"Hart, ausgesperrt zu werden"

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"Österreich ist ein wunderschönes Land"

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Sucht man auf einer bekannten Videoplattform nach "Shawn Matthias", stößt man zunächst auf Videos von Schlägereien.

Schlägereien auf dem Eis, versteht sich.

Daran kann man gut erkennen, dass sich der 24-Jährige nicht zu schade ist, seine Mannschaft mit allen Mitteln zu unterstützen.

Selbstverständlich hat der Neo-Linzer auch mit dem Puck einiges drauf, erzielte er doch in 205 NHL-Spielen 25 Tore und verbuchte 35 Assists.

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Doch wer genau ist Shawn Matthias? LAOLA1 nimmt ihn unter die Lupe:

Durchwachsene erste Jahre

2006 wurde er in der zweiten Runde als Nummer 47 von den Detroit Red Wings gedrafted. Gespielt hat er für die Mannschaft aus der Autostadt aber nie, wurde er doch ein halbes Jahr später gemeinsam mit einem Zweitrunden-Pick für Todd Bertuzzi nach Florida geschickt.

Die ersten Jahre bei den Panthers waren hart, Matthias musste immer wieder ins Farmteam. In der Saison 2010/11 erkämpfte er sich durch seine Stärken schließlich ein Stammleiberl.

Stärken, die auch Black-Wings-Coach Rob Daum zu schätzen weiß. Mit seiner Körpergröße und seinen Fähigkeiten beim Bully sei er genau jener Spielertyp, den die Oberösterreicher unbedingt haben wollten, heißt es auf der Homepage der Linzer.

Freude über den Anruf

Doch warum verschlug es den Bully-Spezialisten ausgerechnet nach Österreich?

"Ich war schon einmal mit dem Nachwuchs-Nationalteam hier und finde, es ist ein wunderschönes Land", begründet Matthias den Wechsel nach Österreich.

Auch vom Niveau der EBEL ist er überzeugt: "Die Liga ist sehr gut, auch andere NHL-Akteure spielen hier."

"Als ich den Anruf bekam, dass ich dem Team angehören soll, habe ich mich sehr gefreut", zeigt sich der 1,90-Meter-Mann glücklich über die Anfrage des österreichischen Meisters.

Form seines Lebens

Während einige Spieler gleich nach der Absage der ersten Spiele nach Europa flüchteten, ließ sich Matthias länger Zeit: "Ich habe mich zuhause vorbereitet und gehofft, dass die NHL-Saison startet."

Danach wollte er nach Europa kommen, habe aber einige Zeit lang nicht genau gewusst, was er machen soll.

"Ich habe so hart trainiert wie nie zuvor", ließ sich der Kanadier, in der Hoffnung einen Verein zu finden, nie hängen.

In der besten Liga der Welt konnte Shawn Matthias bisher 25 Treffer verbuchen

In seinem dritten Spiel in der heimischen Liga wartet nun der VSV auf die Black Wings. (LAOLA1 zeigt das Spiel VSV gegen Black Wings am Freitag ab 19:10 Uhr LIVE)

Die Villacher kann man durchaus als Überraschungsei bezeichnen. Zunächst konnten die "Adler" Zagreb mit 11:2 vom Eis fegen. Danach folgte der knappe 2:1-Erfolg über den Tabellenführer, die Capitals.

In der letzten Runde setzte es hingegen eine schwere Pleite, mussten sich die Kärntner in Znojmo 2:7 gschlagen geben.

Matthias werde alles daran setzten, im dritten Spiel den ersten Sieg zu feiern, will er doch wissen "wie es sich anfühlt, hier zu gewinnen".

Hoffen auf Lockout-Ende

Manch einer meint, einige NHL-Spieler wären ganz froh über den "Extra-Urlaub", den ihnen der Lockout beschert.

Bei Matthias sieht das ganz anders aus: "Es ist hart. Du willst nicht ausgesperrt werden, du willst spielen. Es ist nicht lustig."

Derzeit sieht es im Tarifstreit zwischen Liga und Spielergewerkschaft alles andere als nach einer Einigung aus, alle Spiele bis Jahresende sind gestrichen.

"Vom ersten Tag an waren alle Spieler sehr optimistisch und das war ich auch. Ich denke auf jeden Fall, dass ich in dieser Saison für Florida in der NHL spielen werde. Ich glaube einfach daran und werde so lange daran glauben, bis eine endgültige Entscheidung fällt", übt sich der Kanadier in Durchhalteparolen.

"Aber für die Zeit bis dahin bin ich sehr glücklich, hier zu sein."

 

Matthias Nemetz

„Ich mag es hier sehr“

Seit gut einer Woche ist er nun in Linz und hat sich schon gut eingelebt. "Ich mag es hier sehr. Ich mag alle in der Mannschaft, das sind alles super Kerle", ist der Linkshänder voll des Lobes für seine neuen Kollegen.

Auch das Trainerteam hat es ihm angetan: "Ich mag auch die Coaches und das ganze Team. Mein Eindruck ist wirklich sehr positiv."

Der Vertrag des Angreifers geht bis zum 31. Dezember, wie es danach weitergeht, weiß er nicht. Sowohl die Rückkehr nach Amerika, als auch eine Verlängerung seines Europa-Aufenthaltes seien Optionen.

Über die Liga informiert

"Sam Gagner, Andrew Cogliano, Derek Dorsett und einige mehr", antwortet der Center wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, ob er über andere NHL-Profis in der EBEL Bescheid wisse.

Über seine Stärken und Schwächen spricht der Mann aus Ontario nicht gerne und weicht aus: "Ich bin hierhergekommen, um in eine gute Verfassung zu kommen und hart zu spielen. Ich kann noch in allen Bereichen zulegen und arbeitet stetig daran."

Großer Unterschied zur NHL

Vergleichbar sei das Eishockey in Europa mit jenem in Nordamerika nicht. "Die Eisfläche ist größer, dadurch hast du viel mehr Platz. Man kann sagen, es ist eine ganz andere Art, Hockey zu spielen."

Eine andere Art, die ihm zu liegen scheint. Gleich in der ersten Partie, der 2:3-Niederlage gegen Fehervar erzielte der NHL-Export einen Treffer und bereitete zudem einen vor.

"Ich kann sicher besser spielen, bin noch nicht in der besten Verfassung, schließlich war es mein erstes Spiel in acht Monaten", zeigt er sich bescheiden.

Viel lieber hätte er zu seinem Einstand einen Sieg gefeiert. "Wir haben unglücklich verloren, das Team hat gut gespielt. Es wäre schön gewesen, zu gewinnen."

Nun wartet der VSV

Auch in seinem zweiten Eisatz setzte es eine Schlappe, die Vienna Capitals gingen in Linz mit 3:1 als Sieger vom Eis.

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