht nur zum YoungStar des Monats September gewählt, sondern erhielt von ÖEHV-Coach Dan Ratushny auch eine Einladung für das österreichische Nationalteam.

Rechtzeitig wieder fit

Dann kam allerdings das ominöse 2:10 gegen den HC Znojmo, bei dem er von seiner Verteidigung völlig im Stich gelassen wurde und acht Treffer kassierte.

Auch beim 2:7 gegen den KAC, als Madlener nach zwei Dritteln verletzt raus musste, waren ihm seine Vorderleute keine große Hilfe und so sank seine Fangquote auf unter 90 Prozent.

Nach einer Woche Verletzungspause meldet sich Madlener rechtzeitig zum West-Derby gegen den HC Innsbruck (Do., 19:10 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv) wieder fit, bei LAOLA1 erklärt er, wie er sich auf seine Einsätze vorbereitet, wie er mit Gegentreffern umgeht und verrät, warum er überhaupt Eishockey-Torwart geworden ist.

Die Punkteregel ist für David Madlener (noch) kein Thema

LAOLA1: Du sprichst deinen Torwarttrainer Peter Sidorkiewicz an, der in der NHL gespielt hat. Was kannst du von ihm lernen?

Madlener: Es ist super, mit ihm zu arbeiten. Er verfügt über viel Erfahrung und hilft mir enorm. Da er selbst auf sehr hohem Niveau gespielt hat, kann er mir auch beibringen, wie man mit solchen Situationen wie etwa in Znojmo umgeht.

LAOLA1: Du wurdest zu Saisonbeginn ins kalte Wasser geworfen, wie war das für dich?

Madlener: Ich habe ja auch in den letzten Jahren in der Inter-National-League kaum gespielt, war eigentlich immer Backup. Als ich dann in die EBEL gekommen bin, habe ich sicherlich eineinhalb bis zwei Monate gebraucht, bis ich mich an das Niveau gewöhnt habe. Es ist ein Riesenunterschied, es geht viel schneller, es war schwer sich anzupassen. Ein paar Spiele hatte ich dann ja doch letztes Jahr und als ich heuer reingekommen bin, hab ich nur gedacht: „Spiel dein Spiel, habe Spaß, die Scheibe wird irgendwann kommen und dann musst du sie eben fangen (lacht).

LAOLA1: Warum wird man überhaupt Eishockey-Torwart?

Madlener: Ich habe erst vier Jahre lang im Feld gespielt, dann haben auf einmal beide unsere Torhüter aufgehört. Ich bin dann mal spaßhalber im Training ins Tor und es hat mir gefallen. Als ich mich entscheiden musste, bin ich im Tor geblieben.

LAOLA1: Was sagst du zur Einberufung ins Nationalteam?

Madlener: Es freut mich natürlich, einmal dabei zu sein. Es wird sicher eine gute Erfahrung und ist für meine Weiterentwicklung förderlich. Mit den Trainern dort zu arbeiten, wird sicher super.

LAOLA1: Du bist aufgrund deines Alters noch nicht von der Punkteregel betroffen, denkst du trotzdem darüber nach?

Madlener: Ich blocke es noch etwas ab, aber man bekommt das natürlich mit, wenn zum Beispiel Fabian Weinhandl ohne Vertrag dasteht. Da kommt man schon ins Grübeln. Ich habe jetzt noch zwei Jahre keine Punkte, da wird man mich wahrscheinlich schon noch nehmen, was danach passiert, weiß ich nicht. Ich versuche einfach, weiter hart zu arbeiten, damit es dann einfach kein Thema für mich ist. Allgemein stehe ich der Regel aber kritisch gegenüber und ich denke, das sehen alle österreichischen Spieler so.

>>>LAOLA1.tv zeigt die Partie Dornbirn gegen Innsbruck LIVE ab 19:10 Uhr<<<

LAOLA1: Was muss sich bei euch ändern, damit es wieder aufwärts geht?

Madlener: Wir spielen eigentlich immer ein starkes erstes Drittel, dann kassieren wir ein blödes Tor und fallen auseinander. Da müssen wir besser werden und noch mehr als Team zusammenarbeiten. Das Konzept passt, wir spielen eigentlich gut mit und geben das Spiel dann aber innerhalb von wenigen Minuten aus der Hand. Wenn wir das abstellen können, habe ich keine Bedenken, dass es wieder aufwärts geht.

 

Das Gespräch führte Fabian Santner

LAOLA1: Hast du so eine Niederlage wie gegen Znojmo schon einmal erlebt?

David Madlener: Auf diesem Niveau noch nicht. In der Jugend kam das schon einmal vor, aber eigentlich auch nur, wenn man gegen Ältere gespielt hat. Dass man so auseinanderbricht wie wir in Znojmo, habe ich noch nie erlebt.

LAOLA1: Will man da als Torwart nicht einfach nur mehr raus?

Madlener: Ich persönlich versuche immer weiter zu fighten, einfach den nächsten Schuss zu halten. Man fällt sonst in ein Loch, aus dem man nicht mehr herauskommt. Es wird dann sehr schwer im Kopf, man verliert das Selbstvertrauen.

LAOLA1: Sind Torwartwechsel allgemein vorher abgesprochen? Gibst du zum Beispiel ein Signal, wenn es dir reicht?

Madlener: Das entscheidet allein der Trainer, das ist nicht vorher abgesprochen. Ich würde auch nie rauswollen, ich will immer spielen.

LAOLA1: Wie beurteilst du allgemein deine bisherigen Leistungen?

Madlener: Ich bin mit meinen Leistungen recht zufrieden, obwohl uns natürlich die Punkte fehlen. Ich hab gut reingefunden, bis auf wenige Ausnahmen ist es ganz gut gegangen.

LAOLA1: Das klingt recht bescheiden, immerhin wurdest du zum YoungStar des Monats gewählt.

Madlener: Es freut mich natürlich sehr, wenn meine Leistungen honoriert werden, speziell nach dem Znojmo-Spiel war die Auszeichnung ein Trost.

LAOLA1: Du strahlst im Tor eine ziemliche Ruhe aus, wirst du nie hektisch?

Madlener: Nicht wirklich, ich bin auch privat eher der ruhigere Typ. Auf dem Eis gibt es schon Situationen, in denen ich zumindest innerlich nicht ruhig bin, ich versuche aber, mir das nicht anmerken zu lassen. Es ist auch für meine Vorderleute besser, wenn sie merken, dass der Torwart nicht hektisch agiert.

LAOLA1: Wie machst du das? Hast du spezielle Übungen oder Vorbereitungs-Rituale?

Madlener: Ich nehme mir vor dem Spiel bereits im Bus 15 Minuten Zeit für mich. Da höre ich Musik, fokussiere mich auf das Spiel und gehe im Kopf bereits Situationen durch, die auf mich zukommen können. Dann bespreche ich mich mit dem Trainer, gehe mit ihm noch ein paar Sachen durch, etwa wie der Gegner im Powerplay spielt. Beim Aufwärmen nehme ich mir dann noch einmal zwei Minuten nur für mich und bereite mich mental vor.

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