John Hughes will von Grabner lernen

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John Hughes ist der große Hoffnungsträger in Villach.

Der 24-jährige Kanadier kam im Sommer gemeinsam mit seinem „Ziehvater“ und Trainer Hannu Järvenpää aus Ljubljana in die Draustadt und hat die in ihn gehegten Erwartungen bisher nicht enttäuscht.

Mit der Empfehlung des MVPs der vergangenen Saison ging der Stürmer in diese Spielzeit und knöpfte nahtlos an seine starken Leistungen aus seiner Zeit in Slowenien an.

Mit 25 Vorlagen in 27 Spielen belegt der Center hinter Dornbirns Luciano Aquino Platz zwei in der Assist-Wertung. Zusätzlich erzielte Hughes zwölf Treffer, was ihm den dritten Rang in der ligaweiten Scorerwertung einbringt.

„Ich fühle mich gut und es gefällt mir beim VSV“, begründet er seinen erfolgreichen Wechsel aus der slowenischen Hauptstadt in das gut eine Stunde entfernte Villach.

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Auf dem Weg in die NHL?

Seit seinen ersten Auftritten im Dress der Salzburger und auch später im Jersey der „Drachen“ wird dem Kanadier eine große Zukunft vorausgesagt. Der Angreifer gehört zu den spielstärksten Offensiv-Kräften der EBEL.

Dennoch wagte Hughes im Sommer nicht den Wechsel in den Norden Europas oder zurück nach Nordamerika. Der 24-Jährige zog es vor mit seinem Coach zu folgen und seine Zelte in Kärnten aufzuschlagen. Dabei hätte der spielstarke Angreifer durchaus das Zeug, auch in einer besseren Liga zu spielen, vielleicht sogar in der NHL.

„Da ich selbst NHL-Spieler war, kenne ich die Anforderungen an einen solchen sehr gut und meiner Meinung nach, bringt John alle Fähigkeiten mit, um in dieser Liga zu bestehen“, ist auch Coach Järvenpää im Gespräch mit LAOLA1 von der Qualität seines Schützlings überzeugt.

Am Beispiel Grabners lernen

Durch die Verpflichtung Michael Grabners trainierte Hughes bis zu dessen Verletzung täglich mit einem aktuellen NHL-Spieler und bekam hautnah mit, wo die Abweichungen zu seiner Person sind.

„Man sieht den Unterschied vor allem dann, wenn man mit einem NHL-Spieler jeden Tag trainiert. Da erkennst du erst, wie gut ein Michael Grabner ist, weil er die Kleinigkeiten richtig macht. In Spielen ist durchaus möglich, dass die Fans keinen großen Unterschied sehen, weil die Abweichungen minimal sind. Die Divergenz ist aber, dass die Jungs diese Qualität jeden Tag bringen, in jedem Training und Spiel, Top-Qualität abliefern. Es ist nicht so sporadisch, wie bei uns“, geht Hughes äußert ehrlich mit sich selbst ins Gericht.

Sein Trainer arbeitet noch einen weiteren Punkt heraus. „Grabner hat die Tugenden, die derzeit in der NHL sehr gefragt sind. Er hat die physischen Voraussetzungen, ist groß, durchtrainiert und unglaublich schnell. Seine Beine sind eine Gabe Gottes. Die Art wie Michi das Spiel spielt, ist jene, wie es in der NHL gespielt wird. John Hughes hingegen ist sehr europäisch. Er lebt von seinem guten Auge und den vielen Abspielen“, so Järvenpää.

 

Eine Sache der Einstellung

Die Frage, ob die Chancen Hughes‘ einen NHL-Vertrag zu ergattern dennoch in Takt sind, kann der 49-jährige Finne allerdings nicht beantworten. Diese Dinge liegen allein in der Hand des Protagonisten.

„Ich denke, man sollte Johnny fragen, was er will. Im Sport ist es wie generell im Leben: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und entscheidet über seine Zukunft. Wenn du etwas willst, musst du dafür arbeiten.“

Besagter Spieler hat durchaus die Ambition sich weiterzuentwickeln und sich an Grabner einiges abzuschauen.

„Ich würde sehr gerne auf diesem Niveau spielen.  Wenn man mit einem NHL-Spieler auf dem Eis steht, möchte man so gut sein wie er. Ich finde es toll, dass die Lockout-Spieler den Weg in die EBEL gefunden haben, denn es hilft mir mich weiterzuentwickeln“, sucht Hughes den Fortschritt.

Besonders die Geschwindigkeit hat es dem Neo-Adler angetan.

„Sie machen alles einen Ticken schneller, bei uns ist ein bisschen langsamer. Abzuschauen gilt es vor allem die Einstellung abseits des Eises, wie sie täglich an sich arbeiten“, streicht Hughes die positiven Dinge für sich heraus.

Potential ist da

Von seinem Mitspieler Grabner bekommt er Unterstützung. Dieser macht aber nicht nur dem Kanadier, sondern auch den jungen Villacher Talenten Mut.

„Man weiß nie, wer den Schritt schafft. Viele haben auch nicht daran geglaubt, dass ich es schaffen werde. Es hängt viel mit dem Zeitpunkt zusammen. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wer weiß, wer es schaffen wird, denn wir haben viele junge Talente in Villach. Die derzeitige vierte Linie sind durchwegs schnelle Spieler, die stocktechnisch gut sind“, traut der Islanders-Angreifer so manchem Kollegen den Sprung nach Übersee zu.

Am Ende hängt viel von der Attitüde jedes Einzelnen ab. Talent alleine reicht nur in den seltensten Fällen.

„Das Leben in der NHL ist hart. Natürlich gibt es auf der einen Seite den Ruhm und die Annehmlichkeiten. Du wohnst auswärts in einem 5-Sterne Hotel und alles um dich herum ist erste Klasse. Aber auch der Druck ist auf dem höchsten Level. Es gibt unzählige Spieler, die deinen Platz wollen und du musst abgesehen von deinen Fähigkeiten als Eishockey-Spieler auch mental und körperlich stark sein. Du musst die erforderliche Einstellung mitbringen“, weiß Järvenpää aus eigener Erfahrung.

Und auch wenn Hughes eventuell mit einem Wechsel nach Österreich, gemeinsam mit dem Trainer, unter dem er schon zwei Jahre lang trainiert hat, den einfachen Weg gewählt hat, für seinen Coach ist der Zug für den 24-Jährigen noch nicht abgefahren.

„Wenn John in die NHL will, muss er extrem hart arbeiten. Aber die Möglichkeit besteht, denn er hat alle Voraussetzungen dafür.“

Sebastian Rauch

TV-Tipp: LAOLA1.tv zeigt das Spiel VSV gegen die Vienna Capitals am Freitag ab 19:10 Uhr im LIVE-Stream.

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