Vom "Bad Boy" zur Tormaschine

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Brian Lebler kommt aus dem Jubeln kaum heraus

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Er trifft wie er will.

Brian Lebler ist zur Zeit „on fire“. Der Austro-Kanadier in Diensten von Meister Black Wings Linz erzielte in den letzten acht Spielen zehn Volltreffer. Insgesamt hält der Stürmer bei 26 Saisontoren, zudem assistierte er seinen Kollegen 14 Mal.

Lob an die Mitspieler

Für die plötzliche Leistungsexplosion hat Lebler selbst keine wirkliche Erklärung und gibt sich gegenüber LAOLA1 als bescheidener Teamplayer.

TV-Tipp: LAOLA1 überträgt am Freitag das Spiel VSV gegen RB Salzburg ab 19:10 Uhr im LIVE-Stream.

„Ich versuche täglich hart zu arbeiten. Dazu kommt, dass meine Linien-Kollegen (Mike Ouellette und Danny Irmen, Anm.) sehr gute Eishockey-Spieler sind. Ich versuche einfach, mich freizulaufen. Die zwei haben so eine gute Übersicht, dass ich einen Pass nach dem anderen bekomme. Wir verstehen uns fast blind“, streut er seinen Mitspielern Rosen. „Es ist relativ einfach solche Statistiken zu haben, wenn man solche Vorlagen bekommt.“

So löblich es ist, dass der 24-Jährige die Aktionen seiner Mitspieler in den Mittelpunkt rücken will, braucht es dennoch jemanden, der den Puck auch mit einer solchen Sicherheit ins Tor befördert. Dies gelingt ihm derzeit mit einer beeindruckenden Leichtigkeit.

Neben seiner Kaltschnäuzigkeit spielen aber natürlich auch die veränderten Eiszeiten eine große Rolle. „Ich spiele jetzt auch oft im Powerplay. Da sind die Chancen, ein Tor zu erzielen logischerweise größer“, streicht der Angreifer einen markanten Unterschied zur letzten Saison hervor, in welcher er in insgesamt 52 Einsätzen solide 30 Scorerpunkte verbuchen konnte.

Als „Bad Boy“ abgestempelt

Größere Aufmerksamkeit erlangte der vom ECHL-Klub Elmira Jackals verpflichtete Crack durch die eine oder andere Härteeinlage, vor allem sein Check gegen das Gesicht von Matej Hocevar, erregte die Gemüter.

Hocevar brach sich dabei das Kiefer und verlor mehrere Zähne, Lebler wurde für sieben Spiele aus dem Verkehr gezogen und war fortan als „Bad Boy“ abgestempelt.

Auch in der laufenden Spielzeit zeigte der Angreifer bereits, dass er kein Kind von Traurigkeit ist. KAC-Stürmer Gregor Hager blieb nach einem Check auf offenem Eis bewusstlos liegen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Das Videostudium zeigte jedoch keinen Check gegen den Kopf, weswegen der Linzer Torjäger „nur“ ein Spiel gesperrt wurde. Aufgrund seiner „Vorgeschichte“ gab es jedoch schon die eine oder andere Stimme, die ihm Absicht unterstellte.

Hager wurde von Lebler ausgeknockt

Vertragsverlängerung vor Weihnachten

Dieser „Rückfall“ blieb allerdings der einzige, umso erfreulicher ist es, dass der Stürmer sich mehr und mehr auf seine Hauptaufgabe konzentriert. Und diese ist nun einmal das Toreschießen.

Daher ist es kein Wunder, dass die Linzer den Sohn des ehemaligen österreichischen Nationalspielers Eddy Lebler unbedingt länger in der Stahlstadt halten wollten.

Am 17.12. konnte Manager Christian Perthaler schließlich verkünden, dass der Vertrag mit dem Austro-Kanadier gleich um drei Jahre verlängert wurde. Vor allem die Länge des Kontraktes ist im Eishockey nicht gerade alltäglich.

