Viel Licht & Schatten - Referee ist zu hinterfragen

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Das zweite EBEL-Wochenende hat einiges zu bieten. Znojmo wird in Wien vom Eis geschossen, holt sich aber gegen Fehervar die Tabellenführung zurück.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller hat den Spitzenreiter aus Tschechien unter die Lupe genommen und berichtet außerdem von einem Head-Referee, der ziemlich neben der Spur steht...

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Vienna Capitals - HC Znojmo 7:1 (1:1, 5:0, 1:0)

Tore: Milam (14.), Sharp (25.), McLean (34./PP, 41.), Bois (34., 34.), Whitmore (36./PP) bzw. Sedivy (15.).

Eissportzentrum Kagran, 4.000 Zuseher. Strafminuten: 20+10 Ferland+10 Bois bzw. 18+10 Baca.

Was im ersten Drittel eine zähe Angelegenheit von beiden Seiten war, bekam im zweiten Drittel eine unglaublich Eigendynamik: Die Caps zogen mit drei Toren innerhalb von 31 Sekunden auf 5:1 davon, die Gäste wußten überhaupt nicht mehr, wie ihnen geschah.

Die Adler hassen Härte

Dieses Spiel zeigte auch, warum die Znaimer Adler Jahr für Jahr in den Playoffs als Mogelpackung entlarvt werden: Physische Spieler wie Danny Bois oder Phil Lakos entnerven die Tschechen völlig. Schon im ersten Drittel wurde jede Annäherung an Goalie Nathan Lawson mit einem Satz heißer Ohren gebüßt. Kurios allerdings die Verletzung Lawsons: Lakos hackt Roman Tomas um, der fällt auf den Goalie, Lakos gibt dann Tomas noch einen Faustschlag mit. Woher die zwei Minuten für Tomas kamen (Lakos kassierte 2+2), war rätselhaft. Nathan Lawson war (neben Hüftproblemen) auch schon letzte Saison in Dornbirn kurz mit einer Kopfverletzung out…

Goalie ist weiter Znojmos Schwachstelle

Apropos Goalies: Die Torhüter-Position ist weiter ein Schwachpunkt bei Znojmo. Patrick Nechvatal verlor nach dem zugegeben unglücklichen zweiten Treffer völlig die Übersicht. Wenn es den Bach runter geht, kann er auf keine Technik zurückgreifen und hat Probleme, den Puck zu tracken und zu fixieren. Aber sein Stellvertreter Tomas Fucik, der nach dem vierten Gegentreffer einreiten durfte, versprach von Anfang an keinerlei Hoffnung auf Besserung. Er wedelte schon beim ersten Wiener Angriff mit dem Fanghandschuh in Kopfhöhe herum, als ob er in Schwechat Flugzeuge einweisen würde. Kein Wunder, dass er von den ersten beiden Wiener Angriffen gleich bezwungen wurde.

Rotter wird Wren immer ähnlicher

Raffi Rotter wird Jahr für Jahr seinem Vorbild Bobby Wren immer ähnlicher, wobei Wren auch ein "Pass first"-Player war, aber ungleich mehr Torgefahr als Rotter ausstrahlte. Wie in den  beiden CHL-Spielen gegen Krefeld war Rotter auch diesmal der Assistgeber bei einer 2:1-Situation zum siebten Wiener Treffer, er kann in solchen Situationen inzwischen wirklich durch ein Nadelöhr passen. Die EBEL-Defender sollten in diesen Situationen strikt die Passoption wegnehmen und ihren Goalie mit Rotter alleinelassen…

Tragik schon am Spieltag: Dominic Hackl erlitt (als Beifahrer) bei einem Autounfall einen komplizierten Handbruch und fällt für Monate aus. Bereits die dritte Verletzung für Hackl innerhalb eines Jahres, Caps-Coach Jim Boni verliert damit den einzigen Jugendspieler, dem er regelmäßige Einsätze zutraute…

HC Znojmo - Fehervar AV19 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

Tore: Pucher (21.), Yellow Horn (36.) bzw. Connolly (26.).

Hostan Arena, Znojmo, 2.703 Zuschauer, Strafminuten: 18 bzw. 12.

Ein Spiel auf des Messers Schneide, Fehervar hätte sich zumindest einen Punkt mehr als verdient. Ein aberkannter Treffer und ein Stangenschuss standen dem im Wege.

