Das Ende einer Ära

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Page nach 42 Jahren nicht mehr Trainer

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Für RB Salzburg gingen am Sonntag gegen die Vienna Capitals gleich zwei  Ären zu Ende.

Zum einen schieden die Mozartstädter zum ersten Mal im sechsten Aufeinandertreffen gegen die Wiener in einem Playoff-Duell aus, zum anderen war es das letzte Spiel von Pierre Page an der Bande des ehemaligen österreichischen Meisters.

Page nimmt den Hut

Nach 42 Jahren im Trainergeschäft verabschiedet sich der 64-Jährige zwar nicht von der Eishockey-Bühne, als Coach sind seine Zeiten jedoch vorbei. Page wird künftig als eine Art General Manager für die beiden Red-Bull-Klubs Salzburg und EHC München verantwortlich sein.

Seit der Saison 2007/08 stand der Kanadier an der Bande der „Bullen“ und führte den Verein in den folgenden Jahren zu drei österreichischen Meistertiteln (2007/08, 2009/10, 2010/11), dem Gewinn des Red Bulls Salute (2009) sowie der European Trophy (2010/11) und des Continental Cups (2009/10).

Seit Beginn seines Engagements in Salzburg polarisierte der exzentrische Übungsleiter in Interviews und mit seiner Transferpolitik und zog sich dadurch nicht selten den Unmut der gegnerischen Fans zu. Page wurde in diversen Hallen oft zum Ziel der durch Fans skandierten Schmährufe, von seinem Weg beziehungsweise seiner Art seine Meinung zu sagen, brachte ihn das aber nicht ab. Der Erfolg gab ihm in den meisten Jahren Recht.

Inkonstante Saison

Ein Meistertitel zum Abschluss seiner Trainer-Laufbahn blieb Page aber verwehrt. Dafür gab es über die gesamte Saison zu viele Baustellen in Salzburg. Dutzende Spieler kamen und gingen, die nötige Konstanz konnte durch die vielen Transfers nicht gewährleistet werden.

„Wir sind in dieses Jahr gestartet, um Meister zu werden. Die Saison war aber sehr durchwachsen und die Serie gegen Wien war ein Abbild der gesamten Spielzeit“, lautete das kurze Fazit von Kapitän Matthias Trattnig direkt nach dem Ausscheiden aus den Playoffs.

Dabei hatten die Salzburger in Spiel sechs vor eigenem Publikum gegen die Capitals durchaus ihre Möglichkeiten, die Serie zu verlängern und eventuell in einem entscheidenden Duell am Dienstag in Wien doch den Einzug ins Finale zu meistern.

Knackpunkt in Spiel vier

Dazu hätte man aber die zweimalige Fünf-gegen-Drei-Überzahl im letzten Drittel besser nützen müssen. Die Tore der Wiener beim Stand von 2:2 von Ex-Salzburger Justin Keller, der per Shorthander traf, und Philipp Pinter, nach einem Solo, wären wohl auch zu verhindern gewesen. Mit zwei Stangenschüssen von Trattnig waren die „Bullen“ zusätzlich nicht vom Glück verfolgt.

„Natürlich war in einigen Situationen der Serie auch Glück dabei. Aber wir haben uns dieses Glück auch verdient. Die ganze Saison haben wir gutes Hockey gespielt und diesen Finaleinzug verdient. Wir haben gewusst, dass wir es schaffen können. Es war eine tolle Mannschaftsleistung und wir können darauf stolz sein“, analysierte Caps-Trainer Tommy Samuelsson.

In den Augen von Nationalspieler Daniel Welser ist die Entscheidung in der Serie bereits früher gefallen und nicht erst im letzten Aufeinandertreffen.

„Ich denke, die Niederlage im vierten Spiel, als wir in der Serie schon 2:1 geführt und Heimrecht hatten, war der Knackpunkt. Da haben wir es aus der Hand gegeben“, so der Verteidiger.

Zukunft noch unsicher

Am Ende treten die Spieler den Urlaub an, während Page als Head Coach in den Ruhestand geht. Wie das Projekt Salzburg in der nächsten Saison aussehen wird, ist noch nicht vollends geklärt.

Es gibt Gerüchte, die Mozartstädter sollen sich auf die Ausbildung junger Österreicher fokussieren und eine Art U24-Mannschaft ins EBEL-Rennen schicken, während das Hauptaugenmerk auf dem Kooperations-Verein in München liegen soll. Genauere Angaben hierzu gab es aber von Seiten des Vereins noch nicht.

Auch wer die Nachfolge Pages als Head Coach in Salzburg antreten wird, ist noch unklar. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Berlin-Trainer Don Jackson, der Page einst schon bei den Eisbären beerbt hatte.

Sebastian Rauch

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