Ein Spektakel der Extra-Klasse

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Es ist angerichtet.

Noch keine drei Spiele sind in der Erste Bank Eishockey Liga absolviert, da steht schon das erste große Highlight der Saison auf dem Programm.

Medvescak Zagreb wird am Freitag und Sonntag seine Heimspiele in Pula austragen. Dies an sich, wäre ja noch keine große Geschichte, der Spielort ist jedoch ein ganz besonderer.

Gladiatoren und Eishockeyspieler

So dient das Amphitheater als Austragungsort für diese zwei Spiele.

„Das ist eine absolut spektakuläre Idee und zeigt wie innovativ die Vereine arbeiten. Wo vor 2000 Jahren Gladiatoren kämpften, wird mit immensem technischem Aufwand eine moderne Eisfläche ins antike Amphitheater gebaut. Logisch, dass mit so einer Aktion neue Fans angesprochen werden und am Ende das Eishockey und die EBEL profitieren werden“, freut sich EBEL-Geschäftsführer Christian Feichtinger über das Event.

In der Tat erweckt das Projekt der „Bären“ weit über Europa hinaus seine Aufmerksamkeit. Täglich gehen Anfragen ein, Journalisten aus aller Welt wollen sich über das einmalige Event informieren.

„Natürlich ist es eine schöne Sache, dass die Leute in Nordamerika eifersüchtig sind, wenn sie sehen, was wir hier tun. Viele Menschen, verstreut über den gesamten Globus, rufen an und erkundigen sich nach dem Projekt. Das sagt bereits alles“, ist auch Zagreb-Coach Marty Raymond begeistert.

Swette bei den Salata-Games im letzten Jahr

Großartige Marketingabteilung

Der „Bären-Dompteur“ hat jedoch mit der Verlegung der beiden Spiele nach Pula nichts zu tun. Diese Ideen werden ohne die sportliche Führung geboren und dann in Absprache mit jener umgesetzt. So entstand auch das Ice-Fever in der Zagreb Arena vor 15.000 Zuschauern oder die SALATA-Games, die dem NHL-Winter-Classic angelehnten Freiluftspiele.

„Ich bin sehr froh ein Teil davon zu sein. Die Marketingabteilung in Zagreb ist sensationell. Die Idee hinter den Pula-Games ist überragend und auch die Spiele im Rahmen des Ice-Fevers in der Zagreb Arena suchen ihresgleichen in der Liga. Das ist es, was wir brauchen, damit man auf uns aufmerksam wird. Wichtig ist, einfach ein paar Dinge anders zu machen und mit immer neuen Ideen aufzuwarten“, so der US-Amerikaner, der mit den Kroaten in seine zweite Saison als Head Coach geht.

Probleme mit dem Eis

Ein Spektakel ist somit garantiert, sollte die Aufbereitung der Eisfläche nach den Vorstellungen der Veranstalter funktionieren. Das derzeitige Hoch über Kroatien und die teilweise vorherrschenden 26 Grad unter der Woche, machten die Installation einer bespielbaren Eisfläche nicht leicht.

„Der Co-Trainer von Zagreb hat mir gesagt, dass wir nicht damit rechnen, sondern froh sein sollen, wenn das Eis am Abend gut ist“, sagt Capitals Coach Tommy Samuelsson auf die Frage, ob sich vor dem Spiel noch ein Training im Amphitheater ausgehen würde.

Die Wiener sind am Sonntag Gegner der „Bären“ aus Zagreb, bereits am Freitag treffen die Mannen aus der Hauptstadt Kroatiens auf Olimpija Ljubljana.

„Es ist eine große Sache und toll für unser Produkt. Für Spieler und Trainer ist es ein Event, den es nur einmal im Leben geben wird“, weist Raymond auf die sich aufkommende Vorfreude hin.

Nachahmer erwünscht

Trotz all des positiven Feedbacks die „Pula-Games“ betreffend, gibt es auch kritische Stimmen, die die Absicht hinter dem Projekt hinterfragen.

Schon seit längerem halten sich die hartnäckigen Gerüchte, Medvescak Zagreb würde diese Events organisieren, um Werbung in eigener Sache für die KHL zu betreiben. Den Kroaten wird nachgesagt mit einem Wechsel in die größte Liga Europas zu liebäugeln.

„Vielleicht spielt das im Kopf der Verantwortlichen eine Rolle, ich beschäftige mich nicht damit. Meiner Meinung nach sind wir in der Liga sehr gut aufgehoben. Die KHL ist sehr gut und ich höre viele Gerüchte über eine Teilnahme Zagrebs, aber um ehrlich zu sein, denke ich, es ist gut für uns, Teil der EBEL zu sein“, äußert sich Raymond.

Aus welchem Hintergrund auch immer, die Initiativen Zagrebs tun dem Ansehen der Liga und dem Sport an sich gut. Die Spiele in Pula bedeuten einen Meilenstein in der noch jungen Geschichte der Erste Bank Eishockey Liga und lässt auf Trittbrettfahrer und Nachmacher in Österreich hoffen.

Sebastian Rauch

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