Einige Leistungsträger fehlen im Spitzenspiel

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Wir schreiben den 9. September 2011 in Klagenfurt. Der KAC fertigt den amtierenden Champion Salzburg zum Saisonauftakt mit 6:2 ab. Ein großes Ausrufezeichen und eine Kampfansage der Rotjacken in Richtung des letztjährigen Finalsiegers.

Der Rekordmeister feiert aber nach dem Spiel nicht nur den Kantersieg über den großen Rivalen aus der Vorsaison, sondern auch das kongeniale Sturmduo Tyler Spurgeon und Tyler Scofield.

Die beiden Kanadier zeichnen für drei der sechs Tore verantwortlich und avancieren so zu den Matchwinnern der Partie. Während Letzterer doppelt trifft und jeweils die Vorarbeit von Spurgeon kommt, trägt sich dieser nach Zuspiel von Scofield ebenfalls in die Schützenliste ein.

Hiobsbotschaft für den KAC

In den folgenden Spielen sollten T’N’T an die Leistungen aus der Auftaktpartie anknüpfen und gemeinsam 18 Punkte sammeln. Doch nun wurde der Erfolgslauf der beiden jäh gestoppt.

Spurgeon wird aller Voraussicht in dieser Saison kein Spiel mehr für die Rotjacken bestreiten können. Am 4. Oktober zog sich der 25-Jährige im Training eine Schulterverletzung zu. Nach einem missglückten Bremsmanöver kracht er gegen die Bande und bleibt verletzt liegen. Der Kanadier muss das Training abbrechen und ein MRT bestätigte daraufhin die schlimmsten Vermutungen.

So wird ein Schulterriss diagnostiziert, eine Operation somit unumgänglich, was gleichbedeutend mit dem Saison-Aus ist. Für Spurgeon natürlich eine Hiobsbotschaft, die aber nicht die erste dieser Art in seiner noch relativ jungen Karriere ist.

Im Sommer 2005 musste sich der Angreifer schon einmal einer Schulter-OP unterziehen und in der Saison 2007/08 absolvierte er gerade mal zwölf Spiele, bis ihn erneut die gleiche Verletzung mit nachstehender OP für die gesamte Spielzeit außer Gefacht setzt. Nun hat Spurgeon zum dritten Mal binnen fünf Jahren eine ähnliche Verletzung und Mediziner fürchten bleibende Schäden. Eine Einschränkung in der Beweglichkeit ist bei Schulter-Eingriffen immer ein gegebenes Risiko.

Welser verletzt sich

Am Sonntag gegen Salzburg (ab 17:30 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker und bei ServusTV) muss man aber noch ohne die nötige Verstärkung auskommen. Ein Umstand, der dem amtierenden Champion natürlich in die Karten spielt.

Doch auch in den Reihen der Mozartstädter ist nicht alles eitle Wonne. Nachdem sich Kapitän Matthias Trattnig in der letzten Woche wieder zurückmeldete, muss Pierre Page nun Daniel Welser vorgeben. Der Verteidiger bekommt im Spiel gegen Zagreb einen Schuss an den Fuß und kann nicht weitermachen. Die Hoffnungen, dass es sich um eine schwere Prellung handelt, werden rasch zerschlagen. Der Nationalspieler erleidet einen Mittelfußbruch und muss mindestens fünf Wochen aussetzen.  

Neben Welser sind mit Steven Regier (verletzt) und Erik Reitz (verletzt) zwei weitere Verteidiger außer Gefecht. Immerhin meldet sich in Person von Ryan Kavanagh ein Defensivspieler für das Duell mit dem KAC wieder zurück.

Heimstarke Salzburger

Während die Kärntner am Freitag noch gegen Jesenice ran mussten, hat der Meister in der elften Runde der EBEL spielfrei. Ein Punkt, der gerade bei den vielen Verletzten, die der KAC zu beklagen hat, den Unterschied machen kann. Die Page-Truppe wird definitiv ausgeruhter in die Partie gehen, zumal Trattnig und Co. auch noch zu Hause spielen und somit die Anreise wegfällt.

Außerdem ist man zu Hause in dieser Spielzeit noch ungeschlagen. Bisher sind es die Auswärtsspiele, in welchen die Bullen nicht den Erwartungen entsprechen. Erst einen Punkt hat man bisher aus fremden Hallen entführt, im letzten Spiel verliert der Meister beim Liga-Neuling Znojmo mit 1:3.

„Wir haben gerade nach der letzten Niederlage in Znojmo wieder im Gespräch alle Fehler aufgezeigt, haben härter trainiert. Wir haben die Niederlagen wegen zu vieler Kleinigkeiten, sei es im technischen oder taktischen Bereich, die nicht gepasst haben, verloren. Es hat zum Teil auch der absolute Siegeswille gefehlt. Wir haben definitiv Potential, müssen das aber endlich abrufen“, will Manuel Latusa gegen den KAC ein Ausrufezeichen setzen und die Rechnung begleichen, die seit dem Anfangs erwähnten Saisonauftakt noch offen ist.

Sebastian Rauch

Schuller teilt Schicksal

Der Ausfall des Centers machte sich in den letzten beiden Spielen schon bemerkbar. Sturmpartner Scofield, der nun mit Center Thomas Koch in einer Linie agiert, hat in den ersten beiden Partien ohne seinen "Zwilling“ keinen Punkt verbucht. Am letzten Spieltag kann der Kanadier aber dann zur Erleichterung vieler gleich doppelt anschreiben.

Doch Spurgeon ist mit seinem Schicksal nicht alleine. Sein Mannschaftskollege David Schuller wird ebenfalls längerfristig ausfallen. Der 31-jährige gebürtige Kapfenberger verletzte sich auch an der Schulter und wurde bereits operiert. Zum Glück für den KAC wird Schuller aber nicht für die gesamte Saison zusehen müssen, sondern sollte nach Weihnachten wieder ins Geschehen eingreifen können.

Doch als wäre die Liste der Langzeitverletzten noch nicht lang genug, Torhüter Andy Chiodo pausiert wegen einer Kreuzbandverletzung ebenfalls auf unbestimmte Zeit, haben die Kärntner einen weiteren Patienten.

Verteidiger Martin Schumnig erleidet im Derby gegen den VSV in der vierten Runde eine Gehirnerschütterung und kann fortan kein Spiel mehr für den Vizemeister bestreiten. Von prominenten Leidensgenossen wie Sidney Crosby weiß man, wie lange sich eine solche Verletzung hinziehen kann.

Aufgrund der zahlreichen Ausfälle werden die Verantwortlichen den Kader wohl nochmals nachrüsten. Vor allem für Spurgeon soll ein Ersatz gefunden werden.

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