Es geht immer ums liebe Geld

Aufmacherbild
 

Teil 4: Die Punkteregelung als „Salary Cap“?

Aufmacherbild
 

Finanzielle Aspekte sowie Auswirkungen auf Österreichs Eishockey

Die Punkteregelung der EBEL wurde in den letzten Jahren unter Eishockeyfans heftig diskutiert.

Doch warum wurde sie überhaupt eingeführt? Wie werden die Spieler bewertet? Was bringt es den Vereinen und was wären mögliche Alternativen?

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller versucht in einer großen Reportage dem „Mysterium“ Punkteregelung auf den Grund zu gehen und erklärt in drei Themenblöcken mit insgesamt sieben Teilen alles, was man über das System Punkteregel wissen muss.

In Teil 4 werden die finanziellen Auswirkungen der Punkteregelung beleuchtet:


Punkteregelung lässt Spielraum zu

Sind die Gehälter und Budgets der Teams über die Jahre gesunken, wie von der Liga angestrebt, oder nicht?

Eines ist klar: Die Zeiten, als einheimische Cracks den Teams das Messer an die Brust setzen konnten bzw. deren Agenten zwischen verschiedenen Angeboten lizitieren konnten, sind schon lange vorbei.

Galt es früher, die Kaderplätze unmittelbar nach den Legionären mit hochklassigen Österreichern zu füllen, um so konkurrenzfähig zu sein, lässt die Punkteregelung einen weit größeren Spielraum als zuvor.

Wenn etwa bei einem Verein die ersten drei Linien mit Legionären und hochklassigen Österreichern zugepflastert sind, kann ein Kontrahent immer noch mit entsprechend mehr Legionären kontern, sofern er genügend Nullpunkter für die Kadertiefe aufbieten kann.

Klar gibt es auch bei den Legionären Leistungsunterschiede, Salzburg wird sich immer bessere Ausländer leisten können als etwa Innsbruck.

Doch das macht nicht unbedingt den kategorischen Unterschied aus: Teams wie Graz oder Dornbirn können versuchen, Spielern wie Trattnig, Welser oder Komarek Legionäre und nicht nur nur bedingt ligataugliche Einheimische entgegenzustellen, um so den Leistungsunterschied kleiner zu gestalten.  

Was bedeutet das für die Gehälter der Österreicher?

Nehmen wir hier das Beispiel des Innsbruckers Alexander Höller: Er sucht jedes Jahr einen österreichischen Verein, findet aber keinen.

Bei einer Legionärslimitierung wie früher wäre Höller – eigentlich jedes Jahr für eine zweistellige Trefferanzahl gut – wohl für den einen oder anderen Verein ein Thema.

Höller könnte also sein Gehalt erhöhen, Innsbruck würde einen seiner wenigen ligatauglichen Spieler verlieren und könnte diesen kaum durch einen gleichwertigen Österreicher – die ja ebenfalls alle von den Topteams aufgesogen werden – ersetzen.

Dank guter Entwicklung winkt Manuel Ganahl auch eine gute Bezahlung

"Heimo-Lindner-Syndrom“

Ich nenne das das "Heimo-Lindner-Syndrom“: Spieler mit erheblichen Mängeln (in Lindners Falle die körperliche Verfassung) und ohne Nationalteam-Potential konnten früher auf dem limitierten österreichischen Markt doch Jahr für Jahr gute Verträge erhalten und hatten dadurch wenig Anreiz, an ihren Mängeln zu arbeiten.

Wohlgemerkt: Spieler wie Manuel Ganahl oder Fabio Hofer, die auf eine gute Entwicklung zurückblicken können, werden in der nächsten Saison sicher leistungsgerecht bezahlt.

Bei einer Legionärslimitierung könnten diese – und ungleich schwächere Cracks – aber unter wesentlich besseren Angeboten wählen, da ihre Qualitäten eben nicht durch Legionäre aufgewogen werden können.

Die Gehälter der Österreicher sind also – wenn man von einigen KAC- und Salzburg-Verträgen einmal absieht – durch die Punkteregelung eher stabil geblieben. Doch gilt das auch für die Gesamtbudgets?

Budgets nur schwer vergleichbar

Nun, die Einführung der Punkteregelung liegt schon sieben Jahre zurück, natürlich kann man daher die Budgets über die Jahre nur sehr bedingt vergleichen.

Doch die Vereine dürften damit zufrieden sein, dass sie auf dem Legionärsmarkt in einem weit größeren Preisspektrum auswählen und auf Qualität hoffen können als auf einem limitierten österreichischen Markt.

Lassen wir vielleicht einmal die vierten Blöcke bzw. Ersatzgoalies beiseite, wo meist nicht viel Geld aufgewendet wird.

Die Frage besteht daher: Kommen etwa durchschnittlich elf Legionäre und fünf Österreicher für die ersten 16 Kaderplätze billiger als sieben Legionäre (willkürlich angenommene Anzahl für eine Legionärslimitierung) und neun Österreicher für dieselben Kaderplätze?


Durch die Punkteregel sind viele Legionäre in der EBEL im Einsatz. Schaden diese dem österreichischen Eishockey? In Teil 5 der großen Reportage erfährst du mehr.

Die Geschichte des Systems sowie dessen Stärken und Schwächen

Teil 1: Die Geschichte der Punkteregelung

Teil 2: Das objektive System – Die Parameter

Teil 3: Die Stärken und Schwächen des Systems

Die finanziellen Aspekte sowie die Auswirkungen auf Österreichs Eishockey

Teil 4: Die Punkteregelung als Salary Cap?

Teil 5: Schaden Legionäre Österreichs Eishockey?

Teil 6: Die Internationalität der EBEL – Fluch oder Segen?

Andere Systeme und deren Auswirkungen

Teil 7: Die Alternativen zur Punkteregelung

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen