Keine Rückendeckung für Viveiros

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Reichel fordert Unterstützung der Fans

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Manny Viveiros ist nicht mehr Trainer des KAC.

Die Klagenfurter haben nach der durchwachsenen Zwischenrunde die Reißleine gezogen und den Trainer mit sofortiger Wirkung ausgetauscht.

„Ich war mit dem Verlauf der Zwischenrunde einfach unzufrieden. Es war nach fünf Jahren einfach ein gewisser Gewöhnungseffekt zu erkennen und der hat sich dann im Spiel niedergeschlagen“, gibt Vize-Präsident Hellmuth Reichel im Interview mit dem Onlineportal „Hockey-News“ als Grund für die Entlassung an.

Dass die Platzierungsrunde ohnehin von überschaubarer Wertigkeit ist, scheint der KAC-Spitze in diesem Zusammenhang egal zu sein.

Das zu erspielende Heimrecht ist zwar ein schönes Zuckerl für die Playoffs, dennoch kann nicht erwartet werden, dass die Teams mit vollem Einsatz in die Spiele gehen. Die Saison ist lange und Regenerationsphasen herzlich Willkommen. Nur die Zwischenrunde als Indikator für eine Trainer-Entlassung herzunehmen, erscheint vielen Fans fadenscheinig.

Entlassung trotz Sieg über die Drachen

In verschiedenen Foren wird auch die Sinnhaftigkeit jenes Ultimatums, welches Viveiros vor dem Spiel gegen Salzburg gestellt wurde, infrage gestellt. Der Vorstand wollte Siege sehen, worauf die Mannschaft in Salzburg knapp mit 1:2 verlor, in Klagenfurt aber Ljubljana mit 7:3 von Eis fegte.

Dennoch musste der Trainer nach dem Kantersieg den Hut nehmen. Eine Trennung nach der Pleite in Salzburg, wäre aufgrund des Ultimatums einleuchtend gewesen. Die Entlassung nach dem Erfolg über die Drachen folgen zu lassen, entzieht sich der Logik vieler Anhänger.

„Ich habe Manny ja schon vor ein paar Spielen sozusagen die Rute ins Fenster gestellt. Solche Maßnahmen sind im Sport eben manchmal notwenig. Indirekt wollte ich damit natürlich auch die Mannschaft unter Druck setzen und die hat ja dann im Spiel gegen Laibach gezeigt, dass sie durchaus spielen kann“, schreibt Reichel im Interview den Sieg nur der Mannschaft und nicht mehr dem Trainer zu.

Sportdirektor statt Trainer

Trotz der Trainer-Posse gibt es laut Reichel zwischen dem ehemaligen Übungsleiter und dem Vorstand kein böses Blut. Die Sachlage sei nüchtern diskutiert und eingeschätzt worden.

Streitereien könnten sich die Klagenfurter wohl auch kaum leisten, soll Viveiros doch weiterhin als Sportdirektor hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Ein Amt, das er bisher schon bekleidete, nur dass er die gekauften Spieler nun nichtmehr selbst trainieren darf.

Der Vertrag des 46-Jährigen, der nun mehr Zeit für seine Aufgaben als ÖEHV-Trainer haben dürfte, bleibt bestehen. Bis mindestens 2015 wird Viveiros noch beim Rekordmeister auf der Gehaltsliste stehen, wie sein Aufgabenbereich aussehen wird und welche Entscheidungsgewalt er als Sportdirektor haben wird, ist nicht bekannt.

Weber übernimmt

Nachfolger Christian Weber ist im Verein kein Unbekannter, war bisher als Nachwuchs-Chef tätig und ist auch als Trainer einer Kampfmannschaft kein unbeschriebenes Blatt.  Der Schweizer ist seit dieser Saison bei den Rotjacken engagiert und war unter anderem in seiner Heimat bei Rapperswil und den SCL Tigers als Head Coach tätig.

Die Marschroute der Kärntner hat sich durch den Trainerwechsel nicht verändert, weiterhin gibt man das Finale als Saisonziel aus. Ob Weber auch über die Spielzeit hinaus Cheftrainer bleiben wird, macht man vom Abschneiden in dieser Saison abhängig.

Unmut der Fans

Neben der Baustelle auf der Trainerbank, gibt es auch eine solche auf der Tribüne. Gegen Ljubljana machten die Fans mit einer Protestaktion ihrem Unmut Luft. (Hier geht’s zum Bericht) Für Reichel ist die Reaktion der Anhänger auf die erhöhten Abo-Preise für die Playoffs nicht verständlich.

„Die Fans müssen einsehen, dass die Preise auf wirtschaftlichen Tatsachen beruhen und der Verein das Geld braucht. Wenn sie aber wirklich nicht mehr kommen wollen, wenn ihnen die Preise zu hoch sind, dann wird der KAC den Profisport aufgeben müssen und mit einer Nachwuchstruppe in der Nationalliga antreten“, malt der KAC-Vize den Teufel an die Wand und streicht die finanzielle Seite eines jeden Profibetriebs hervor.

Zum Abschluss nimmt Reichel die Anhänger des KAC Vize gegenüber „Hockey-News“ aber nochmals in die Pflicht.

„Ich appelliere an die Fans, den Verein zu unterstützen, wenn es schlecht läuft, anstatt solche Aktionen zu setzen. Die Mannschaft braucht gerade in schlechten Phasen den Rückhalt.“

Eine Unterstützung, die Manny Viveiros von Seiten des Präsidiums vielleicht auch brauchen hätte können.

Sebastian Rauch

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