"Eine Sternstunde für das Grazer Eishockey"

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Zahlreiche Journalisten, unzählige Blitzlichter und enges Gedränge – so stellt man sich die Ankunft eines echten Superstars vor.

„Eigentlich habe ich diesen Rummel ja nicht so gerne“,  drückte sich Thomas Vanek bei seiner Präsentation in Graz ein etwas gequältes Lächeln hervor.

Dabei ist die Stürmer-Ikone  von den Buffalo Sabres normalerweise ganz andere Menschen-Ansammlungen gewohnt.

Durch den aktuellen Lockout in der NHL wird Vanek zumindest bis zum 4. November in das Leibchen der 99ers schlüpfen.

„Er hat ein Herz für seine Heimat“

 „Davon hätte ich wirklich nicht zu träumen gewagt“, war Graz-Präsident Jochen Pildner-Steinburg über seine Sensations-Verpflichtung froh. „Das ist eine Sternstunde für das gesamte Grazer Eishockey. Es zeigt, dass er ein Herz für seine Heimat hat.“

Die Verbundenheit zu seinem Stammverein war für Vanek , der auch Angebote aus Russland und der Schweiz hatte, entscheidend.

Vorbild für die Jungen

„Seitdem ich weggegangen bin, verfolge ich die Grazer aus dem Internet“, erklärte der 28-jährige Steirer, der dem heimischen Eishockey wieder „einen Schub“ geben möchte.

„Ich will den Jungen etwas zeigen. Wenn sie eine Frage haben, bin ich ganz offen“, ist sich Vanek seiner Vorbildwirkung bewusst.

„Ich hoffe, dass die Medien weiter gut schreiben und die Fans in die Stadien kommen. Dann werden auch viele Kinder mit Eishockey anfangen. Ich bin in jungen Jahren weggegangen und dadurch habe ich – glaube ich - vielen Kindern gezeigt, was alles möglich ist.“

Vanek zeigt Respekt vor der EBEL

Der gefeierte NHL-Star zeigt vor der EBEL aber durchaus Respekt. „Die Liga ist sehr stark und in den letzten Jahren immer besser geworden. Die Leute erwarten jetzt sieben oder acht Tore von mir in jedem Spiel. Das ist aber nicht logisch.“

Zudem haben sich Innsbruck mit Andreas Nödl und der Villacher SV mit Michael Grabner ebenfalls mit rot-weiß-roten Stars aus Übersee verstärkt.

„Wir haben uns aber nicht untereinander abgesprochen. Ich dachte, dass der Nödl woanders hingeht. Für Innsbruck ist es aber sicher gut.“

Mutters Essen ist das Beste

Seine Ehefrau und seine drei Kinder hat Vanek zuhause in Buffalo gelassen. Er wird in den nächsten Wochen bei seinen Eltern wohnen und sich von seiner Mutter bekochen lassen.

 „Das Essen ist immer das Beste, wenn ich heimkomme“, verriet er einen weiteren Grund, warum er sich für die Graz 99ers entschieden hat.

Über die überraschende Entwicklung in den letzten Tagen musste der millionenschwere Superstar aber selbst schmunzeln: „Ich bin 28 Jahre alt, habe drei Kinder, verdiene mein eigenes Geld – und jetzt wohne ich wieder in meinem Kinderzimmer.“

Streikdauer noch nicht absehbar

Die heimischen Eishockey-Fans dürfen übrigens durchaus noch Hoffnung schöpfen, ihr großes Idol live sehen zu können. Die nächsten Heimpartien der Graz 99ers sind zwar bereits auverkauft, jeweils 300 Eintrittskarten werden aber über die Abendkassa ausgegeben.

Außerdem würde Vanek bei einer Verlängerung des Lockouts höchstwahrscheinlich länger in der EBEL zu sehen sein. Laut Sponsor Herbert Jerich junior, der für die geforderten Versichungsprämien  aufkommt, wäre die gesamte Saison gesichert.

Diesen „Worst-Case“ schließt Vanek aber aus: „Es kann sicherlich noch länger dauern, aber ich glaube schon, dass es irgendwann wieder losgeht.“

Für die heimischen Eishockey-Fans dürfte der Streik sicherlich gerne noch etwas länger dauern.

Christian Frühwald

 

LIVE: LAOLA1.tv zeigt am Freitag (19:10 Uhr) das Vanek-Debüt bei Graz gegen Zagreb.

Ab 23:15 Uhr gibt es alle Highlights in der "Servus Hockey Night". Am Sonntag zeigt ServusTV das Duell Vanek vs. Nödl (Graz gegen Innsbruck).

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