Das Grazer Werk’l rennt

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„Würde jungen Fußball-Trainer-Generation angehören"

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Ein Sieg aus den ersten fünf Spielen. Fünf Siege aus den letzten sechs Partien.

Die Graz 99ers sind nach dem verpatzten Start nun längst in der neuen Saison angekommen.

Nur der Ausrutscher gegen Ljublana (0:4) vor eigenem Publikum am vergangenen Freitag trübt die Bilanz der vergangenen vier Wochen. Abgesehen davon haben die Grazer aktuell viel Grund zum Jubeln.

Wie am Sonntag, als die Vienna Capitals auswärts mit 4:3 nach Penaltyschießen besiegt wurden – es war dies der erste Erfolg der Gäste nach den regulären 60 Minuten. Kein Wunder, musste die Mannschaft von Head Coach Mario Richer erstmals Überstunden leisten.

Sieg bringt Selbstvertrauen

„Ein Sieg in Wien ist etwas Besonderes. Die Capitals sind eigentlich Top-Favorit auf die Meisterschaft und wenn man die auswärts schlägt – noch dazu verdient – dann kann das nur Selbstvertrauen geben“, freute sich Harry Lange nach dem Prestige-Erfolg in der Bundeshauptstadt.

Vor allem im Penalty-Killing erwiesen sich die Grazer gegen harmlose Wiener als clever, vergaben zudem gute Möglichkeiten auf einen Shorthander.

„Unser Penalty-Killing war sehr gut. Im dritten Drittel haben wir sehr hart gearbeitet, um zurückzukommen und das Spiel zu gewinnen. Wir haben uns den Sieg verdient“, analysierte Richer.

Lange schlug in dieselbe Kerbe: „Bei 5 gegen 5 waren wir die bessere Mannschaft. Die Wiener haben viele Powerplays gehabt, zu Beginn des Schlussdrittels hatten wir ein 3 gegen 5 zu überstehen. Es war ein enges Spiel, aber wir sind am Schluss verdient als Sieger vom Eis gegangen.“

„Wussten, dass es keine einfache Saison wird“

Dieser Erfolg bringt weiter Selbstvertrauen. Für eine Mannschaft wie die Grazer nicht unwesentlich.

„Wir haben gewusst, dass es keine leichte Saison wird. Wir sind eine sehr junge Mannschaft mit zwei, drei Routiniers. Das muss erst greifen, vor allem mit den vielen neuen Spielern, die wir nun haben. Im Großen und Ganzen läuft das Werk‘l aber“, schildert der 27-jährige Lange.

Der Klagenfurter, der vor seinem Wechsel 2004 jahrelang für den KAC spielte, traf am Sonntag schön zum zwischenzeitlichen 2:1. Es war dies der zweite Saisontreffer des Kapitäns.

Die Grazer liegen aktuell auf Rang sechs und weisen vier Punkte Vorsprung auf den letzten Playoff-Platz auf. Freilich ist dieses noch weit entfernt, aber das erklärte Ziel des neu zusammengewürfelten Teams.

„Wir müssen die Kirche im Dorf lassen, wir wollen die Playoffs erreichen und dann schauen, dass wir die erste Runde überstehen“, bleibt Lange am Boden.

Kein Tag ohne Video-Analyse

Dieses Mindestziel hat natürlich auch sein Head Coach im Visier. Richer, der in der Offseason von den Red Bulls kam und damit vom Assistant zum Chef an der Bande aufstieg, hinterließ bislang einen guten Eindruck bei den Spielern.

„Wie man im Fußball von der neuen, jungen Trainer-Generation spricht, so muss man das bei ihm auch“, erzählt Lange.

„Viel Kämpfen und Eislaufen sowie ständig offensiv Druck ausüben, das ist ihm wichtig. Er ist auch persönlich ein super Mensch, jeder kommt gut mit ihm aus. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Wie der moderne Fußball-Trainer setzt auch Richer viel Wert auf Analyse.

„Es gibt kaum einen Tag, an dem es keine Video-Analyse gibt. Aber damit muss man sich auch auseinandersetzen. Es war natürlich eine Umstellung und man würde lieber nur am Eis stehen, aber man lernt dadurch brutal viel.“

Die letzten Wochen haben das gezeigt.

 

Bernhard Kastler

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