Schumnig: "Habe versucht keine Fehler zu machen"

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Die KAC-Fans staunten am Dienstag nicht schlecht, als überraschend Martin Schumnig in voller Montur auf dem Eis der Klagenfurter Messehalle stand.

Der 23-jährige Verteidiger feierte im vierten Spiel der Halbfinal-Serie gegen die Black Wings Linz ein nicht erwartetes aber vielumjubeltes Comeback.

„Am Sonntag wusste ich, dass ich am Dienstag wieder aufs Eis zurückkehre. Ich hatte schon zwei Wochen mit der Mannschaft mittrainiert und mich immer mehr an den Körperkontakt herangetastet“, erklärt der gebürtige Klagenfurter im Gespräch mit LAOLA1.

Harter Check mit Folgen

Rückblick. Im 299. und bisher letzten Derby gegen den VSV vor etwas mehr als vier Wochen bekommt der KAC-Profi hinter dem Tor die Scheibe und wird von Benjamin Petrick attackiert. Da der Nationalspieler mit dem Rücken zum Gegenspieler steht, kann er den heranstürmenden VSV-Profi nicht sehen und muss einen schweren Hit hinnehmen. Schumnig geht zu Boden, bleibt minutenlang benommen liegen. Die Folge: Gehirnerschütterung.

Die Meinungen über den Check sind nach dem Spiel gespalten. Ein Angriff gegen den Kopf sagen die einen, ein reguläre Attacke die anderen.

„Es war ein gemeines, absichtliches Foul. Schumnig hatte keine Chance sich auf den Check einzustellen, weil er ihn nicht gesehen hat“, polterte KAC-Obmann Hellmuth Reichel.

VSV-Stürmer Petrik hingegen sah in seiner Aktion kein fehlerhaftes Verhalten. „Ich bin ganz normal auf den Forecheck gefahren, so wie ich es immer mache. Ich habe die Chance auf die Scheibe gesehen und deswegen attackiert, mich dabei auch auf den Puck konzentriert. Beim Check selber war meine Schulter angelegt. Die Aktion war sauber. Jeder, der Eishockey spielt, würde das wohl gleich machen.“

TV-Tipp: LAOLA1 zeigt die Konferenz der Halbfinal-Spiele VIC-RBS und BWL-KAC am Freitag ab 19:15 Uhr LIVE

Dieser Check sorgte in Österreich für Gesprächsstoff

Kein Kommentar

Das Department of Player Savety (DOPS) sperrte den Villacher für drei Spiele und trug somit auch nicht wirklich zur Auflösung des Streitfalles bei. Nicht Fisch und nicht Fleisch, wie viele den Verantwortlichen vorwarfen.

Mittlerweile ist der KAC-Defender aber wieder zurück, an die Szene selbst hat er keine Erinnerung mehr, sah sich den Check aber später im Fernsehen an. Kommentieren möchte er das Ganze nicht.

„Vielleicht hätte er den Check nicht fahren müssen, weil er keine Chance auf die Scheibe hatte, aber ich möchte dazu eigentlich nichts sagen“, legt Schumnig die Aktion zu den Akten, zumal sein Comeback am Dienstag nicht nur wegen des 4:2-Erfolges über Linz positiv verlaufen ist.

„Ich habe versucht, keine Fehler zu machen und einfach zu spielen. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, aber es geht immer besser“, fordert der ehrgeizige Verteidiger eine Leistungssteigerung am Freitag in Linz.

 Keine Schwächen bei Linz

Angst, sich wieder zu verletzen und weitere Wochen und damit auch das Finale zu verpassen, hatte er bei seiner Rückkehr nicht. Schonend spielen oder eventuell prekären Situationen aus dem Weg zu gehen, war von Beginn an kein Thema.

„Du musst voll bei der Sache sein, ansonsten passiert eher was. Entweder du bist zu hundert Prozent da, oder du musst gar nicht erst auflaufen“.

Voll bei der Sache müssen die Klagenfurter auch am Freitag in Linz sein, wenn es in der ausverkauften „Keine Sorgen Arena“ in Spiel fünf um eine Vorentscheidung im Kampf um den Einzug ins Finale geht.

So haben seit der Jahrhundert-Wende 83 Prozent der Mannschaften die Playoff-Serie gewonnen, die das fünfte Spiel für sich entschieden haben.

„Es sind die Kleinigkeiten, auf die wir uns konzentrieren müssen. Beide Mannschaften sind taktisch sehr gut, die Goalies sind stark und die Teams spielen in Defensive und Offensive sehr geduldig. Es gewinnt der, der den Sieg mehr will“, sieht Schumnig die Teams auf Augenhöhe. Eine Schwachstelle konnte der beim Kontrahenten aus Oberösterreich bisher nicht ausmachen.

„Ich weiß nicht, ob man bei den Top vier Mannschaften überhaupt noch von Schwächen reden kann. Wir müssen unser Spiel machen und nicht auf den Gegner schauen.“

Keinen Spieler herauspicken

Viel wird auch in Spiel fünf von der ersten Sturm-Linie mit Jamie Lundmark, Kapitän Thomas Koch und John Lammers abhängen. Seit Lundmark nach überstandener Verletzung zurück ist, war eben genanntes Trio an 15 der 22 Playoff-Punkte beteiligt. Dass dieser Umstand den KAC ausrechenbar macht, glaubt Schumnig aber nicht.

„Nein, das würde ich nicht sagen. Natürlich entscheiden sie den Großteil der Spiele, aber man muss auch sehen, wer die Strafen rausholt, wer in den Ecken arbeitet und dorthin geht, wo es weh tut. Wir haben vier Linien bestehend aus 20 Spielern plus zwei Goalies. Da darf man keinem mehr Lob aussprechen als dem anderen. Egal, wer die Punkte macht, wir gewinnen und verlieren als Team.“

Sollte dem KAC am Freitag der Auswärtssieg gelingen, wäre dies der erste Erfolg auf fremden Eis in dieser Serie und würde dem Rekordmeister den Matchpuck bescheren. Die Formel zum Sieg ist einfach. „Es gewinnt der, der das eine Tor mehr macht“, sagt der Verteidiger mit einem Lachen.

Dass dieser Treffer vielleicht sogar Schumnig selbst gelingt, ist eher unwahrscheinlich, ist der 23-Jährige doch nicht gerade als Goalgetter bekannt.  In 53 Playoff-Spielen für den KAC traf er erst zweimal ins gegnerische Gehäuse. Doch wer weiß, sein Comeback kam schließlich ebenso überraschend.

Sebastian Rauch

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