Capitals stolpern vor dem Tor

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Abschlusschwache Caps und kuriose Goalie-Rochade

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Abschlussschwache Caps, doppelt belastete Ljubljana-Cracks, und tief besetztes Fehervar.

Wie nach jedem EBEL-Wochende nimmt LAOLA1-Scout Bernd Freimüller auch nach dem 4. Advent die vergangenen Spiele der Erste Bank Eishockey Liga unter die Lupe und gibt seine Sicht der Dinge zum besten.

Im heutigen Scouting Report dreht sich alles um die Schwächen der Vienna Capitals, das unter einer Doppelbelastung leidende Ljubljana und die ungewöhnliche Goalie-Rochade bei Znojmo:

19.12.: Vienna Capitals – Olimpija Ljubljana 1:3

Ein Spiel, das zeitweise an die Türkenbelagerungen erinnerte: Die Caps hatten eigentlich wenig Probleme darin, das offensive Drittel gegen die Slowenen zu erobern, aber am Abschluss haperte es wieder gewaltig.

Bei allem Pech, das sicherlich dazukommt: Es ist schon ein Unterschied, ob Spieler wie Brett Sterling und Darren Haydar zum Abschluss kommen oder Spieler wie Peter MacArthur oder Andreas Nödl dieselben Chancen vorfinden. Andi Chiodo im Tor der Slowenen hatte zwar unzählige Saves, aber die meisten Schüsse fanden seinen Brustpanzer.

Personell entspannt sich die Situation bei den Caps, die gegen Laibach lediglich zehn Stürmer zum Einsatz brachten, nur etwas: Sascha Bauer und Dominic Hackl kehrten vom U20-Team gut zurück, Niki Hartl könnte nach seinem Syndesmoseeinriss irgendwann nach Weihnachten wieder zum Einsatz kommen.

Adam Naglich dagegen fällt mit einer Bandscheibenverletzung noch lange aus. Auf der Suche nach einem großen, körperlich starken Spieler für den Slot könnte die Wahl auf Josh Lunden (derzeit in Russland aktiv) fallen.

Ljubljana spielt in zwei Ligen

Vor allem im letzten Drittel fuhr Laibach schon auf dem letzten Zacken. Kein Wunder angesichts ihres Programmes: Der slowenische Verband verpflichtete sie nämlich zu zwölf Spielen gegen einheimische Teams - und das parallel zur EBEL.

Ihr Programm letzte Woche: Dienstag gegen den KAC, Donnerstag gegen Jesenice, Freitag in Wien und Sonntag gegen Slavija Ljubljana. Zwar kommen nicht alle Stammspieler immer zum Einsatz, aber das Ganze ist natürlich „Buschliga“ (so der Kommentar eines EBEL-Coaches) und gehört von der Liga eigentlich unterbunden.

Mit Maks Selan bekam Coach Fabian Dahlem einen soliden Verteidiger dazu, die Slowenen sind damit quantitativ gut besetzt und sind ein eklig zu bespielender Gegner.

Unglaublich die verschiedenen Leistungskurven der beiden Teams seit dem Novemberbreak: Die Capitals mit sechs Punkten aus zwölf Spielen, Ljubljana mit 17 Punkten aus 13 Spielen.

21.12.: Orli Znojmo – Sapa Fehervar 3:2

Für Freunde des Offensiveishockeys ein Mussspiel: Was hier an Überzahlbreaks und Breakaways geboten wurde, reicht normalerweise für insgesamt 15 EBEL-Spiele.

Vor allem Znojmo agierte über lange Phasen vogelwild, Fehervar hätte das Spiel nach dem frühen 2:0 schon längst für sich entscheiden können. Lange gelang es ihnen, die eisläuferisch starken Znaimer zu „outskaten“, was für die Verfassung der Truppe von Rob Pallin spricht.

Kurios die unterschiedlichen Leistungen der drei eingesetzen Goalies: Patrik Nechvatal war nach 117 Sekunden bereits zweimal bezwungen, hatte aber nur beim zweiten Tor eine Rebound-Mitschuld.

Der für ihn eingewechselte Chris Holt war dann nicht mehr zu bezwingen, vor allem in der Schlussphase schien er zeitweise vier Arme zu haben.

Znojmo-Goalies werden schnell gebencht

Znojmo-Coach Jiri Reznar ist, wenn es um Goalies geht, der Mike Keenan der Liga: Er fackelt nicht lange, wenn es um Goalietäusche geht, zwei Gegentreffer genügen da meist schon.

Bei Fehervar war Christian Engstrand lange Zeit ein Fels in der Brandung, allerdings schlüpften ihm dann doch drei Flachschüsse durch.

Doch Engstrand, zwei Jahre lange immerhin der Starting Goalie bei Linköping in der SHL, hilft Fehervar sicher weiter. Die Ungarn spielen bisher eine Bombensaison und sind ein tief besetztes Team.

Beide Teams brachten acht Verteidiger zum Einsatz, was für deren Personaltiefe spricht und angesichts des dichtgedrängten Spielplans wichtig werden wird.

Härtetest für Oldies

Teams wie Graz, