Zwei junge Cracks spielen sich ins Rampenlicht

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Nach einem langen und substanz-zehrenden Grunddurchgang samt Zwischenrunde mobilisierten die besten acht Mannschaften in den Playoffs nochmals ihre Kräfte, um sich die Krone in der Erste Bank Eishockey Liga auszuspielen.

Wie mittlerweile bekannt, setzten sich mit den Black Wings Linz und dem KAC das beste Team aus dem Grunddurchgang beziehungsweise der Rekord-Champion gegen die Konkurrenz durch und spielen sich in der „Best of seven“-Serie den Meister aus.

Ouellette und Hisey voran

Die Nerven bei den Spielern, Trainern und Anhängern der Finalteilnehmer sind zum Zerreißen gespannt. In vergleichbaren Situationen kristallisierten sich in der Vergangenheit immer wieder Spieler heraus, die in besonderen Augenblicken über sich hinauswachsen. Vorwiegend schreibt man diese Fähigkeit Spielern zu, die schon länger im Geschäft sind und über ein gewisses Maß an Playoff-Erfahrung verfügen.

So ist es wenig verwunderlich, dass bei den Oberösterreichern mit Mike Ouellette und Rob Hisey zwei Spieler in der internen Scorerliste der Postseason ganz oben stehen, die bereits einige solcher Spiele auf ihrer Eishockey-Vita haben.

Ersterer steht seit der Saison 2006/07 ohne Ausnahme in den Playoffs und sein kanadischer Landsmann spielt ebenfalls schon die neunte Saison, die über den Grunddurchgang hinausgeht. Beide Stürmer halten derzeit bei 16 Punkten, so viele wie kein anderer. Ouellette zeichnete sich hierbei mehr als Vorbereiter, denn als Torschütze aus, verbuchte 13 seiner Punkte per Assist. Während sich Hisey ausgeglichener präsentierte und sechs Treffer sowie zehn Vorlagen auf seinem Konto stehen hat.

Lebler überzeugt

Und dennoch, obwohl die beiden Kanadier punktetechnisch das Maß aller Dinge sind, sticht auch ein junger Crack in den Reihen der Stahlstädter heraus.

Brian Lebler, 23-jähriger Austro-Kanadier, schnupperte erstmals im Vorjahr in der ECHL in vier Spielen mit den Elmira Jackals Playoff-Luft. Alles andere als erfahren also und dennoch blüht der Stürmer, dessen Bruder Michael ebenfalls bei den Linzer unter Vertrag steht, regelrecht auf.

Bereits in der Regular Season machte Lebler auf sich aufmerksam, überzeugte vor allem durch seine körperliche Präsenz und sein eisläuferisches Können.

19 Punkte in 39 Spielen im Grunddurchgang der EBEL-Premieren-Saison ist ein solider Wert, neun Zähler in zehn Partien der Postseason, sind noch deutlich höher einzuschätzen.

Für ÖEHV-Team nicht spielberechtigt

Trainer Rob Daum vertraut dem Stürmer auch im Powerplay, lässt ihn unter anderem mit Pat Leahy und Hisey stürmen. Der Besagte zahlte es im zweiten Finalspiel zurück und markierte das erste Tor der Partie in Überzahl, sein viertes in den Playoffs.

Für die österreichische Nationalmannschaft ist der in Kanada geborene Crack aber derzeit noch nicht spielberechtigt. Da Lebler, ebenso wie Bruder Michael, über eine Doppelstaatsbürgerschaft verfügt, muss er zuerst zwei Jahre in Österreich spielen, um für die Landesauswahl spielberechtigt zu sein.

Daher wird Teamchef Manny Viveiros bei der B-WM in Ljubljana nicht auf den Linzer zurückgreifen können. Ganz im Gegensatz zu Raphael Herburger vom KAC, der wohl "Rot-weiß-rot" beim Großereignis vertreten wird.

Name VF HF F Gesamt
Hisey 9 4 3 16
Ouellette 8 8 - 16
Baumgartner 7 3 1 11
Murphy 5 6 - 11
Keller 4 5 1 10
Irmen 6 3 1 10
B. Lebler 2 6 1 9

Raphael Herburger im Duell mit Michael Lebler

Jung und talentiert

Der Vorarlberger ist nämlich derzeit bei den Klagenfurtern der beste Scorer der Postseason. Zwar hat der 23-jährige Center in den beiden Finalspielen noch nicht anschreiben können, dafür hat er in Viertel- sowie Halbfinale in zehn Spielen gleich zwölf Mal zugeschlagen. Drei Tore hat der 2008 von Dornbirn zum Rekordmeister gewechselte Angreifer erzielt, neun Mal leistete er die Vorarbeit.

Dabei konnte dies nach der schwachen Zwischenrunde nicht erwartet werden. Zugegebener Maßen befand sich der komplette KAC in dieser Phase auf dem Tiefpunkt, dennoch ist ein Assist in zehn Spielen eher dürftig.

Derzeit spielt Herburger mit den beiden Brüdern Manuel und Stefan Geier in der ersten Linie. Seit Jahren spielt das Trio gemeinsam, was natürlich Früchte trägt. "Dadurch verstehen wir uns fast blind“, wurde Herburger bereits anfangs der Saison in der „Kleine Zeitung“ zitiert. Auch das Brüder-Paar zeigt sich in den Playoffs äußert produktiv, kam auf neun (Manuel) beziehungsweise sieben (Stefan) Punkte.

„JayJay“ überzeugt

Neben dem Geier-Duo, ist bei einem weiteren Pärchen der Knopf aufgegangen. Joey Tenute und John Lammers sind in den Entschiedungsspielen regelrecht explodiert. War im Vorjahr noch von "T’n’T" die Rede (Tyler Scofield und Tyler Spurgeon) so sind spätestens seit den Playoffs „JayJay“ in aller Munde.

Fünf Treffer konnte Lammers in der Postseason schon beisteuern, Tenute ist gemeinsam mit Geier und neun Scorer-Punkten hinter Herburger zweitbester Punktesammler des KAC. Im Grunddurchgang schrieb er nur 23 Mal an.

Sebastian Rauch

Name VF HF F Gesamt
Herburger 7 5 - 12
Tenute 4 5 - 9
M. Geier 5 3 1 9
Koch 3 3 2 8
St. Geier 4 3 - 7
Reichel 4 2 1 7
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