"Ich kenne die Wahrheit"

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John Hughes: "Ich kenne die Wahrheit"

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John Hughes spielt seine sechste Saison in der Erste Bank Eishockey Liga.

Der Kanadier wurde nach seiner ersten vollen EBEL-Saison 2010/11 bei Olimpija Ljubljana als „Rookie of the Year“ ausgezeichnet, eine Spielzeit später sogar mit der Ehre als „Most Valuable Player“ bedacht.

In seiner ersten Saison in Salzburg 2008/09 hatte der heute 27-Jährige die beste Plus/Minus-Statistik. In den Spielzeiten 2010/11, 2011/12, 2013/14 bereitete Hughes die meisten Tore vor, 2011/12 und 2013/14 hatte er gar die meisten Punkte zu Buche stehen.

Am Freitag entschied er das längste EBEL-Match aller Zeiten nach 112 Minuten in der dritten Overtime.

Hughes wartet auf seinen ersten Titel

Kurzum: Die Liga liegt ihm. Aber: Er wartet nach wie vor auf seinen ersten Titel, den er mit seiner Mannschaft holt. Abgesehen davon, dass er sich seit 2012 slowenischer Meister nennen darf. 

Es soll die EBEL-Krone her, wie der Angreifer im Gespräch mit LAOLA1 erklärt.

„In meinem ersten Jahr hier war ich sehr knapp dran, wir haben im Finale erst in Spiel 7 gegen den KAC verloren. Das war damals eine harte Niederlage, aber ich bin heuer sehr aufgeregt, weil es ein sehr großes Ziel ist, endlich den Titel zu holen. Ich bin ja schon eine Weile in dieser Liga.“

Mit Salzburg hat Hughes nominell die besten Karten. Waren die „Bullen“ doch die Nummer 1 im Grunddurchgang und in der Pickround. Doch der Legionär weiß, wie der Hase im Hockey läuft.

„Wir haben ein sehr starkes Team, aber die Playoffs sind eine andere Saison. Das hat man sofort gemerkt, als der Puck im ersten Spiel gegen Villach auf das Eis fiel. Es ist absolut gar nichts sicher. Wenn wir aber unser Potenzial abrufen, haben wir eine gute Chance.“

Liga braucht sich nicht verstecken

Seit dieser Spielzeit spielt Hughes wieder bei seiner ersten EBEL-Station in Salzburg („Wie damals ein erstklassiger Klub“) und hat seither auch die Weiterentwicklung der Liga mitgemacht, nur in der Saison 2008/09 war der Crack aus Ontario in Finnland und Deutschland engagiert.

„Die Liga passt für mich wirklich gut, was sich auch darin zeigt, dass ich schon einige Jahre hier spiele. Und ich habe auch mitbekommen, wie sie sich über die Jahre verbessert hat. Sie wird jedes Jahr stärker.“

So hat Hughes auch nicht unbedingt vor, schnell wieder das Weite zu suchen.

„Ich bin hier sehr glücklich, die Champions Hockey League ist eine tolle Sache und wir waren wirklich knapp dran, weiterzukommen. Die EBEL wird auch bemerkt und muss sich vor Top-Ligen wie der DEL nicht verstecken. Spieler, die vergangene Saison noch dort gespielt haben, sagen: Manche Dinge sind besser, manche schlechter, aber es fehlt nicht viel.“

Etwas mehr fehlt noch auf seinen ersten Titel.

Da muss in erster Linie Viertelfinal-Gegner VSV am Sonntag endgültig ausgeschaltet werden.

Hughes und VSV – da war doch was? Richtig, der Angreifer spielte die vergangenen beiden Saisonen für die Kärntner, ehe es zur bitteren Scheidung in dieser Ehe kam.

Sein Rauswurf beim VSV

Eine angebliche Kneipentour vor dem Halbfinal-Aus gegen Bozen führte zur Auflösung des Vertrages, der VSV soll zudem ein Angebot zur Vertragsverlängerung zurückgezogen haben.

Danach kamen Gerüchte auf, wonach Hughes sich dem VSV wieder anbot respektive der Verein beraten haben soll, nicht doch wieder auf die Dienste des 97-Punkte-Mannes zurückzugreifen.

Bekanntlich landete Hughes in Salzburg.

„No hard feelings“, grinst der Kanadier angesprochen auf den VSV. „Es ist ein toller Ort, um Eishockey zu spielen, aber wir wollen natürlich ins Halbfinale.“

Angesprochen auf die Situation vor einem Jahr, meint Hughes: „Es ist etwas, das passiert ist. Ich will jetzt aber auch nicht ins Detail gehen, wie ich denke, dass es nicht richtig abgehandelt wurde.“

„Sie wollten mich wieder unter Vertrag nehmen“

Vor allem, in Bezug auf das, was danach passiert ist. „Die Medien schreiben, was sie denken und hören, aber ich kenne die Wahrheit und ich weiß, was sie (VSV, Anm.) versucht haben zu tun.“

Nämlich? „Sie haben nach all dem versucht, mich wieder unter Vertrag zu nehmen. Doch sie wussten, bevor das alles war, dass ich nicht zurückkommen würde.“

Doch Hughes blickt eben nicht im Schlechten zurück.

„Es ist bittersüß, nun gegen sie zu spielen. Nicht aus Revanchegründen, aber es pusht einen einfach.“ Vor allem wie ein Spiel am Freitag, das Hughes entschied.

Mit den Salzburgern stehen seine Chancen auf die EBEL-Krone gut. „Und ich will einfach diesen Titel gewinnen.“

 

Bernhard Kastler

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