Thomas Raffl: „Es ist noch viel Luft nach oben“

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Thomas Raffl arbeitet an seinem Comeback. Er hat Zeit, sich über die Situation bei seinem Klub Red Bull Salzburg Gedanken zu machen und auf eine lange Saison vorauszublicken.

Bei LAOLA1 nimmt der Villacher neben der Situation bei den "Eis-Bullen" auch zur Vorbereitung des Nationalteams, die Olympia-Qualifikation und die A-WM-Stellung.

Ein Moment der Unachtsamkeit beim Turnier in Ljubljana beschert Raffl eine längere Pause. Er wird im Spiel gegen Gastgeber Slowenien gecheckt, verletzt sich an der Schulter und fällt voraussichtlich noch bis Weihnachten aus.

Der 28-Jährige wird nachdenklich wenn er über die aktuelle Situation bei seinem Verein RB Salzburg spricht. Der Liga-Krösus rangiert nach 21 Partien auf dem neunten Tabellenrang und ist nach derzeitigem Stand nicht direkt für die Playoffs qualifiziert.

„Die Stimmung passt“

"Es wurden viele Spiele hergeschenkt und wir bekamen unglückliche Gegentore. Das muss sich ändern", weiß Salzburgs-Nummer 5. "Wir wissen, dass wir viel mehr drauf haben."

Auch dass die kurzfristigen NHL-Lockout-Imports Tobias Enström und David Clarkson wegen Unstimmigkeiten mit Trainer Pierre Page fluchtartig die Mozartstadt verließen, ändert nichts daran, "dass die Stimmung in der Mannschaft passt".

Obwohl Salzburg in der heurigen Saison einen Gegentorschnitt von 3,1 Treffern pro Spiel aufweist, ist der Verteidiger zuversichtlich, dass die Mannschaft auch ohne ihn aus der Misere findet. "Wir brauchen nur ein paar Erfolgserlebnisse, dann kommt das Selbstvertrauen zurück.

"Wir lernen aus unseren Fehlern"

EBEL wird schwedisch

Begeistert ist der Kärntner über den neuen Modus in der Zwischenrunde. Dass sich die ersten drei Teams nach der Teilung der Liga ihre Playoff-Gegner aussuchen dürfen, ist "für die Fans und für die Klubs sehr interessant. Außerdem bringt es einen neuen Wind in die Liga und Farce-Spiele wie letzte Saison gegen Olimpija Ljubljana (Anm.: Ljubljana verlor das Shootout mit Absicht) sind mit diesem Modus Geschichte."

"Und vor allem wenn es in Schweden funktioniert, warum sollte es nicht in der EBEL funktionieren?", fragt sich der Hobby-Philosoph.

Sollte nichts Unerwartetes dazwischen kommen, ist Raffl Ende Jänner wieder in Bestform und kämpft mit seiner Mannschaft um die Playoff-Plätze. Der stürmende Verteidiger ist letztendlich überzeugt, dass sich die "Roten Bullen" wieder fangen und den Pokal an die Salzach holen: "Denn wir halten als Team zusammen und lernen aus unseren jetzigen Fehlern."

Team noch lange nicht am Zenit

Ungeachtet seiner schweren Verletzung hält der Ex-Schweden-Legionär nichts davon, Trübsal zu blasen.

So resümiert Thomas Raffl auch den Auftritt des ÖEHV-Teams in Ljubljana positiv und erklärt: "Wir haben teilweise sehr gutes Eishockey gespielt, aber wir wissen, dass wir uns für die Olympia-Qualifikation im Februar und für die A-WM in Helsinki und Stockholm steigern müssen."

Trotz des dritten Platzes beim Test-Turnier in Slowenien ist der Stürmer für das anstehende Hammer-Jahr zuversichtlich: "Am Leistungszenit sind wir noch lange nicht. Es ist viel Luft nach oben."

Sudern hat noch nie geholfen

In der Olympia-Qualifikation im Februar trifft die heimische Auswahl auf Gastgeber Deutschland, Italien und die Niederlande. Nur der Sieger ist für die Winterspiele 2014 in Sotschi, Russland, qualifiziert.

Die Auslosung könnte im letzten Spiel einen richtigen Showdown zwischen Österreich und Deutschland bringen. Doch Raffl will von diesem Endspiel noch nichts wissen und richtet den Fokus von Spiel zu Spiel. "Wenn wir uns nur auf Deutschland konzentrieren, verlieren wir zuvor gegen die anderen Nationen."

Dass der "Eis-Bulle" im Nationalteam im Sturm und bei seinem Klub in der Verteidigung spielt, ist für ihn kein Problem. "Ich spiele, was mir aufgetragen wird und das mache ich zu hundert Prozent. Daher denke ich nicht über Sachen nach, die ich nicht ändern kann."

Alexander Planasch

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