Linz nützt Caps-Fehler gnadenlos aus

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Mit hängenden Köpfen verließen die Vienna Capitals die „Keine Sorgen Arena“ in Linz. So hatte sich die Mannschaft von Trainer Tommy Samuelsson Spiel sieben in der Viertelfinal-Serie gegen die Black Wings Linz sicher nicht vorgestellt.

„Wir waren eigentlich gut eingestellt, aber von Beginn an nicht bei den Gegenspielern. Linz hatte einfach zuviel Platz“, analysierte Capitals-Stürmer Jonathan Ferland nach dem ersten Drittel.

In der Tat waren die Hauptstädter von der ersten Minute an chancenlos und ebenso in Rückstand, nach acht weiteren war die Sache für die Black Wings Linz so gut wie geritzt. Danny Irmen (1.), Martin Mairitsch (4.) und Rob Hisey (9.) brachten die Hausherren in Führung.

Mit einem komfortablen 3:0-Polster gingen die Oberösterreicher in die Pause, dabei präsentierten sich Hisey und seine Sturmkollegen sehr effizient. Zehn Schüsse brachten die Hausherren in den ersten 20 Minuten auf das Tor von Capitals-Goalie Sebastian Stefaniszin, der für den verletzten Reinhard Divis die gesamte Serie das Tor hütete.

„Wir haben uns vorgenommen gut in die Partie zu starten und das ist uns mit den drei Toren gelungen. Wir wussten, wir können uns gegenüber der letzten Spiele steigern und danach war es für die Wiener natürlich schwer zurückzukommen“, zeigte sich Gregor Baumgartner zufrieden.

Verteidiger lassen Linz gewähren

Zur Verteidigung des Wiener Schlussmannes muss jedoch gesagt werden, dass es ihm seine Vorderleute, wie von Ferland angesprochen, in dieser Phase auch alles andere als leicht machten.

Beim ersten Treffer durch Irmen verlor Marcel Rodman das Bully gegen Hisey und in der Folge hatte der Torschütze allen Platz der Welt. In der vierten Minute rückte Martin Oraze nicht auf den anstürmenden Mairitsch hinaus, der Rest ist bekannt.

Beim dritten Treffer kann Irmen völlig unbehelligt von der blauen Linie aufs Tor schießen, Hisey sorgte für Verkehr vor dem Tor und fälschte das Spielgerät noch unhaltbar ab. Auf der anderen Seite entschärfte Westlund 13 Versuche der Gäste.

Stefaniszin patzte

Für den zweiten Durchgang hatten sich die Wiener viel vorgenommen und diesmal war es Stefaniszin, der seine Mitspieler im Stich ließ. Die Capitals versuchten, sich von Beginn an im Angriffsdrittel der Linzer festzusetzen und konnten sich die ersten Minuten auch gut behaupten.

Lediglich einen Schuss feuerte die gefürchtete Offensive der Linzer in den ersten sechs Minuten auf das Caps-Gehäuse. Eigentlich ein guter Start, doch dann kam die 28. Minute. Zuerst verlor Jonathan Ferland an der Bande in der neutralen Zone den Puck. Den Konter über Mairitsch schloss Martin Grabher-Meier ab. Sein Schuss kam halbhoch auf die Fanghand-Seite des Keepers, der die Scheibe aber nur noch streifte und passieren ließ. Damit war der Wille der Wiener gebrochen.

„Sie haben uns im ersten Drittel kalt erwischt und wir wollten dann in den zweiten 20 Minuten nochmals Gas geben. Dies ist uns ganz gut gelungen, aber der vierte Treffer war der Genickbruch für uns“, sagte Kapitän Benoit Gratton.

Bitteres Debüt für Dechel

Dem nicht genug legte Daniel Oberkofler nur 28 Sekunden später den fünften Treffer nach, wieder machte Stefaniszin keinen guten Eindruck.

Samuelsson hatte für diesen Abend genug gesehen und nahm seine eigentliche Nummer zwei vom Eis. Thomas Dechel, 19-jähriger Wiener, kam so etwas unverhofft zu seinem ersten Einsatz. Eine undankbare Aufgabe, wie sich herausstellen sollte. Hisey, Justin Keller und Mike Ouellette gewährten dem Küken keine Zeit, um sich einzugewöhnen und hießen den Neuling mit drei Schüssen binnen drei Minuten willkommen. Dechel wehrte keinen ab, einen Vorwurf konnte man dem jungen Mann aufgrund der Situation aber nicht machen.

Es waren zu diesem Zeitpunkt gerade mal 35 Minuten gespielt und die 3650 Zuschauer hofften schon auf einen zweistelligen Sieg. Dies wäre in einem Playoff-Spiel der EBEL ein absolutes Novum gewesen. Doch die haushoch überlegenen Linzer hatten keine Lust auf die Rekord-Jagd und sparten lieber ihre Kraft für die bevorstehende Aufgabe gegen Olimpija Ljubljana.

Durch das Schaulaufen der Black Wings kamen die Wiener durch Peter Casparsson, der der beste Wiener am heutigen Abend war, Ferland und Dan Bjornlie noch zu drei Treffern. Der Party in der „Keine Sorgen Arena“ tat das jedoch keine Abbruch.

Während die Köpfe der Wiener zu Boden sanken, streckten die Linzer freudetaumelnd ihre Hände in die Höhe.

Sebastian Rauch

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