Schwere Zeiten für den KAC

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Zehn Niederlagen in 22 Spielen, nur Platz acht in der EBEL. Der KAC hinkt seiner eigenen Erwartungshaltung hinterher.

Die ganze Saison war zwar schon ein Auf und Ab, doch seit dem „International Break“ läuft es beim Rekordmeister gar nicht mehr rund. Seit der einwöchigen Unterbrechung haben die Klagenfurter das Eis nicht als Sieger verlassen.

Drei Niederlagen in Folge

Erst setzte es eine 1:2-Heimniederlage gegen den HC Znojmo, dann zog man vor 15.000 Zuschauern in der Zagreb-ARENA gegen Medvescak mit 1:4 den Kürzeren und am Sonntag musste man sich den Vienna Capitals auswärts mit 0:1 geschlagen geben.

Die Situation ist mit der aktuellen Verletzungsmisere der „Rotjacken“ natürlich keine leichte. Das KAC-Lazarett umfasst derzeit nicht weniger als elf Spieler. Vor allem die Offensive leidet unter den Ausfällen von Thomas Koch, Tyler Spurgeon, Gregor Hager, Thomas Hundertpfund oder Stefan Geier.

Die Klagenfurter wurden aufgrund der personellen Situation noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv. Nach den Verpflichtungen der NHL-Lockout-Cracks Tyler Myers und Sam Gagner wurde dank freundlicher Unterstützung von Mäzenin Heidi Horten mit Andrew Cogliano ein weiterer Spieler aus der besten Liga der Welt an Land gezogen

„Im Sturm klafft ein großes Loch. Wir waren gezwungen zu reagieren", verteidigt KAC-Sportdirektor Manny Viveiros die Investitionen.

Spielt der KAC falsch?

Doch mit dem Transfer alleine wird man den Weg aus der Krise wohl nicht schaffen, weswegen sich die Frage stellt, warum man, ob der speziellen Situation, nicht etwas am Spielsystem ändert?

Die „Rotjacken“ bevorzugen es, das Spiel selbst zu machen und Chancen zu kreieren. Normalerweise haben sie auch das nötige Personal dazu. Andere Mannschaften wie etwa Fehervar AV19 spielen dagegen vor allem auswärts auf Konter. Und das höchst erfolgreich. Die Ungarn stehen momentan auf dem fünften Platz.

„Wir haben die Kroaten zeitweise dominiert. Leider haben wir uns durch haarsträubende Fehler selbst in Bedrängnis gebracht“, wusste Coach Christian Weber nach der Partie gegen Zagreb. Genau diese Fehler könnte man durch ein risikoärmeres Spiel minimieren.

Natürlich entspricht es nicht dem Selbstverständnis des Rekordmeisters, sich hinten reinzustellen. Besondere Situationen verlangen aber außergewöhnliche Maßnahmen und die Fans sehen wohl lieber einen KAC, der ein Spiel auch einmal schmutzig gewinnt, als im unteren Tabellendrittel dümpelt.

Konditionelle Komponente

Neben der mangelnden Qualität strahlt das Verletzungsproblem natürlich auch auf die körperliche Leistungsfähigkeit der Mannschaft aus. Je mehr Spieler ausfallen, desto mehr Eiszeit bekommen die gesunden Cracks „aufgebrummt“.

Dies hat zur Folge, dass der KAC nicht mehr in der Lage ist, in der Schlussphase einer Partie zuzulegen. Vor allem im Heimspiel gegen Znojmo war zu sehen, dass der Wille zwar vorhanden wäre, aber der Körper nicht mehr mitmacht.

Auch gegen die Vienna Capitals hielt man lange Zeit dagegen. Nach dem Wiener Führungstreffer durch den verwandelten Penalty-Shot von Markus Schlacher war der KAC aber nicht mehr in der Lage, ernsthaften Druck zu entwickeln.

NHL-Crack Cogliano vor Debüt

„Ich denke wir hatten in den ersten zehn Minuten genügend Möglichkeiten in Führung zu gehen, im zweiten Drittel waren die Caps dann besser und der Penalty hat die Partie dann entschieden“, sieht auch Weber das Problem und fügt hinzu: „Wenn man keine Tore schießt, kann man auch nicht gewinnen.“

Mit Thomas Hundertpfund und Mike Siklenka stehen immerhin zwei Cracks kurz vor dem Comeback und Neuzugang Cogliano soll bereits am Dienstag im Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Zagreb sein Debüt geben.

Etwas Licht am Ende des Tunnels, denn in der momentanen Situation kann der KAC jeden fitten Spieler brauchen.

 

Fabian Santner

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