Die große LAOLA1-GD-Analyse

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LAOLA1 analysiert den Grunddurchgang

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Der Grunddurchgang der Saison 2012/13 ist Geschichte und die Teilnehmer der Platzierungs- bzw. Qualifikationsrunde stehen fest.

In 44 Runde mit insgesamt 264 Spielen kamen die Eishockey-Fans voll auf ihre Kosten. Egal ob Freiluftspiele, NHL-Imports, Trainerentlassungen oder andere Geschichten, die die EBEL-Welt bewegt haben, die Regular Season hatte eine Menge Highlights zu bieten.

LAOLA1 analysiert die Auftritte der einzelnen Mannschaften im Grunddurchgang und nimmt zunächst die Teams der Platzierungsrunde unter die Lupe.

Vienna Capitals

Man kann fast nicht verdienter am Platz an der Sonne stehen als die Hauptstädter. Die Capitals waren in allen 44 Runden unter den Top sechs, 29 Mal führten sie die Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga an. Daneben stellen die Wiener mit nur 100 Gegentreffern die beste Defensive des Grunddurchgangs. Das Team wirkt geschlossen, der Star ist die Mannschaft. Die Verantwortlichen der Caps scheinen aus der Vergangenheit gelernt zu haben.

Man to Watch: Patrick Peter durfte 29 Mal für die erste Mannschaft der Caps auflaufen und fügte sich nahtlos in den Defensiv-Corps der Wiener ein. Daneben absolvierte der 18-jährige Verteidiger 21 Spiele in der EBYSL und verbuchte dabei 13 Scorerpunkte. Der erst 16-jährige Ali Wukovits feierte am 4. Jänner im Spiel gegen Innsbruck sein EBEL-Debüt. Für die Silver-Caps erzielte er in 29 Spielen elf Tore und 19 Assists.

Pechvogel: Zwei Zentimeter. Mehr Platz ist zwischen Visier und den Augen, die es schützen soll, nicht. Wenn trotzdem ein Gegenstand, oder wie im Fall von Phillip Pinter eine Schlägerschaufel den Weg zu den Augen findet, ist das schlichtweg Riesenpech. Glück im Unglück: Er trug keine bleibenden Schäden davon und stand drei Wochen später wieder auf dem Eis. (Hier geht´s zum Interview)

Spieler des Grunddurchgangs: Die beiden Torhüter Fabian Weinhandel und Matt Zaba brachten die Gegner mit ihren Paraden teilweise zum Verzweifeln und stehen mit durchschnittlich 2,13 bzw. 2,14 Gegentoren pro Spiel auf den Plätzen eins und zwei dieser Statistik.

"Kurioses": Fans lassen sich immer wieder verrückte Dinge einfallen. Neben witzigen Choreos und Spruchbändern sowie Flitzerein gibt es auch den einen oder anderen, der seiner Angebeteten in einem Stadion vor tausenden Menschen einen Heiratsantrag macht. Dies war einem Anhänger der Caps jedoch nicht ausgefallen genug, also toppte er das Ganze, indem er diesen intimen Moment als Maskottchen verkleidet durchzog.

Medvescak Zagreb

Nach dem Erreichen des Halbfinales im letzten Jahr sind die Erwartungen an die Kroaten auch in dieser Saison groß. Die „Bären“ bestätigen als Zweiter des Grunddurchgangs die Ambitionen um den Titel mitzuspielen, hatten aber zu Jahresbeginn etwas Probleme das Niveau zu halten. So musste man sich unter anderem auswärts gegen Ljubljana (4:8) und zu Hause gegen Innsbruck (2:3) geschlagen geben. Nicht erst seit dem Grunddurchgang muss man die Kroaten auf der Rechnung haben.

Man to watch: Gal Koren spielt seine dritte Saison in der EBEL und scheint nun angekommen zu sein. Am 16. Jänner wurde der Kroate 21 Jahre alt und erzielte in dieser Saison drei Tore. Daneben verbuchte er auch fünf Assists. In der mit Legionären gespickten Mannschaft hat er seinen Platz gefunden und hat vor allem im Forecheck und in der Schnelligkeit seine Stärken.

Pechvogel: Am letzten Spieltag bekamen vor allem die Cracks viel Eiszeit, die sonst in der Saison eher nur Zuseher waren. So auch Petar Trstenjak. Der 20-Jährige sah die meisten Spiele nur von der Bank aus und wollte sich gegen Dornbirn für weitere Eiszeiten empfehlen. Nach einem harten Hit war die Partie aber frühzeitig vorbei. Der Kroate kam nicht wieder zurück.

Mann des Grunddurchgangs: Kyle Greentree kam aus der AHL nach Zagreb und hat sich sofort perfekt eingefunden. Mit 43 Punkten in 41 Spielen ist der Kanadier der beste Scorer seiner Mannschaft. Besonders in Überzahl ist auf den 29-Jährigen Verlass. Sieben seiner 19 Saisontreffer markierte er im Powerplay.

