Pierre Page wechselt zu EHC RB München

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Er kann es nicht lassen.

Noch Ende März verkündete Pierre Page das Trainerdasein nach 42 Jahren an den Nagel zu hängen und künftig nur noch als Sportdirektor der beiden Red-Bull-Klubs Salzburg und EHC München fungieren zu wollen.

Wieder in die DEL

Zuletzt verdichteten sich jedoch die Gerüchte, wonach der Kanadier doch noch weiter Übungsleiter bleibe und in die DEL zum Partnerklub EHC RB München wechsle.

So soll es nun auch kommen. Der 65-Jährige unterschreibt bei den Deutschen einen mehrjährigen Vertrag und soll die Bayern zu einem DEL-Topklub formen.

Bereits von 2001 bis 2007 war Page in der Deutschen Eishockey Liga tätig, führte die Eisbären Berlin in dieser Zeit zu zwei Meisterschaften und ebnete den Hauptstädtern den Weg zu den weiteren Erfolgen der letzten Jahre.

Auch in der Erste Bank Eishockey Liga arbeitete der erfahrene Trainer sechs Jahre lang äußerst erfolgreich. 2007, 2009 und 2010 führte er RB Salzburg zum Meistertitel. 2009 und 2011 gewann er mit den Mozartstädtern das Red Bulls Salute und 2010 den IIHF Continental Cup.

Insgesamt stand Page bei 383 EBEL-Spielen an der Bande und verbuchte dabei 221 Siege und 162 Niederlagen. Daneben konnte er 12 von 15 Playoff-Serien für sich entscheiden und war maßgeblich für den Aufbau der Nachwuchsakademie in Salzburg verantwortlich.

Erfolgreich aber umstritten

Seine oft unorthodoxen Methoden galten aber - vor allem bei den gegnerischen Fans – als äußerst fragwürdig. So tauschte Page fast jede Saison nahezu den kompletten Kader aus. In seiner letzten Spielzeit bei RB Salzburg setzte Page unglaubliche 56 Cracks ein.

Auch seine Interviews nach Spielen waren vielen Eishockey-Anhängern ein Dorn im Auge. Nicht selten machte Page die Schiedsrichterleistungen für Niederlagen verantwortlich oder bezichtigte die gegnerische Mannschaft, gegen sein Team eine überharte Gangart an den Tag zu legen.

Zuletzt sorgte er etwa für Aufsehen, als er die EBEL als die „aggressivste Liga der Welt“ bezeichnete und behauptete es gehe in Österreich „härter zur Sache, als im Rest Europas, aber auch aggressiver, als in Russland oder Nordamerika“.

Alles für den Erfolg

Doch auch die eigenen Spieler hatten so ihre Probleme mit dem Coach. Unvergessen ist etwa die „Flucht“ der NHL-Lockout-Cracks Tobias Enström und Derrick Brassard, die nach fünf bzw. vier absolvierten Partien das Weite suchten und nach Nordamerika zurückkehrten.

Dennoch ist Page ein absoluter Fachmann, der beste Kontakte in die ganze Eishockey-Welt pflegt. Nicht umsonst war er zehn Jahre lang NHL-Headcoach und sammelte auch in Europa die bereits erwähnten Titel.

Er ordnet dem Erfolg alles unter, erwartet dies aber auch von seinem Umfeld und den Mitarbeitern. Page tauscht Personal aus, ohne mit der Wimper zu zucken.

In Salzburg stand ihm dafür das Geld von Red Bull zur Verfügung – in München wird es nicht anders sein. Daher wird es wohl nicht lange dauern, bis er auch in der DEL wieder über Titel jubeln darf.

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