Grazer Fokus liegt nicht nur auf Krog und Haydar

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"Das scheint heuer unser Manko zu sein", kommentiert ein sichtlich erleichterter Graz99ers-Stürmer Manuel Ganahl die Frage zum Leistungsabfall seiner Mannschaft in den letzten 20 Spielminuten gegen das Tabellenschlusslicht aus Ljubljana.

Beinahe hätte dies den Steirern am vergangenen Sonntag wieder wichtige Punkte kosten können, doch schlussendlich konnte - nach einer 5:1-Führung - doch noch ein knappes 5:4 über die Zeit gerettet werden.

Bereits gegen Linz, Innsbruck und Znojmo vergeigte man, vor eigenem Publikum, eine mehr oder weniger komfortable Führung im Schlussdrittel und nahm aus diesen Partien so auch nur drei, statt sechs Punkte mit.

"Wir spielen zwei Drittel lang gut, gehen mit der Führung in die zweite Pause und im letzten Drittel stehen wir auf einmal viel zu früh nur mehr hinten drinnen. Wir lassen unsere Gegner dann kommen, geben ihnen viele Chancen und dadurch haben wir bis jetzt schon einige Tore in den letzten 20 Minuten kassiert. Das darf so einfach nicht passieren. Da müssen wir stattdessen weiter offensiv agieren und unser Spiel durchziehen", so der 24-Jährige weiter.

Auswärts hui, zuhause pfui

Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, ist das Spiel gegen die Slowenen für die Grazer aber nun bereits wieder abgehakt und der volle Fokus auf das Match gegen den VSV (Do., 19:10 Uhr bei LAOLA1.tv) gerichtet.

Gegen die Villacher Adler, deren Saisonstart alles andere als nach Wunsch verlief, kann man bekanntermaßen eine sensationelle Auswärtsserie (seit 14. Februar 2012 ohne Niederlage, Anm.) vorweisen. Vor heimischen Publikum lief es allerdings in jüngerer Vergangenheit nicht unbedingt erfolgreich, in der letzten Saison gingen beide Heimspiele deutlich verloren.

Ein Umstand, den sich Ganahl nicht wirklich erklären kann: "Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum wir uns zuhause gegen den VSV um einiges schwerer tun. Vielleicht ist der Grund, dass wir sie auswärts das Spiel machen lassen und unsererseits auf Konter lauern können."

Auch Verteidiger Clemens Unterweger, der in der letzten Saison an den finnischen Zweitligisten Kajaanin Hokki verliehen war und daher schon länger nicht mehr auf heimischem Eis gegen die Adler aus Villach ran musste, übt sich in Erklärungsversuchen: "Es könnte natürlich sein, dass wir auswärts mit weniger Druck agieren können. Wobei ich bei uns im Bunker eigentlich auch nicht wirklich von Druck reden will."

Grazer Jubel gab es gegen den VSV zuletzt ausschließlich auswärts

Neue Personalien

Nichtsdestotrotz sind beide 99ers-Akteure davon überzeugt, dass sie die Villacher am Donnerstag zum Auftakt der 13. Runde ohne Punkte wieder über die Pack zurück schicken werden.

"Wir werden uns auf jeden Fall sehr gut vorbereiten, diese Woche gute Trainings absolvieren und dann absolut bereit sein für diese Aufgabe", zeigt sich Ganahl, auch mit dem Wissen, dass er und seine Grazer momentan das beste Heimteam der Liga sind, selbstbewusst.

Und auch Neo-Teamspieler Unterweger glaubt an das von Trainer Todd Bjorkstrand vorgegebene System: "Wenn wir unser Spiel durchziehen, so wie in den ersten beiden Dritteln gegen Ljubljana, dann sollten wir auch gegen den VSV keine Probleme bekommen."

Dabei helfen soll Stephen Werner, der am Montag auf Tryout-Basis verpflichtet wurde. Der 30-jährige US-Amerikaner, der letzte Saison in der DEL für die Augsburger Panther auf dem Eis stand, ist bereits der zehnte(!) Grazer Testspieler in dieser Saison. Er muss sich nun gegen die restlichen sieben verbliebenen Tryout-Cracks beweisen.

Doch auch beim VSV präsentiert man sich gegenüber dem Hinspiel vor gut einem Monat in Villach mit einem etwas veränderten Gesicht. Konkret handelt es sich dabei eigentlich um zwei Gesichter, die auf die Namen Darren Hayder und Jason Krog hören. Die beiden Neuzugänge sollen etwas Glanz des verlorengegangenen Topscorer-Duos Derek Ryan und John Hughes zurück zu den Blau-Weißen bringen und stellten sich mit fünf bzw. sechs Zählern aus ihren ersten fünf Spielen zumindest einmal angemessen vor.

Spielanlage ändert sich nicht

Auch wenn die beiden Kanadier am letzten Wochenenden bei den Niederlagen gegen die Spitzenteams aus Salzburg (1:6) und Wien (0:3) ohne großartige Akzente blieben, so sind sie aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten und Klasse dennoch jederzeit in der Lage, den gegnerischen Goalies einen ungemütlichen Arbeitstag zu bescheren.

Der VSV ist mehr als Krog & Haydar

Dass sich die Spielanlage der 99ers aufgrund dieser zwei Personalien gegenüber dem Hinspiel ändern wird, denkt Unterweger allerdings nicht.

"Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns jetzt nur auf diese Beiden konzentrieren. Es ist egal gegen wen wir spielen, wir haben unser System und ziehen das diesmal hoffentlich auch 60 Minuten durch."

Ganahl ergänzt noch: "Hinten werden wir wieder versuchen die Räume eng zu machen, sie außen herumspielen lassen und dann auf unsere Chancen warten."

Und sollten die 99ers diese dann auch noch nutzen und ihr Manko des verschlafenen Schlussdrittels abstellen, wird es für den VSV trotz Haydar und Krog sehr schwer werden, Punkte aus dem Bunker, vom momentanen Tabellendritten, zu entführen.

 

Marc Schwarz

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