"Würde gerne nach Wien kommen“

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Köln, Schweden oder Brüder-Vereinigung in Wien?

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Die Rückkehr des verlorenen Sohnes scheint bevorzustehen.

Die Vienna Capitals, die nach unzufriedenstellenden Leistungen den Vertrag mit Verteidiger Ross Lupaschuk am Mittwoch auflösen werden, brauchen einen neuen Abwehr-Crack.

Und das soll Andre Lakos sein.

Ausgerechnet jener Mann, dem Caps-Boss Hans Schmid etwas nicht verziehen hatte: Den Vorfall von 2004. Die Hauptstädter ließen den Wiener damals in die USA ziehen, verbunden mit folgender mündlicher Vereinbarung: Sollte es mit der NHL nicht klappen, käme der 2,01-Meter-Defender nach Wien zurück.

Lakos ging nach Salzburg.

„Man muss auch Dinge vergessen können. Im Interesse der Fans würde ich kein Veto einlegen“, erklärte Schmid in der „Krone“.

Noch am Mittwoch könnte diesbezüglich etwas passieren. Dass der 111-fache ÖEHV-Teamspieler den in die Quali-Runde abgesackten Wienern helfen kann, steht wohl außer Frage.

 „Das denke ich auch“, lacht der 32-Jährige. Wie die ganze Situation in Köln aussieht, was für einen Wechsel passieren muss, welche Angebote es noch gibt - LAOLA1 hat Lakos Mittwochvormittag in Köln erreicht.

LAOLA1: Wie schaut deine Vertragssituation bei den Kölner Haien aus?

Andre Lakos: Der Vertrag ist noch nicht aufgelöst. Ich habe eine Option, dass ich woanders hingehe. Diese läuft bis 31. Jänner, bis dahin müsste ich wechseln. Aber es gibt hinsichtlich des Kontrakts noch einiges zu klären. Es ist erst am Dienstag ins Rollen gekommen, mein Agent macht das alles mit Köln. Viel Genaueres weiß ich auch noch nicht, es wird mit den Haien verhandelt.

LAOLA1: Es riecht allerdings sehr nach Wechsel.

Lakos: Mein erster Schritt ist, dass alles mit Köln geklärt wird. Ich habe schon einige Angebote, auch aus dem Ausland. In Wien führen wir auch Gespräche. Tendenziell sieht es so aus, als würde ich wechseln, aber zu 100 Prozent ist nichts fix. Ich würde natürlich auch nicht zu jedem Preis wechseln. Ich habe einen gültigen Vertrag, habe zwar auch gute Angebote, aber ein möglicher neuer Kontrakt sollte nicht dramatische Unterschiede aufweisen.

LAOLA1: Woher kommt das Interesse aus dem Ausland?

Lakos: Ich habe Angebote aus Schweden, in Österreich wird natürlich auch geredet.

LAOLA1: Gibt es hierzulande nur Gespräche mit den Caps oder auch mit anderen Vereinen?

Lakos: Im Moment reden wir nur mit den Caps.

LAOLA1: Was würde dir eher zusagen, noch eine Auslandsstation oder die Rückkehr?

Lakos: Ich würde gerne nach Wien zurückkehren. Ich bin Wiener, meine Frau ist aus Wien, meine ganze Familie ist dort und mein Bruder (Philippe, Anm.) spielt sogar bei den Caps. Es wäre sicher eine schöne Sache und ich habe auch schon früher gesagt, dass ich gerne wieder in Wien spielen würde. Aber wie gesagt: Nicht um jeden Preis.

LAOLA1: Der Vorfall von 2004 scheint für Capitals-Präsident Hans Schmid vergessen.

Lakos: Das habe ich schon längst und das sollten wohl alle tun. Ich bin kein Mensch, der jahrelang etwas mit sich herumschleppt. Das ist jetzt sieben Jahre her. Ich würde mich einfach freuen, in Wien vor dieser tollen Kulisse spielen zu dürfen. Wenn es klappt, dann klappt es, wenn nicht, dann kann man auch nichts machen.

LAOLA1: Bist du über die bescheidene Rolle der Caps in der bisherigen Meisterschaft überrascht?

Lakos: Ich habe am Anfang der Saison mit etlichen Leuten gesprochen und mir schon gedacht, dass die Caps zumindest in den Top 3 mitspielen werden. Ich bin natürlich schwer überrascht, aber man sieht einfach: Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Wenn ein bisschen etwas in der Mannschaft nicht passt, dann kann man auch die besten Spieler haben und es läuft dennoch nicht rund.

LAOLA1: Nach Salzburg gibt es definitiv keine Rückkehr?

Lakos: Dieser Lebensabschnitt ist mit der letzten Saison abgeschlossen worden.

LAOLA1: Warum hat es mit den Kölner Haien bislang noch nicht so geklappt, wie du dir das vorgestellt hast?

Lakos: Sie sind mit meinen Leistungen nicht unzufrieden, das haben sie mir auch ausdrücklich gesagt. Sie haben aber jetzt einen puren Offensiv-Verteidiger geholt, von dem sie der Meinung sind, dass er der Mannschaft ein bisschen mehr helfen könne. Sie wollen in Zukunft auf junge Spieler aufbauen. Mich hat es aber schon getroffen, weil meine Leistungen defensiv eigentlich sehr in Ordnung waren und offensiv ist eben nicht so viel gelaufen. Wir hatten generell Probleme, Tore zu schießen. Und vielleicht denken sie sich jetzt, dass mit dem neuen Spieler etwas mehr geht.

LAOLA1: Würdest du mit Wehmut gehen?

Lakos: Eishockey ist ein Business so wie jedes andere. Es ist hier in Köln sicherlich sehr schön zu spielen. Aber wenn es nicht mehr sein will, dann ist es so. Dann akzeptiere ich das und trauere nicht darum.

 

Das Gespräch führte Bernhard Kastler

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