NHL-Stars sparen nicht mit Selbstkritik

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Thomas Vanek schüttelte nur den Kopf.

Der Star der Graz99ers konnte nicht glauben, was soeben passiert war.

Während die Innsbrucker im erneut ausverkauften Grazer Bunker die Hände in die Höhe rissen, um ihren ersten Sieg seit dem Wiederaufstieg in die Erste Bank Eishockey Liga zu feiern, blickten 4.000 steirische Anhänger konsterniert auf die Eisfläche.

Nicht weniger als 36 Mal schossen die Hausherren an diesem Sonntag Abend auf das Tor von HCI-Schlussmann Patrick Machreich. Zum Vergleich: Die Haie testeten Frederic Cloutier lediglich 16 Mal. Und dennoch gingen die Tiroler am Ende mit 4:2 als Sieger vom Eis.

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„Innsbruck ist sehr gut eisgelaufen und Patrick (Machreich Anm.) war heute einfach weltklasse“, zollte Vanek seinem Gegenüber Respekt.

Machreich zieht Vanek den Zahn

Er selbst hatte zahlreiche Chancen vorgefunden, das rote Licht hinter Machreich wollte aber partout nicht angehen. Der in Zell am See geborene Goalie erwischte einen Traumtag und war mit seinen Paraden der Vater des Innsbrucker Erfolgs.

So entschärfte der 32-Jährige unter anderem in der 35. Minute einen Penalty von Vanek. Nach dem gehaltenen Versuch des Superstars riss der Keeper seine Arme in die Höhe und signalisierte seinen Mitspielern, dass in Graz an diesem Abend was zu holen war.

„Ich bin überglücklich über den ersten Sieg. Wir haben lange genug darauf gewartet“, so der kurze Kommentar des „Mann des Spiels“.

Vanek selbstkritisch

Dass ihm gerade der Superstar Vanek Respekt zollte, brachte Machreich hingegen nicht aus der Fassung.

„Lob ist immer schön, von Thomas genauso, wie von jedem anderen“, sagte der Goalie, der den NHL-Legionär noch aus der gemeinsamen Zeit bei Zell am See kennt.

Während sich Machreich im Ruhm des Sieges sonnen konnte, haderte der Superstar auf Seiten der Graz99ers mit seinen liegengelassenen Möglichkeiten.

„Wenn du die Chancen nicht machst, verlierst du das Match. Ich hatte zehn Torschüsse und fünf oder sechs gute Möglichkeiten. Diese Niederlage geht auf mich“, zeigte sich der Sabres-Angreifer selbstkritisch.

Nödl noch blass und müde

Ebenso hart ging der andere NHL-Profi an diesem Abend mit sich selbst ins Gericht. Andreas Nödl konnte dem Spiel seiner Innsbrucker nicht den Stempel aufdrücken. Zwar steigerte sich der Hurricanes-Crack im Laufe der Partie, restlos überzeugend war sein Auftritt aber nicht.

„Ich denke, jeder hat gesehen, was ich heute zusammengespielt habe“, antwortete ein von sich enttäuschter Nödl auf die Frage nach der eigenen Leistung. „Ich habe versucht zum Körper zu fahren, aber ich war einfach sehr müde“, steckten ihm noch die Strapazen der letzten Tage in den Knochen.

Dies soll sich aber bereits am kommenden Freitag ändern. „Jetzt werde ich von Montag bis Donnerstag in Ruhe trainieren und viel schlafen. Dann kann man am Freitag damit rechnen, dass ich meine volles Leistungspensum abrufen kann.“

Grabner mit perfektem Einstand

Am Freitag trifft der HC Innsbruck zu Hause auf den VSV. Bei den Adlern feierte Rückkehrer Michael Grabner einen Einstand nach Maß. Nicht nur, dass er den Game-Winner zum 4:3 von Benjamin Petrik gegen den Dornbirner EC vorbereitete. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 erzielte er per Shorthander höchstpersönlich.

Der Druck auf den Islanders-Goalgetter war vor der Partei groß. Ein jeder erwartete sich beim Comeback in der heimischen Liga Wunderdinge. Aus diesem Grund sei Grabner auch „sehr nervös gewesen, denn ich wollte die Villacher Fans nicht enttäuschen.“

Eine Angst, die ihn offensichtlich beflügelte. Gerade im ersten Drittel brannte der gebürtige Villacher ein Feuerwerk ab. Gegen Ende ließen dann jedoch die Kräfte nach.

„Coach Järvenpää hat gesehen, dass ich müde werde und mir lange Ruhepausen zugestanden“, war der Kräfteverschleiß doch offensichtlich.

Am Ende reichte es aber zum Sieg und somit zum perfekten Einstand für den „verlorenen Sohn“.

"Ich bin froh, dass das Debüt so gut gelungen ist", so Grabner abschließend.

Sebastian Rauch

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