"Kurioses": Die Highlights des Jahres sind die Events, die die Kroaten auf die Beine stellen. Egal ob Pula-Games, Ice-Fever oder Salata-Open-Air, Medvescak Zagreb geht als Verein neue Wege und hebt die Liga durch diese Spektakel  auf ein besseres Niveau. Besonders die Matches in Pula sorgten für internationale Begeisterung und Anfragen aus allen Teilen der Eishockey-Welt. (Hier geht’s zur Geschichte)

Graz99ers

Die Graz99ers haben nach ihrer letztjährigen Abstinenz die heurigen Playoffs souverän erreicht. Mit einem zeitweise erfrischenden Eishockey, sicherten sich die Murstädter auch völlig verdient den dritten Tabellenrang. Trainer Mario Richer lässt ein körperbetontes Eishockey spielen, was auch in der Strafenstatistik gut erkannt werden kann – die 99ers sind mit 1060 Minuten in 44 Spielen, oder 24,1 Minuten pro Match, unangefochtener Tabellenführer der Kühlbox-Besetzung.

Man to watch: Zintis Zusevics. Der 18-Jährige Lette kommt aus der eigenen Jugend und wurde in dieser Saison in jedem Spiel eingesetzt. In seiner ersten Saison als Eishockey-Profi verbuchte er bereits zwei Assists.

Pechvogel: Martin Oraze. Der 28-Jährige kam vor der Saison von den Vienna Capitals und sollte der Grazer-Verteidigung zur Stabilität verhelfen. Jedoch konnte der ÖEHV-Spieler nicht überzeugen und wurde im Dezember abgemeldet. Nun bastelt er an seinem Comeback beim Heimatverein VSV.

Mann des Grunddurchgangs: Olivier Latendresse. Der 26-Jährige blüht in seiner zweiten 99ers-Saison regelrecht auf. Nachdem der Franko-Kanadier in seiner Premieren-Saison einen Punkteschnitt von 0,7 Punkten pro Spiel verbuchte, hält er heuer nach 42 Spielen bei 42 Punkten (20 Tore, 22 Assists) oder auch 1 Punkt pro Spiel und ist daher ein steter Unruheherd für die gegnerische Verteidigung.  

„Kurioses“: Durch den NHL-Lockout und der vorübergehenden Verpflichtung von Thomas Vanek, verwandelte sich die steirische Landeshauptstadt in eine wahre Hockey-Town. Der „Bunker“ war regelmäßig ausverkauft und auch nach der Rückkehr Vaneks nach Buffalo, hielt der Zuschauerzuspruch an. (Hier geht's zur Geschichte)

VSV

Der VSV hat sich in die Zwischenrunde und in den dazugehörigen Playoffs im wahrsten Sinne des Wortes geschossen. Die Villacher erzielten in 44 Spielen nicht weniger als 171 Treffer, welch ein Schnitt von 3,88 Toren pro Match ist, und stellen somit die beste Offensive des Grunddurchgangs. Zum Vergleich, vergangene Saison schossen die Draustädter 2,8 Treffer pro Runde. Diese Verbesserung ist nicht nur ein Verdienst der sehr guten Kader-Planung, unter anderem wurde der letztjährige MVP John Hughes geholt, sondern auch vom neuen Trainer Hannu Järvenpää. Der erste Finne an der Villacher Bande lässt aber nicht nur blind nach vorne spielen, sondern dass er ein Meister seines Faches ist, hat er in Spielen gegen RB Salzburg oder Vienna Capitals eindrucksvoll bewiesen, als er den VSV mit einer Defensiv-Taktik auf das Eis schickte und den jeweiligen Gegner regelrecht zur Verzweiflung brachte.

Man to watch: Stefan Bacher. Der 19-jährige Verteidiger bekommt in der heurigen Saison viel Eiszeit und konnte das in ihn gesteckte Vertrauen definitiv zurückzahlen.

Pechvogel: Thomas Höneckl. Der 23-jährige Salzburger kam vor der Saison von RB Salzburg an die Drau. In zwölf Matches, konnte der gebürtige Pongauer mit einer Fangquote von 89,9 Prozent jedoch noch nicht überzeugen.

Mann des Grunddurchgangs: Derek Ryan. Der Stürmer ist im Sommer vom EBEL-Konkurrent Fehervar AV19 verpflichtet worden und konnte mit 26 Toren und 35 Assists in 44 Spielen mehr als überzeugen.

„Kurioses“: Der nächtliche Ausflug von Stürmer Antti Pusa in der Klagenfurter Innenstadt, mit anschließendem Läuten bei einer falschen Wohnungstür und den Versuch der Polizei zu entkommen, wird wohl noch einige Zeit in Villach die Gemüter erheitern. (Hier geht's zur Geschichte)

