Ring frei zum Topspiel der Runde

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Es ist das bestimmende Topspiel der letzten Jahre.

Wenn RB Salzburg und der KAC am Sonntag die Klingen kreuzen (17:45 Uhr, LIVE auf Servus TV), lässt das keinen Eishockey-Fan in Österreich kalt.

Denn die beiden zählen nicht nur dieses Jahr zu den EBEL-Favoriten, sie dominieren die Liga seit einer Dekade.

Pure Dominanz

Seit der Saison 2003/2004 stand immer mindestens einer der beiden im Finale, zweimal (2009, 2011) traf man sich sogar im Endspiel. 2009 triumphierte der KAC in sieben Spielen, 2011 die "Bullen" in ebenso vielen.

Nur dreimal (2005 Capitals, 2006 VSV, 2012 Linz) wurde in diesen zehn Jahren eine Mannschaft Meister, die nicht aus Klagenfurt oder Salzburg kommt.

Zusätzlich lachten fünf Mal entweder die „Rotjacken“ oder die „Bullen“ am Ende des Grunddurchgangs von der Tabellenspitze.

>>>Alle Spiele der sechsten Runde im LIVE-Ticker, So., ab 17:30 Uhr<<<

Jetzt erst recht

Auch in der vergangenen Spielzeit – als die Dominanz der zwei durch die starke Saison der Black Wings etwas gebrochen schien – schaffte es mit dem KAC zumindest einer der beiden ins Finale.

Die dortige Niederlage tat allerdings besonders weh, war es doch das zweite Endspiel in Folge, das nicht gewonnen werden konnte. Umso mehr will der Rekordmeister in dieser Saison endlich die 30. Meisterschaft feiern.

„Es war hart, wieder in die Gänge zu kommen. Ein großer Teil des Sommers ging dafür drauf, mental wieder auf der Höhe zu sein, wieder Frische zu tanken und hungrig auf den Erfolg zu werden. Nur dann kannst du wieder voll motiviert aufs Eis zurückkehren“, erklärt Tyler Spurgeon die Strapazen, die die Final-Niederlage mit sich brachte.

Das liebe Geld

Natürlich spielen die finanziellen Mittel eine gewichtige Rolle für die Ausnahmestellung der zwei Klubs. Salzburg und der KAC verfügen schließlich über ein Budget, von dem andere EBEL-Teams nur träumen können.

Aber auch die Vienna Capitals oder der Villacher SV nagen nicht am Hungertuch. Sie sind auch immer wieder für eine Überraschung gut, schaffen es aber nicht, konstant so gute Leistungen wie die „Rotjacken“ und die „Bullen“ abzuliefern.

Die „Winner-Mentalität“ scheint in Klagenfurt und der Mozartstadt besonders verankert zu sein. „Hier steht das Gewinnen an erster Stelle“, weiß auch Salzburg-Co-Trainer George Kingston.

„Mia san Mia“- Einstellung

Ein ähnliches Selbstverständnis herrscht auch beim KAC vor.  „Wir spielen in Klagenfurt, und da gibt es nur ein Ziel: Wir wollen den Meistertitel holen”, gab sich der sportliche Leiter Manny Viveiros schon vor dem Saisonstart selbstbewusst.

Das mag zwar für kleinere Vereine und vor allem für deren Fans arrogant klingen, ist aber eine bewährte Methode, um den eigenen Cracks eine gehörige Protion Selbstvertrauen einzuimpfen. Die großen Fußball-Klubs – wie etwa der FC Bayern München – machen das nicht anders und fahren damit mehr als gut.

Es ist also nicht nur eine Frage des Geldes. Der öffentliche Auftritt des Vereins, der Ruf eines Titelhamsters, zieht eben auch die besten Akteure an. Ein Spieler, der zum KAC oder zu Salzburg wechselt, tut das, um die Meisterschaft zu gewinnen.

VIDEO: Die KAC-Spieler bei den Highland-Games

Jahr Meister Finalgegner Ergebnis Sieger Grunddurchgang
2004 KAC VSV 3:2 KAC
2005 Capitals KAC 4:3 Capitals
2006 VSV Salzburg 4:2 Salzburg
2007 Salzburg VSV 4:1 Salzburg
2008 Salzburg Ljubljana 4:2 Linz
2009 KAC Salzburg 4:3 KAC
2010 Salzburg Linz 4:2 Graz
2011 Salzburg KAC 4:3 KAC
2012 Linz KAC 4:1 Linz

Der KAC bejubelt den letzten Auswärtssieg

Festung Salzburg

Nun treffen die langjährigen Dominatoren der Liga erstmals in dieser Saison aufeinander. In der letzten Spielzeit hatte zumeist die Heimmannschaft das bessere Ende für sich. Dreimal versuchte der KAC 2011/2012 die Salzburger in Grunddurchgang und Qualifikationsrunde im „Bullenstall“ zu bändigen. Dreimal hatte man das Nachsehen.

In den Playoffs drehten die Kärntner den Spieß dann doch einmal um und gingen mit 2:1 als Sieger vom Eis. Der Anfang vom Ende für die Titel-Ambitionen Salzburgs. Der anschließende Heimsieg des KAC (das Video) bedeutete nämlich das Viertelfinal-Aus für die höher eingeschätzten Mozartstädter.

„Mit Erinnerungen kann man sich keine Punkte kaufen, das ist schon Geschichte“, schränkt KAC-Coach Christian Weber jedoch ein.

Eine Revanche, die keine ist

Und er hat absolut Recht, steht dem KAC doch eine ganz andere Mannschaft als vergangene Saison gegenüber. Ganze 16 neue Profis verpflichteten die Salzburger in der Offseason.

Durch den stark umgekrempelten Kader der „Bullen“ kann man kaum von einer Revanche sprechen, wenn der österreichische Rekordmeister am Sonntag wieder in der Eisarena Salzburg gastiert.

Dies muss allerdings kein Nachteil sein, wie die Ergebnisse gegen Innsbruck (9:0) und Fehervar (9:2) zeigten. Salzburg befindet sich momentan in Top-Form, die Tormaschine ist angelaufen.

Die Niederlage von Freitag gegen Graz kann getrost als Ausrutscher gewertet werden, immerhin nahm man das Tor von Frederic Cloutier 33 Mal unter Beschuss. Einzig das Glück im Abschluss fehlte.

Lundmark das Ass im Ärmel?

Ganz anders sieht die Kaderpolitik bei den Klagenfurtern aus. Beim KAC wird seit Jahren auf Beständigkeit gesetzt. Auch diese Saison wurde die Mannschaft nur geringfügig verändert und gezielt verstärkt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten (0:5 in Znojmo) kam der KAC immer besser in Fahrt. Vor allem Neuzugang Jamie Lundmark wusste zu gefallen. Mit zwei Toren und vier Vorlagen in fünf Spielen liegt er in der teaminternen Scorerwertung hinter John Lammers (acht Punkte) auf Platz zwei.

Der Rekordmeister und der vierfache Meister der letzten sechs Jahre sind also bereit.

Es ist alles angerichtet für ein absolutes Spitzenspiel.

 

Fabian Santner

EBEL LIVE: Freitag, 28.9., ab 19:10 Uhr: BW Linz vs. Red Bull Salzburg

LAOLA1.tv LIVE: DEL Kölner Haie vs. Düsseldorfer EG ab 19:25 Uhr

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