Ungarn überraschen trotz der Ausfälle

Bemerkenswert, welche Leistungen die Ungarn derzeit abrufen, fallen doch drei Schlüssel-Spieler aus: Istvan Bartalis sollte nach seiner Kreuzbandverletzung im November zurückkommen. Andrew Sarauer schlägt sich wieder mit einer Schulterverletzung herum, könnte sich aber am Wochenende zurückmelden. Defender Aaron Brocklehurst fällt nach einem Daumenbruch noch etwa drei Wochen aus.

Damit fehlen aktuell die Center 1 und 2 sowie der Top-Verteidiger, andere Teams würden da schon hektisch am Transfermarkt agieren. Doch die Truppe von Rob Pallin präsentiert sich als körperlich starkes und tief besetztes Ensemble, das schwer zu bespielen ist. Interessant, dass die Ungarn so lange D-to-D-Pässe spielen, bis sie wirklich eine Breakout-Möglichkeit sehen, das Rimming via Bande scheint verpönt zu sein.

Chris Francis glänzt mit seinem Antritt

Sehr stark: Center Chris Francis, seine ersten Schritte mit der Scheibe gehören zu den besten der Liga und mit seiner Übersicht macht er seine Nebenspieler wie den zuletzt erstarkten Brendan Connolly besser. Frank Banham leidet unter der Abwesenheit von Andy Sarauer, sein Nebenspieler Judd Blackwater bringt offensiv kaum etwas zustande.

Apropos Judd Blackwater: Er ist ein indianischer Stammesbruder von Znojmo-Topscorer Colton Yellow Horn. Dieser profitierte beim Siegestreffer von einem mangelnden Zone Clearing der Ungarn sowie einem Pass von David Bartos, wenn Yellow Horn von den Hashmarks zum Schuss kommt, gibt's nichts zu halten.

Hetenyi auf dem Weg zur Nummer 1

Fehervar-Goalie Zoltan Hetenyi sollte sich über die Saison wieder das Einserleiberl sichern, derzeit hat er noch kleine Unsicherheiten in seinem Spiel. Er musste aus Krankheitsgründen die ganze letzte Saison aussetzen, Grund dafür angeblich ein Fischgericht in einer koreanischen Garküche bei der B-WM. Kann stimmen, muss aber nicht…

Schiedsrichterkritik

Ich habe heuer fünf EBEL-Spiele gesehen, in vier davon war Peter Gebei als Headreferee im Einsatz. Der Ungar wirkt immer energielos, manchmal geistesabwesend, seine Kollegen müssen des Öfteren für ihn einspringen. Schon letzte Saison stand er neben sich, sein Profistatus sollte am Ende des Jahres einer Prüfung unterzogen werden…

Zum Thema: EBEL und ihre Punkte-System

Welche Teams sind jetzt eigentlich über dem Punktelimit?

In Wien bei den Vienna Capitals ist es klar, Flo Ibererer und Klemen Pretnar mussten schon zusehen, ehe sich Nathan Lawson verletzte. Bei 62,5 Punkten sind bei Vollbestand bis auf die vierte Linie mit Hartl-Schiechl-Fischer alle Cracks mit einem Punktewert Kandidaten für einen Tribünenplatz.

Der KAC hat 61 Punkte verbraucht, dazu gehört aber Goalie Rene Swette, der nach seinem Blinddarmdurchbruch noch lange Zeit ausfallen wird.

RB Salzburg ist der Liga-Punktekrösus mit 66 Zählern. Solange allerdings Brett Sterling und Thomas Raffl nicht spielen, braucht Coach Dan Ratushny niemanden zu benchen.

Die Graz 99ers halten bei 63.5 Punkten, allerdings schon inklusive der verletzten Stephen Werner und Alexander Feichtner. Schaute es lange danach aus, dass die Grazer eine Punktelandung mit 60 Zählern hinlegen würden, kam es in den letzten Wochen zu einem Kommen und Gehen, das an die Vorsaison erinnerte. Mike Little, Matt Fornataro, Jonas Almtorp, Markus Pirmann und Evan Brophey wurden verpflichtet, Martin Oraze, Stepan Novotny und Luke Walker (konnte mit Todd Bjorkstrand überhaupt nicht) gingen oder wurden gegangen.

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