"Die Vergangenheit ist Geschichte"

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Neue Saison – neues Glück. Und das mit neuem Trainer.

Der VSV baute nach dem Seuchenjahr 2011/2012 nicht nur die Mannschaft gehörig um (HIER gehts zur Saisonvorschau), mit Hannu Järvenpää steht auch ein neuer Coach an der Bande.

Die Erwartungshaltung ist hoch, denn während man in Villach die Postseason verpasste, führte der Finne den Underdog Olimpija Ljubljana völlig unerwartet in die Playoffs, wo man sich erst im Halbfinale dem späteren Meister aus Linz geschlagen geben musste.

Grund genug für die Verantwortlichen beim VSV den Finnen nach Österreich zu lotsen. Aber nicht nur der 49-Jährige Coach schloss sich den Kärntnern an. Järvenpää nahm gleich fünf seiner Schützlinge aus Ljubljana mit zu den "Adlern".

Im Gespräch mit LAOLA1 bestreitet der Eishockey-Fachmann, der als Spieler 73 Mal in der NHL seinen Mann stand, zwar, dass er irgendetwas mit den Transfers zu tun hat, gibt aber immerhin zu „froh zu sein, die Cracks in Villach zu haben.“ Weiters erklärt Järvenpää was man aus der Vergangenheit lernen kann, und warum er nicht glaubt, dass die Fans mit der Transferpolitik des Vereins unzufrieden sein könnten.

LAOAL1: Wie sind Ihre ersten Eindrücke von der Stadt Villach?

Järvenpää: Es ist zwar nicht genau wie im Himmel, aber es ist ziemlich nahe dran. Es ist großartig, hier zu sein, ich genieße meine Zeit in Villach.

LAOAL1: Es wurden einige der besten Spieler von Ljubljana verpflichtet, haben Sie die Cracks mitgenommen oder war es deren Entscheidung nach Villach zu kommen?

Järvenpää: Wir leben in einer freien Welt, und am Ende des Tages bin ich nur der Trainer. Die Spieler sind große Jungs. Sie haben Frauen, Freundinnen, Familien, Agenten, die sicher in die Entscheidungsfindung einfließen. Die wissen schon, an was sie alles denken müssen, ich bin wie gesagt nur der Coach. Aber natürlich muss ich zugeben, dass ich froh bin, all diese Spieler hier in Villach zu haben.

Unter Järvenpää soll es wieder in die Playoffs gehen

LAOAL1: Verstehen Sie das nicht auch als eine Art Kompliment beziehungsweise fühlen sie sich nicht geschmeichelt, dass die Spieler ihnen gefolgt sind?

Järvenpää: Ich weiß nicht, warum die Spieler mir gefolgt sind. Ich bin gar kein gutaussehender Kerl, eigentlich bin ich ziemlich hässlich (lacht). Nein, ernsthaft. Es ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn die Spieler eine weitere Saison mit dir als Coach verbringen wollen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Kader 20 Spieler umfasst. Es sind ja auch einige Österreicher im Kader, und einige junge Cracks. Ich versuche diesen Spielern in ihrer Entwicklung zu helfen, damit in Zukunft in Villach noch mehr Eigengewächse auf dem Eis stehen.

LAOAL1: Sie sprechen die Mischung aus Legionären, Österreichern und jungen Talenten an. Wie gut ist die Mannschaft bereits eingespielt?

Järvenpää: So weit, so gut. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, aber wir sind ja auch nicht die einzige Mannschaft in dieser Situation. Die Cracks lernen sich immer besser kennen, bis jetzt bin ich zufrieden. Die Spieler kommen auch gut untereinander aus und das ist wichtig, denn wenn die Saison startet und man durch Höhen und Tiefen geht, braucht man einen guten Teamspirit, um Spiele zu gewinnen.

LAOAL1: Was denken Sie, waren die Gründe für das schlechte Abschneiden der Villacher in der vergangenen Saison?

Järvenpää: Was in der Vergangenheit passiert ist, ist Geschichte. So sehe ich das zumindest. Aber natürlich muss man sich vor Augen halten, was letztes Jahr los war. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man dadurch bescheiden bleibt. Auch die Spieler realisieren dadurch, dass sie noch härter als letztes Jahr arbeiten müssen. Ich habe den VSV in der vergangenen Saison natürlich verfolgt und sie haben wirklich hart gearbeitet. Aus welchen Gründen auch immer hat es nicht gereicht. Jetzt ist eine neue Saison und ich bin momentan wirklich zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen werden.

LAOAL1: Was sind die Saisonziele?

Järvenpää: Kurz gesagt: Unser Plan ist es, das nächste Spiel zu gewinnen. Wenn Sie mir nach dem ersten Spiel dieselbe Frage noch einmal stellen, werden ich ihnen wieder dieselbe Antwort geben. Das große Saisonziel ist natürlich das Erreichen der Playoffs. Ich verschwende keinen Gedanken daran, was danach kommt. Wir haben ein hartes Programm vor uns, aber soviel ich weiß, sind wir da nicht einzigen. Jedes Team will in die Playoffs. Aber ich habe Vertrauen in meine Mannschaft und denke, dass wir es schaffen werden.

LAOAL1: Der VSV ist ein Traditionsklub, neben den Spielen gegen den KAC gelten auch die Spiele gegen Ljubljana als heiß umkämpfte Derbys. Denken Sie nicht, dass die Fans etwas aufgebracht sind, dass so viele Spieler von Ljubljana jetzt im blauen Dress spielen?

Järvenpää: Was ich mitbekommen habe, sind die Fans glücklich mit den Neuzugängen, es sind ja auch Top-Spieler. Wir betreiben hier professionellen Sport und wollen den Zuschauern das bestmögliche Eishockey bieten. Die neuen Spieler werden das Beste für die Mannschaft geben und solange sie sich ordentlich reinhängen und das eine oder andere Tor erzielen, werden die Fans, sehr glücklich mit ihnen sein.

LAOAL1: Zum Abschluss noch ein paar Worte zu John Hughes, wie weit kann er sich noch entwickeln?

Järvenpää: John ist jung und entwickelt seine vollen Fähigkeiten noch. Er ist schon ein guter Spieler, aber er kann sicher noch besser werden. Wenn er weiter im Training alles gibt und auch abseits vom Eis seine professionelle Einstellung beibehält, sind ihm nach oben keine Grenzen gesetzt. Wir könnten viel über John reden, aber letzten Endes sind wir immer noch eine Mannschaft. Auch wenn wir zwei John Hughes im Team hätten, würde das nicht bedeuten, dass wir automatisch gewinnen. Es benötigt den Einsatz von allen 20 Spielern, um Spiele zu gewinnen.

Gerfried Nagel/Fabian Santner

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