"Haben Geduld nicht verloren"

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Vienna Capitals starten stark in die EBEL

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Zwei Spiele – zwei Siege.

Man kann getrost behaupten der Saisonstart der Vienna Capitals ist geglückt.

Dem 4:1 im Auswärtsspiel gegen Olimpija Ljubljana am Donnerstag folgte ein 3:1-Erfolg über Fehervar AV19 am Sonntag in Kagran. Die European Trophy miteingerechnet sind die Wiener seit sechs Spielen ungeschlagen.

Erst Abschluss-Pech, dann Stangen-Glück

Dabei sah es lange nicht nach einem Heimerfolg der „Caps“ aus. Trotz drückender Überlegenheit und zahlreicher Schüsse aufs Gehäuse der Ungarn, gingen diese entgegen dem Spielverlauf nach 19 Minuten durch ein Powerplaytor von Andres Horvath in Führung.

Im zweiten Drittel änderte sich am Spielgeschehen nicht viel. Die Wiener feuerten aus allen Rohren. Fehervar konterte. Und das gefährlich. Gleich zwei Mal musste die Stange für den bereits geschlagenen Matt Zaba im Capitals-Tor retten.

„Da hatten wir Glück. Fehervar ist eine gefährliche Mannschaft, die sich aufs Kontern spezialisiert hat. Wenn so ein Team dann in Führung geht, wird es umso schwerer“, wusste auch Tommy Samuelsson, dass sich Fortuna in dieser Phase des Spiels den Hauptstädtern gegenüber gnädig zeigte.

„Wir müssen uns sicherlich daran gewöhnen, dass die meisten unserer Gegner in Kagran so spielen werden“, warnte der Schwede gleich hinterher.

Gute Vorbereitung als Schlüssel zum Erfolg

Dass das Spiel im Schlussabschnitt durch Treffer von Debütanten Tony Romano (42.), Zdenek Blatny (50./PP) und Francois Fortier (52.) doch noch gedreht werden konnte, führte Samuelsson vor allem auf die Erfahrungen in der Vorbereitung zurück.

„Die European Trophy hat uns heute sicherlich sehr geholfen. Da haben wir uns Selbstvertrauen geholt, konnten an unserem Spielsystem arbeiten und sind in einen guten Rhythmus gekommen. Außerdem ist es immer hilfreich, wenn man weiß, dass man ein Spiel gewinnen kann, obwohl der Spielverlauf nicht gerade glücklich ist.“

Die Praxis aus der European Trophy war das eine, aber natürlich hatte der Coach selbst auch seinen Anteil am Sieg.

„Habe etwas richtig gemacht“

„Ich habe vor dem letzten Drittel gesagt, dass wir vor dem Tor für noch mehr Verkehr sorgen und auf Abpraller lauern müssen. Ich wusste, dass wir das Spiel gewinnen werden, wenn wir wieder 15 bis 20 Mal aufs Tor schießen. Ich bin stolz, dass wir nicht unsere Geduld verloren, sondern weiter konzentriert gespielt haben. Am Schluss hat sich das bezahlt gemacht. Ich habe also auch etwas richtig gemacht und die richtigen Worte gefunden“, konnte sich Samuelsson mit einem Lächeln ein Eigenlob nicht verkneifen.

Für den Torschützen zum zwischenzeitlichen Ausgleich, den auf Tryout-Basis verpflichteten US-Amerikaner Romano, hatte der 52-Jährige ein Sonderlob parat:

„Ich habe vor dem Spiel zu ihm gesagt, wenn er so spielen kann, wie er trainiert, dann bin ich total zufrieden. Aber er war noch besser“, freute sich der Trainer, der aber von einer vorzeitigen fixen Verpflichtung nichts wissen wollte.

Großer Kader von Vorteil

„Tony ist bei uns bis Anfang November im Tryout. Er ist jetzt erst ein paar Tage hier und hat erst ein Spiel absolviert, aber schon bestätigt, warum man ihn geholt hat.“

Ob man angesichts des vor der Rückkehr stehenden Rafael Rotter überhaupt noch einen Stürmer in der Mannschaft braucht, darf hinterfragt werden. Für Samuelsson ist dies allerdings kein Thema.

„Wir brauchen alle Cracks, die wir im Kader haben, schließlich haben wir über fünfzig Spiele in der Liga zu absolvieren. Man hat ja auch letzte Saison, als wir viele Verletzte hatten, gesehen, dass wir viele Spieler brauchen. Die Konkurrenzsituation, die wir auf allen Positionen, sei es im Tor, in der Abwehr oder im Sturm haben, macht uns viel besser“, ist der Trainer von den Vorteilen eines großen Kaders überzeugt.

Capitals bleiben in Villach

Der Start in die neue EBEL-Saison ist also mehr als geglückt. Kommendes Wochenende warten aber zwei echte Prüfsteine auf die Wiener. Dem Auswärtsspiel am Freitag gegen den ebenfalls mit zwei Siegen gestarteten VSV (Fr., 14.9., 19:15 Uhr, LIVE bei LAOLA1), folgt das Kräftemessen mit Medevescak Zagreb beim Freiluftspektakel im Amphitheater von Pula am Sonntag.

„Wir bleiben am Freitag in Villach, trainieren dann am Samstag dort und fahren am Nachmittag nach Pula. Ob wir vor dem Spiel im Freien trainieren können, wissen wir nicht. Der Co-Trainer von Zagreb hat mir gesagt, dass wir nicht damit rechnen, sondern froh sein sollen, wenn das Eis am Abend gut ist“, ist sich Samuelsson auch noch nicht sicher, wie die Vorbereitung auf dieses Match genau verlaufen wird.

Am Ende werden aber ohnehin nur die Punkte interessant sein, die die Capitals aus Kärnten und Kroatien mitbringen, denn mit zwei Niederlagen im Gepäck sähe der Saisonstart schon wieder ganz anders aus.

 

Fabian Santner

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