EBYSL-Playoffs ohne Österreicher

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EBYSL-Chef: "Die Erwartungen wurden bestätigt"

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Mit dem 2. September 2012 nahm die Erste Bank Young Stars League (EBYSL) ihren Betrieb auf. In der Erstauflage der reformierten U20-Liga spielen 14 Teams aus fünf Staaten, die in zwei Divisions zu je sieben Mannschaften eingeteilt worden sind. 48 Spieltage später stehen die Playoffs vor der Tür. Österreichische Teilnehmer müssen aber vergeblich gesucht werden.

Von neun heimischen Nachwuchs-Auswahlen, konnte sich keine für die Postseason qualifizieren. Den „Champion der Erste Bank Young Stars League 2012/2013“ werden sich somit die Talente von Fehervar AV19, HC Znojmo, Olimpija Ljubljana und Mladi Jesenice in einer Best-of-Three-Serie ausmachen.

Damit dennoch von einem österreichischen U20-Meister gesprochen werden kann, spielen sich die zwei besten heimischen Auswahlen nach der Regular Season (KAC und Graz99ers) den „Österreichischen U20 Staatsmeistertitel“ aus.  

 „Ich habe von der Spielstärke der ausländischen Vereine gewusst“, zeigt sich EBYSL-Commissioner Oliver Pilloni aber nicht überrascht. Der Klagenfurter gibt zudem seine Vermutungen über das schlechte Abschneiden der heimischen Teams ab und weiht LAOLA1 in Geheimnisse der österreichischen Eishockeyzukunft ein.

LAOLA1: In der EBYSL beginnen nun die Playoffs. Wie sieht das Resümee des Grunddurchgangs aus?

Oliver Pilloni: Es fällt sehr positiv aus. Wie ich es mir erhoffte, haben die österreichischen Vereine von den ausländischen profitiert. Denn wenn ich die Spiele von Anfang der Saison mit jenen vom Grunddurchgangsende vergleiche, ist die Steigerung schon gewaltig. 

LAOLA1: Wurden die Liga-Erwartungen unterboten, bestätigt oder übertroffen?

Pilloni: Die Erwartungen wurden bestätigt. 

LAOLA1: Mit Ljubljana, Fehervar, Znojmo und Jesenice stehen vier ausländische Teams in den Playoffs. Wieso konnte sich keine österreichische Auswahl qualifizieren?

Pilloni: Die ausländischen Vereine sind von Beginn an weggezogen und ich vermute, die Österreicher haben sie anfangs auch unterschätzt. Mit der Drei-Punkte-Regel können sich die Teams zudem relativ rasch absetzen. Es soll aber schon betont werden, dass wir eine internationale Liga sind, die sehr spannend und von der Qualität hochwertig ist.

Nichts geht von heute auf morgen

LAOLA1: Was verstehst du mit „Kritik an der Spieltaganzahl“?

Pilloni: Durch die Nationalteam-Unterbrechungen, sind die Spieltage limitiert. Daher überlegen wir eine Reduzierung des Spielplans. In der Junior League würden hauptsächlich Schüler spielen. Da ist es nicht möglich unter der Woche  zu einem Auswärtsspiel zu fahren, welches mehrere Hundert Kilometer entfernt ist. Die Spieltage beschränken sich dann sehr auf Wochenenden oder auf geographische Distanzen.

LAOLA1: Du sprichst von regionalen Einteilungen?

Pilloni: Wir müssen erst einmal abwarten, wie viele Klubs sich tatsächlich dafür bewerben. Aber so viel kann ich schon sagen: Es wären Conferences angedacht.

LAOLA1: Von welchen Conferences sprichst du?

Pilloni: Villach gegen Klagenfurt kann ohne Probleme auch unter der Woche ausgetragen werden, wobei Villach gegen Wien schon wieder schwieriger ist. Deswegen könnte man eine Gruppe mit den Kärntnern, den Slowenen und Zagreb gründen. Und am Ende der Saison käme es zu einem Finalturnier, mit den besten vier oder acht Teams (Anm.: die besten zwei oder vier jeder Conference), die dann das Meisterschaftsfinale an einem Wochenende austragen.

