"Die Neuen müssen auch charakterlich ins Team passen"

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Ein Mann polarisiert in der Liga wie kein Zweiter: Benoit Gratton, seines Zeichens Kapitän der Vienna Capitals, wird von Mitspielern und Fans aufgrund der Fähigkeiten auf dem Eis geliebt. 

Bei den Gegnern und deren Anhängerschaft genießt der Kanadier, der auch gerne Mal den Kopf verliert, gelinde gesagt zweifelhaften Ruhm.

Dennoch sind sich wohl alle einig, dass der Center, der in der abgelaufenen Saison 92 Scorerpunkte verbuchen konnte, einer der besten Spieler der Liga ist. In der Pre-Season hat er im Rahmen der European Trophy ein ums andere Mal bewiesen, dass er auch auf internationalem Parket seinen Mann steht.

Nun soll er im Verbund mit seinen Mitstreitern Francois Fortier und Rafael Rotter die Capitals zum Titel schießen.

Vor Beginn der Meisterschaft am Freitag hat sich LAOLA1 mit dem Exzentriker getroffen und mit ihm über die European Trophy, die neuen Spieler und die Saisonziele gesprochen.

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LAOLA1: Ihr habt viele neue Spieler. Wie schätzt du eure Neuzugänge und die Stärke des Kaders ein?

Gratton: Das war ein Aspekt, der mir im Vorfeld große Sorgen bereitet hat, denn wir haben zehn neue Spieler. Zehn neue Gesichter und dazu auch noch ein neuer Trainer. Da war die Umstellung am Anfang schon groß und wir mussten uns erstmal aneinander gewöhnen. Auch für die Neuzugänge ist es nicht einfach, denn die brauchen oft mehrere Wochen, um all die Eindrücke der Stadt und der Eishalle zu verarbeiten.

LAOLA1: Und sind die Sorgenfalten nun verschwunden?

Gratton: Bis jetzt bin ich zufrieden mit dem Resultat. Sie sind nicht nur auf dem Eis gute Typen, sondern auch in der Kabine und das ist in meinen Augen sehr wichtig. Natürlich will man in erster Linie gute Eishockeyspieler verpflichten, aber sie müssen auch charakterlich in das Team passen, um den Spirit aufrechtzuerhalten. Natürlich hoffen wir, dass wir gut spielen werden, aber es ist noch sehr früh, um Prognosen abzugeben, wo wir hin wollen. Fakt ist, dass wir jeden Tag aufs Neue das beste Team sein wollen und dann werden wir einen Schritt nach dem anderen setzen.

LAOLA1: Ihr habt vielversprechende Spieler, einen erfahrenen Trainer und eine neue Halle. Da ist man doch sicherlich positiv gestimmt?

Gratton: Man muss immer positiv sein, wenn man Sportler ist. Ich bin mir sicher, wenn du jetzt mit einem Crack in Klagenfurt, Salzburg oder Graz sprichst, würde der genau dasselbe sagen. Jeder will die Meisterschaft gewinnen, aber es gibt so viele Mannschaften, die in diesem Jahr das Zeug zum Titel haben.

LAOLA1: Was lässt dich daran zweifeln, dass ihr es nicht schaffen könnt?

Gratton: Es kommen immer wieder Dinge hinzu, die du nicht kontrollieren kannst, wie zum Beispiel Verletzungen. Man kann also nie prognostizieren, was passieren wird. Ich bin ohnehin ein Mensch, der im Sport lieber von Tag zu Tag schaut und in jedem Spiel versucht, sein Bestes zu geben und der Beste zu sein. Wenn man zu weit in die Zukunft schaut, dann kann man sich leicht verbrennen. Wenn die Leute zu viel von einem erwarten, weil man sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, dann kann das schon mal nach hinten losgehen. Ich sage nicht, dass wir die Meisterschaft nicht gewinnen wollen, denn das ist unser langfristiges Ziel. Dennoch kann dies nur gelingen, indem man Schritt für Schritt plant und sich immer auf die kommende Aufgabe konzentriert.

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Guido Friedrich, Sebastian Rauch, Christoph Köckeis

LAOLA1: Benoit, wie bist du mit der Vorbereitung und mit der Form, in welcher die Mannschaft sich präsentiert, zufrieden?

Benoit Gratton: Es war ein sehr hartes Trainingsprogramm, da wir in der European Trophy gegen sehr gute Mannschaften gespielt haben. Wir haben uns ok präsentiert und vor allem das letzte Spiel, sprich der Sieg über Helsinki, war sehr gut von uns. Es ist schwer die Mannschaften, gegen die wir angetreten sind, mit jenen aus unserer Liga zu vergleichen. Wir müssen uns um unser eigenes Spiel sorgen, denn wir haben einen neuen Coach und mussten uns erst einmal an seine neue Philosophie gewöhnen. Jetzt freuen wir uns schon sehr, wenn die Liga endlich losgeht.

LAOLA1: War die Pre-Season eventuell zu hart oder kann man das über die Saison ausgleichen?

Gratton: Wenn du dich verbessern willst, musst du immer gegen die besten Teams antreten und das haben wir in der European Trophy gemacht. Hoffentlich hat die Mannschaft daraus gelernt gegen starke Gegner zu spielen, dann bringt uns das in der heimischen Liga mit Sicherheit weiter. Die European Trophy ist definitiv eine positive Sache.

LAOLA1: Was macht diese Mannschaften so viel besser als die heimischen Teams?

Gratton: Das ist ein anderes Eishockey-Level. Das sind die besten Teams Europas. Wir wollen gegen diese Mannschaften auch in den nächsten Jahren spielen. Ihr Spielsystem ist ausgereifter, sie sind schlicht talentierter, aber wir sind von der Qualität her nicht mehr weit weg. In manchen Spielen konnten wir gut Paroli bieten und teilweise waren wir sogar das bessere Team. Wir sind eine der Top-Mannschaften in Österreich und wären wohl auch in vielen anderen Ligen vorne dabei. Wir müssen den Blick immer nach vorne richten und immer versuchen, uns zu verbessern. Zum derzeitigen Zeitpunkt liegt unser Fokus ganz klar auf der EBEL und dem Ligastart.

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