Salzburgs holpriger Saisonstart

Aufmacherbild
 

„Schnell, attraktiv und interessant.“

So charakterisierte RB-Salzburg-Trainer Pierre Page im Vorfeld der Meisterschaft seine Vorstellungen vom Spiel der Mozartstädter.

„Wir wollen wie Brasilien, Spanien oder Holland spielen“, erklärt der Kanadier, in Anlehnung an die großen Fußball-Nationen, die für ihre Offensivkunst bekannt sind.

„Das zu tun und dabei auch noch zu gewinnen, wird aber kein leichtes Unterfangen“, war sich Page zu diesem Zeitpunkt schon bewusst.

Gleich das erste Spiel sollte den Meister-Trainer in dieser Einschätzung bestätigen.

>>>KAC-99ers am Freitag ab 19:00 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv<<<

>>>Die EBEL jetzt auch direkt auf dein iPhone und iPad<<<

Holpriger Start

Zum Auftakt setzte es eine 2:6-Niederlage beim letztjährigen Finalgegner KAC. Das Spiel der Bullen erinnerte dabei nicht wirklich an die Ballkünstler vom Zuckerhut oder an die für ihr souveränes Passspiel bekannten Iberer.

Viel mehr wirkten die Bullen, die in einigen Spielen der European Trophy durchaus zu überzeugen wussten, ausgepowert und langsam.

Die darauffolgende Pause am zweiten Spieltag tat den Salzburgern offensichtlich gut. Mit einem 5:2 bei der Heim-Premiere im Volksgarten fand man zurück in die Spur.

In Runde vier  gewannen die Mozartstädter in Jesenice zwar mit 3:2, doch die Leistung war nach wie vor weit von dem entfernt, was sich die Verantwortlichen von ihren Cracks erwarten.

Bis auf Robbie Earl, der mit fünf Punkten (drei Tore, zwei Assists) zweitbester Scorer ist, scheinen die Neuzugänge noch nicht richtig angekommen zu sein.

Neuzugänge hinter Erwartungen zurück

Jeremy Williams (zwei Vorlagen) wartet nach drei Spielen noch auf sein erstes Tor im Dress des Meisters. Daniel Erlich hat ebenso wie Andreas Kristler, Alexandre Carrier, Johannes Bischofsberger oder Verteidiger Erik Reitz weder Treffer noch Assist auf dem Konto.

Letzterer steht für eine gewisse fehlende Gefahr von der blauen Linie, wenn man bedenkt, dass mit Matthias Trattnig bisher nur ein Spieler aus der Defensivabteilung des Meisters traf.

Der umgelernte Stürmer ist der neue Leader bei den Mozartstädtern und muss auch verbal in der Kabine die Abgänge von Thomas Koch und Marco Pewal kompensieren.

Trainer Pierre Page traut ihm ohne weiteres zu, die große Lücke zu füllen und ist von den Fähigkeiten seines Kapitäns auf und abseits der Eisfläche ohnehin überzeugt.

„Wenn ich Trainer in der NHL wäre, würde ich Trattnig mit Sicherheit in mein Team holen. Daran besteht gar kein Zweifel“, traut der Kanadier dem österreichischen Nationalspieler durchaus zu, in der weltbesten Liga zu bestehen.

Nilsson als belebendes Element

Die Entwicklung des mittlerweile 31-Jährigen und seine Leidenschaft in Training und Spiel haben nicht nur den Head Coach überzeugt.

„Kent Nilsson sagte mir, er habe Trattnig vor ein paar Jahren gesehen und sei überwältigt von der Entwicklung, die er in den letzten Jahren genommen habe“, so Page.

Apropos Kent Nilsson. Der ehemalige Stanley-Cup-Sieger ist neu im Trainerstab der Bullen und arbeitet in der Kampfmannschaft als Shooting Coach. Außerdem übernimmt er in der Jugendarbeit einige Aufgaben.

Page ist von seinem neuen Assistenten begeistert und schwärmt in höchsten Tönen von dessen Qualitäten als Sportler.

„Er war das größte Talent in der NHL. Er ist ein geborener Sportler. Nach sieben Monaten Golf hatte er bereits Handicap Null. Niemand kann das, außer Kent Nilsson. Als Trainer hat er unglaublich viele Ideen und ist sehr clever. Wir lernen von ihm und er lernt von uns“, freut sich der Chef-Betreuer über den neuen Input des ehemaligen NHL-Profis.

Spieler für höhere Aufgaben ausbilden

Auch Nilsson soll seinen Teil dazu beitragen, das Spiel der Bullen zu "internationalisieren" und Pages großes Ziel zu verfolgen: Spieler für die NHL auszubilden.

Dies gibt der exzentrische Coach wie in jedem Jahr als eines der großen Ziele aus.

Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Page bei diesem Vorhaben an Spieler aller Nationen und nicht nur an die Österreicher denkt, bringt ihm viel Kritik ein. Kritik, mit welcher der Kanadier durchaus umzugehen weiß.

„Du musst das große Ganze sehen und dir keine Gedanken machen, was die Leute sagen. Wir haben unsere Träume und unseren Glauben, dass das, was wir tun, gut ist. Gut für das österreichische Eishockey und gut für die Erste Bank Eishockey Liga. Du darfst kein Schaf sein und allen nachlaufen und musst von deiner Arbeit überzeugt sein.“

Diese Überzeugung bringt der 63-Jährige auch nach dem holprigen Saisonstart mit. Der Kanadier ist sich sicher, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen zu ihrem Spiel finden wird.

„Es ist wie eine mentale Prüfung. Wir besteigen gerade einen Berg, sehen den Gipfel aber noch nicht. In den nächsten Spielen sollten wir den Berg aber bezwingen.“

Keine Geschenke für Pewal

Doch mit dem VSV (Freitag) und Ljubljana (Sonntag) kommen in den nächsten Tagen zwei ambitionierte Mannschaften in die Salzburger Eisarena, was die Aufgabe mitnichten leichter macht.

Gegen die Adler kommt es auch zu einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Marco Pewal, der sieben Jahre das Trikot der Roten Bullen überstreifte, wechselte im Sommer nach Villach und hat dort in seiner ersten Saison auch gleich das Kapitäns-Amt inne.

„Das ist doch super für die Fans. Marco hat sieben lange Jahre für uns gespielt. Es zeugt von Respekt, wenn er hier mit Begeisterung empfangen wird“, appelliert Page an die Anhänger, dem Ex-Stürmer einen schönen Empfang zu bereiten.

Doch das soll es dann auch gewesen sein mit Gastgeschenken, müssen die Bullen doch zusehen, dass sie endlich über den Berg kommen.

>>>KAC-99ers am Freitag ab 19:00 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv<<<

>>>Die EBEL jetzt auch direkt auf dein iPhone und iPad<<<

Sebastian Rauch und Christoph Köckeis

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen