Eine Linzer Linie zum Lieben

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"Ouellette fällt in der Kabine gar nicht auf"

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Es ist ein anderes Bild.

Vergangene Saison hatten die Black Wings Linz in der EBEL nach vier Spielen erst einen Sieg auf dem Konto. Ein Jahr später ist es umgekehrt: Mit dem 4:2-Sieg gegen die zuvor ungeschlagenen Cracks aus Ljubljana gelang der Mannschaft von Neo-Head-Coach Rob Daum der dritte Sieg.

3150 Fans versammelten sich am Sonntag in der Keine-Sorgen-Halle, um den zweiten Heimsieg der noch jungen Spielzeit zu sehen. Sie wurden nicht enttäuscht – dank einer bärenstarken ersten Linie.

Die Verteidiger Adrian Veideman und Curtis Murphy sowie vor allem das Offensiv-Trio Gregor Baumgartner, Mike Ouelette und Patrick Leahy glänzten wie schon in den ersten drei Spielen.

Bereits 35 Scorer-Punkte

Zusammen halten die fünf Cracks bei bereits unglaublichen 35 Scorer-Punkten. Ouelette erhöhte sein Torkonto mit zwei Treffern auf acht und führt die Punkteliste dank fünf Assists mit elf an.

In dieser belegt Baumgartner, dreifacher Assistgeber vom Sonntag, Rang drei (4/4) sowie Leahy (2/4) und Veideman (2/4) Platz fünf. Chris Murphy steuerte bislang vier Assists bei.

„Die Linie funktioniert momentan ganz gut, wir harmonieren einfach. Ein wenig Glück braucht es auch, manchmal kann man es nicht erklären, warum es klappt“, meint ein glücklicher Baumgartner.

Head Coach Rob Daum kann den Erfolgslauf dieser Linie erklären: „Alle Spieler sind sehr talentiert, intelligent und ergänzen sich sehr gut. Sie haben ein Repertoire mit verschiedenen Fähigkeiten. Sie spielen defensiv gut und weil sie das tun, kommen sie durch den errungenen Scheibenbesitz zu Chancen und verwerten sie. Zudem spielen sie ein starkes Powerplay.“

Der stille Hauptdarsteller

Die Hauptrolle in diesem Erfolgsstück kommt aktuell Ouellette, der Neuerwerbung aus Graz, zu. Der 29-Jährige ist allerdings keiner, der sich ins Rampenlicht drängt.

„Er ist ein ganz ruhiger Typ, allgemein sehr verhalten. Scheinbar ist es auch gut, wenn er am Eis so agiert und dem Gegner nicht auffällt. Momentan steht er immer richtig und wir scheinen uns auf dem Eis gut zu finden“, analysiert Baumgartner.

„Man merkt auch nicht, dass er in der Kabine ist. Er zieht sich erst ganz spät an. Das hat Bobby Lukas richtig geschreckt, normal ist er immer der Letzte“, lacht der Flügel.

Daum ist von der Einstellung Ouelettes angetan: „Er sagt nicht viel, aber er ist ein guter Leader und er will gewinnen. Dafür tut er die Dinge, die es braucht. Wenn man von ihm eine defensive Rolle will, dann erfüllt er sie auch.“

Und was sagt der stille Scorer nach den ersten Runden?

„Unsere Linie ist gerade on fire. Aber ich habe es leicht, ich brauche nur vor dem Tor stehen.“

Head Coach Daum hatte seinen Landsmann aus Kanada vor seiner Verpflichtung nicht gekannt, „aber wir alle haben über ihn gesprochen und wir sind zum Entschluss gekommen, dass er eine gute Verstärkung für unser Team wäre. Generell habe ich viel recherchiert, bevor irgendwer unter Vertrag genommen wurde. Ich wollte vollends überzeugt sein.“

Gute und schlechte Nachrichten

Vollends überzeugt ist Daum von dem Spiel seiner Mannschaft noch nicht. Der 53-Jährige sagt allerdings auch über sich selbst, nie zufrieden zu sein.

Hinsichtlich seiner Traum-Linie meint der Trainer: „Hier gibt es gute und schlechte Nachrichten: Die gute ist, dass sie so toll spielen, die schlechte, wir brauchen auch andere Spieler die treffen, denn diese Linie wird dieses Tempo nicht immer spielen können. Aber ich denke, mit der Zeit werden alle Spieler mehr treffen. Das beunruhigt mich also nicht.“

Genauso wenig wie der Blick in die Zukunft: „Es ist ein sehr guter Start für uns. Wir erzielen Tore und unser Powerplay ist gut, aber es gibt auch noch genügend Negatives, das es auszumerzen gilt. Das wird mit der Zeit passieren.“

Auch gegen Ljubljana machten es die Black Wings den Gästen defensiv oft zu einfach. Aber hier beweisen die Oberösterreicher ebenfalls Geduld.

„Defensiv haben wir noch Probleme, das gilt es in den nächsten Spielen auszumerzen. Wir haben gewusst, dass es ein wenig dauern wird. Aber es wird“, ist Manager Christian Perthaler zuversichtlich.

Wenn die Defensive nur annähernd so agiert, wie die Offensive aktuell, dann kann es für die Linzer eine überaus interessante Saison werden.

 

Bernhard Kastler

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