LAOLA1: Übernimmst du dann auch den Posten des Junior-League-Commissioners?

Pilloni: Das entscheide nicht ich. Jedoch sollten dies die Verantwortlichen wünschen, können wir durchaus darüber sprechen.

LAOLA1: Aber EBYSL-Chef bleibst du?

Pilloni: Auch das kann ich nicht beantworten. Aber interessiert bin ich auf jeden Fall.

LAOLA1: Es hat den Eindruck, als wäre in den vergangenen Monaten einiges im österreichischen Eishockey weitergebracht worden.

Pilloni: Es sind alle Vereine auf denselben Zug aufgesprungen. Und es kann nur vorwärts gehen, wenn alle am gleichen Strang ziehen. Die Erfolge werden morgen noch nicht sichtbar sein. Aber es ist als längerfristiges Projekt geplant, und daher werden wir in ein paar Jahren das österreichische Eishockey verbessert haben.

LAOLA1: Letzte Frage:  Wer wird aus dem Quartett Fehervar, Znojmo, Jesenice und Ljubljana Meister?

Pilloni: Schwere Frage. Ich stelle mich auf sehr spannende und enge Spiele ein. Ich freue mich schon sehr!  Mit Lyle Seitz wurde zudem besprochen, dass die Playoffs mit vier Schiedsrichtern gepfiffen werden. Das heißt, es können sich nun Referees beweisen, die in der EBEL noch nicht so zum Zug gekommen sind.

 

Das Interview führte Alexander Planasch

LAOLA1: Abgesehen vom Unterschätzen, sind die ausländischen Vereine qualitativ besser?

Pilloni: Speziell mit Ende der Saison war ersichtlich, dass die österreichischen Vereine aufgeholt haben. Über die gesamte Spielzeit betrachtet, waren die ausländischen vermutlich die Spur besser. Aber ich möchte hervorheben, dass ich von der Spielstärke der ausländischen Klubs gewusst habe und dementsprechend nicht überrascht bin. Eher beeindruckt mich das schnelle Aufholen der österreichischen Klubs.

LAOLA1: EBEL-Klub Dornbirn bekam heuer einen Sonderstatus und musste keinen Vertreter stellen. Wie schaut dies für nächste Saison aus?

Pilloni: Die Ausnahmegenehmigung wurde von der EBEL ausgegeben und daher bin ich diesbezüglich der falsche Ansprechpartner.

LAOLA1: Das heißt, derzeit ist unklar, wie die kommende Spielzeit aussieht?

Pilloni: Im Februar gab es eine Liga-Sitzung, bei der auch Nationalteamtrainer Manny Viveiros, ÖEHV-Sportdirektor Alpo Suhonen und viele andere hochrangige Funktionäre vertreten waren. Es wurden Eckdaten für eine länderübergreifende U18-Liga vorgestellt. Nennschluss ist Ende März und dann soll diese mit Spielplan und Tabellen-Einteilungen konkretisiert werden.

LAOLA1: Was wurde noch über die U18-Liga gesprochen?

Pilloni: Wir haben mal angefragt, welche Vereine ein grundsätzliches Interesse an einer Teilnahme hätten. Die EBEL-Vertreter wären sowieso dabei und hinzukommen würden noch weitere, sodass wir derzeit von 22 Interessenten aus fünf Staaten sprechen können. Die Liga-Namen würden ebenso geändert werden. Die derzeitige EBYSL würde Youngster League und die U18 bekäme die Bezeichnung Junior League. Daher ist es möglich, dass die jüngere Mannschaft der Lower Austria Stars eine Stufe runtergeht.

LAOLA1: Die Zukunft sieht also eine enge Kooperation zwischen der Youngster und der Junior League vor?

Pilloni: Natürlich. Wir müssen aber auch noch durchbesprechen, wie wir die Junior League genau aufbauen. In der EBYSL wurde die erste Evaluierung durchgeführt und bis auf die Spieltaganzahl, gab es durchwegs positives Feedback.

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