„Man hat mir drei Jahre Laufzeit angeboten. Es ist immer schön, wenn man eine gewisse Sicherheit hat. Mir gefällt es in Linz. Die Fans, der Coach, die Mannschaft, alles ist super. Es gab eigentlich keinen Grund nicht für so lange zu unterschreiben“, macht Lebler keinen Hehl daraus, wie gut es ihm in der Stahlstadt gefällt und ergänzt: „Ich habe auch nur mit Linz verhandelt!“

„Ich würde gerne für Österreich spielen“

Für das dritte Vertragsjahr hat sich Lebler allerdings eine Klausel in das Arbeitspapier schreiben lassen. Im Falle eines Auslands-Angebotes könnte er die oberösterreichische Landeshauptstadt dann vorzeitig verlassen.

„Als Sportler setzt man sich natürlich zum Ziel, auf dem höchstmöglichen Niveau zu spielen. Es hat sich bei den Verhandlungen ergeben, dass es diese Option gibt, also haben wir das für alle Fälle in den Vertrag schreiben lassen“, gibt sich der 24-Jährige ambitioniert.

Vorerst bleibt er allerdings in der EBEL, was vor allem für das Nationalteam interessant ist. Denn nach seinem zweiten Jahr in Österreich, also ab September 2013, wäre er für das ÖEHV-Team spielberechtigt und könnte so in die Fußstapfen seines Vaters treten, der das Dress mit dem Adler in den 80ern 20-Mal überstreifte.

„So wie mein Vater für Österreich zu spielen, ist auf jeden Fall ein Ziel von mir. Ich weiß zwar nicht, was die Zukunft bringt, aber ich hoffe, ich spiele weiter gut genug, um in die Nationalmannschaft einberufen zu werden“, verrät der Torgarant.

Gleich in seinem ersten Jahr feierte Brian Lebler mit Linz den Meistertitel

Volle Konzentration auf die Black Wings

Momentan konzentriert sich Lebler jedoch nur auf die Black Wings, schließlich steckt der regierende Champion mitten im Kampf um die Playoff-Plätze. War man in der Spielzeit 2011/2012 die komplette Saison ganz vorne dabei und wurde verdientermaßen Meister, hat man heuer immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen.

„Es ist diese Saison nicht so einfach. Wir haben schon die ganze Zeit Probleme mit der Konstanz. Unser Ziel ist es natürlich, die Top Sechs zu erreichen und dann in den Playoffs Gas zu geben. Dafür müssen wir aber endlich in einen Rhythmus kommen“, weiß der Angreifer. Wie das bewerkstelligt werden soll, kann er allerdings auch nicht beantworten.

„Wenn ich die Antwort darauf hätte, würden wir sicher besser dastehen. Aber so ist es im Sport. Vieles ist nicht erklärbar. Natürlich reden wir miteinander und betreiben Ursachenforschung, aber da könnte man stundenlag reden. Es gibt keine richtigen Antworten darauf.“

TV-Tipp: LAOLA1 überträgt am Freitag das Spiel VSV gegen RB Salzburg ab 19:10 Uhr im LIVE-Stream.

Lebler bleibt bescheiden

Trotzdem glaubt er an die Titelverteidigung: „Ich habe Vertrauen in unsere Mannschaft. Ich glaube wir sind stark genug, um wieder Meister zu werden. Wir müssen nur mental auf der Höhe sein und endlich Konstanz in unser Spiel bringen.“

Auf persönliche Ziele angesprochen gibt Lebler natürlich wieder ganz den Teamplayer: „Es ist schwer an persönliche Ziele zu denken, wenn man an einem Spieltag auf dem fünften Tabellenplatz ist und am nächsten schon wieder auf dem achten.“

Falls Lebler allerdings weiterhin trifft, wie er will, stehen die Chancen auf einen Top-Sechs-Platz alles andere als schlecht.

 

Fabian Santner

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