KAC

Spät, aber doch hat es der Rekordmeister in die Top sechs geschafft. Die heurigen Ergebnisse und Platzierungen des KAC glichen einer Achterbahnfahrt. Siege und Niederlagen gaben sich in Klagenfurt regelrecht die Klinke in die Hand. Mit dem Trainer-Wechsel von Christian Weber hin zu Christer Olsson und Dieter Kalt, scheinen die Rotjacken aber alles richtig gemacht zu haben. Unter dem Schweizer erspielten sich die Kärntner 1,1 Punkte pro Spiel, unter dem Schweden sind es atemberaubende 1,66 Punkte. Zudem ist das Powerplay eine heurige Stärke des Vizemeisters -immerhin wird fast jedes vierte Überzahlspiel genützt. Einzig der Erzrivale aus Villach ist mit einem Mann mehr am Eis gefährlicher. (Hier geht's zum Kalt-Interview)

Man to watch: Tom Zanoski. Der 28-Jährige wechselte während der Saison von Liga-Konkurrent Medvescak Zagreb an den Wörthersee und konnte mit fünf Treffern und vier Assists in 14 Spielen von Start weg überzeugen. Hält der Punkteschnitt an, werden die KAC-Fans noch eine große Freude mit dem Kroaten haben.

Pechvogel: Gregor Hager. Der 31-Jährige wurde am 7. Oktober im Spiel gegen die Black Wings Linz von Brian Lebler gegen den Kopf gecheckt und fällt seitdem wegen einer Gehirnerschütterung aus.

Spieler des Grunddurchgangs: Jamie Lundmark. Der 32-jährige Kanadier kam vor der Saison aus der KHL von Dinamo Riga. Von Beginn weg zeigte der ehemalige NHL-Spieler sein Können und hat auch in 42 Spielen bei 51 Treffern (23 Tore, 28 Assists) seinen Schläger mit im Spiel.

„Kurioses“: NHL-Lockout Spieler Andrew Cogliano kehrte demütig in die USA zurück. Der 25-Jährige erzählte nach seiner Ankunft diversen Medien, dass er von den langen Busreisen, den verrückten Fans und des körperbetonten EBEL-Spiels gezeichnet sei. (Hier geht's zur Geschichte)

Black Wings Linz

Beim amtierenden Meister war man von Anfang an bemüht, die Erwartungen herunterzuschrauben. Allen Beteiligten war bewusst, dass ein Sensationsjahr wie in der Vorsaison nicht zu wiederholen ist. (Hier geht’s zum Video) Gerade zu Beginn taten sich die Black Wings schwer und hatten vor allem in der Abwehr ungewohnte Schwächen. Mit Fortdauer der Meisterschaft und der Verpflichtung von David LeNeveu ging es dann aber aufwärts.

Man to watch: Patrick Spannring: Seinen Vertrag hat der 22-Jährige Stürmer gerade erst um ein Jahr verlängert, was zeigt, dass Trainer Rob Daum an der Weiterentwicklung des Vorarlbergers glaubt. Zwar ist in Sachen Torgefährlichkeit noch viel Luft nach oben, jedoch ist die Hauptaufgabe der vierten Linie um Kapitän Lukas auch nicht das Toreschießen. Bemerkenswert: In der Vorsaison saß Spannring in 60 Spielen 118 Minuten auf der Strafbank, in diesem Jahr sind es in 44 Matches nur 25 Minuten.

Pechvogel: „Ich kann es nicht erwarten, endlich wieder zu spielen“, twitterte NHL-Profi Shawn Matthias vor seinem Engagement in Linz. Dieses sollte nach nur vier Spielen (vier Punkte) wieder beendet sein. Mit einer Gehirnerschütterung reiste er bereits vor Ende seine Vertrages zurück nach Nordamerika.

Mann des Grunddurchgang: Brian Lebler – Der Austro-Kanadier gab bereits im Vorjahr eine Kostprobe seines großen Talentes ab, um in diesem Jahr regelrecht zu explodieren. Mit 45 Punkten ist der 24-Jährige, der ab September für das österreichische Nationalteam spielberechtigt ist, zweitbester Linzer Scorer hinter Mike Ouellette. (Hier geht’s zur Geschichte)

"Kurioses": Alex Westlund konnte einem leidtun. Im Meisterjahr noch als Vater des Erfolges betitelt, musste er seinen Spind Mitte November wegen unzureichender Leistungen räumen. Beim Abgang zeigte sich der US-Amerikaner, der die Mannschaft des Öfteren als große Familie bezeichnete, sehr betrübt. „Meine Frau und ich sind sehr traurig und enttäuscht. Ich hätte gerne noch ein paar Jahre hier gespielt, aber jetzt ist es anders gekommen und damit muss man sich abfinden.“ (Hier geht’s zur Geschichte)

Platzierungsrunde: 1. Runde (Dienstag, 19.15 Uhr)
VSV - Zagreb
Graz - Linz
KAC - Capitals

Qualifikationsrunde 1. Runde (Dienstag, 19.15 Uhr)
Znojmo - Innsbruck
Salzburg - Dornbirn
Fehervar - Ljubljana

Tabelle/Bonuspunkte:

1.VIC 4 Bonuspunkte
2.MZA 3
3.G99 2
4.VSV 1
5.KAC
6.BWL
----
7.ZNO 4
8.RBS 3
9.FAV 2
10.OLL 1
11.DEC
12.HCI

Sebastian Rauch, Fabian Santner, Alexander Planasch

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