Taktik, Glück und viel Kopfsache

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"Mit einem Sweep konnte keiner rechnen"

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„Mission accomplished“ – Mission erfüllt.

Seit der Saison 2008/09, jener Spielzeit als der letzte Meisterpokal seinen Weg nach Klagenfurt gefunden hatte, lechzte sowohl der Verein als auch die Stadt und das gesamte Umfeld nach dem ominösen 30. Titel der Vereinsgeschichte.

„Mission 30“ war geboren und der Slogan hing fortan wie ein Damokles-Schwert über dem Verein.

Teilweise prangte der Schriftzug sogar auf den Trikots der „Rotjacken“, doch nach zwei verlorenen Final-Serien in den letzten beiden Jahren drohte das historische Ziel zum Fluch zu werden.

Historisches Finale

Doch alle guten Dinge sind bekanntlich drei.

Im Jahr 2013 gelang dem Rekordmeister in der dritten Final-Serie en suite der ersehnte 30. Titel. Doch dem nicht genug, schrieben die Klagenfurter nicht nur in dieser Form Geschichte, sondern lieferten auch in der Art und Weise Historisches ab.

Noch nie seit der Einführung der „best-of-seven“-Serie in Österreich gelang es einer Mannschaft bereits nach vier Spielen den Bewerb für sich zu entscheiden. Die Vienna Capitals wurden mit 4:0 eindrucksvoll in ihre Schranken gewiesen und somit „gesweept“.

„Man konnte nicht erwarten, Wien mit einem Sweep zu schlagen, denn sie sind ein unglaubliches Team“, zeigt sich Trainer Christer Olsson trotz der am Ende klaren Angelegenheit als fairer Sportmann.

Sweep hat keine Bedeutung

Die Tatsache, dass man am Ende mit einem Sweep Historisches vollbracht hat, ist für die Klagenfurter aber nicht von großer Bedeutung.

„Natürlich ist ein 4:0 die offensichtlich beste Variante, um ein Finale zu gewinnen, aber viel wichtiger ist, dass wir für die harte Arbeit während der Saison belohnt wurden. Es war eine richtige Schlacht mit vielen Höhen und Tiefen, in welcher wir niemals aufgegeben haben“, freut sich Abwehr-Hüne Mike Siklenka.

Raphael Herburger, der den Verein verlassen wird, misst der Tatsache, dass die Capitals keinen Sieg erringen konnten, ebenfalls nicht allzu große Bedeutung zu. „Sieg ist Sieg. Ich wollte einfach nur Meister werden. Ob am Ende in vier oder in sieben Spielen ist egal.“

„Wir haben die dominanteste Mannschaft der Saison mit 4:0 geschlagen, doch damit konnte keiner rechnen. Die Caps waren von unserer Kompaktheit überrascht und sie haben es nicht geschafft, zurück in die Serie zu kommen“, gibt Co-Trainer Dieter Kalt zu Protokoll und weiß auch um die Bedeutung dieses historischen Titels.

„Der KAC hat den Anspruch, immer ganz oben zu stehen. Dieser 30. ist ein Titel, der von der Stadt, den Fans, aber auch den Spielern schon lange gefordert wurde. Das war natürlich ein Druck. Jetzt bin ich einfach nur stolz auf die Mannschaft und freue mich für die Jungs“, so der ehemalige Spieler.

Der Druck ist nun weg, das Damokles-Schwert ebenso, doch die nächste Mission kommt bestimmt.

Sebastian Rauch

Taktik war entscheidend

Auch Kirk Furey, der beim 29. Titel bereits im Aufgebot der Klagenfurter stand, zollte dem Gegner Respekt.

„Die Caps sind eine unglaubliche Mannschaft, über die gesamte Saison sind sie dominant aufgetreten und diese Jungs musst du erstmal schlagen. Größten Respekt an unseren Gegner, denn sie haben tolle Spieler. In jedem Spiel waren sie dran und hätten die ersten beiden Spiele auch gewinnen können, dann hätte es für uns anders ausgesehen“, analysierte der 37-järhige Kanadier.

Den Grund für den schlussendlichen Sieg kennt Furey aber auch.

„Wir haben gewonnen, weil wir ein bisschen Glück hatten und unsere Taktik hervorragend war.“

Eine Taktik, gegen die die unterlege Mannschaft aus der Bundeshauptstadt über vier Spiele kein Rezept finden konnte.

„Um Wien zu schlagen, mussten wir das Tempo rausnehmen. Bei einem Up-and-Down-Game hätten wir keine Chance gehabt“, gibt Olsson unverblümt zu.

Mischung aus vielen Faktoren

Ausschlaggebend für den Sweep waren für den Schweden die ersten beiden Spiele. „Das erste Spiel in Wien, welches wir mit 1:0 gewonnen haben, hat uns einen gewaltigen Schub gegeben. Der darauffolgende 2:1-Sieg nach Overtime war ebenfalls sehr wichtig. Danach konnten wir es befreiter angehen und einfach unser Spiel spielen“, sagt der Head Coach des KAC.

Das Geheimnis des Erfolges ist sich für Verteidiger Johannes Reichel „eine Mischung aus vielen Faktoren. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht, aber auch Tore in entscheidenden Phasen verhindert. Taktisch waren wir von unseren Trainern super eingestellt und wir waren im Kopf bereit. Der Sweep ist auch Glück, aber wir waren vom ersten Moment bei der Sache und hatten das Momentum stets auf unserer Seite.“

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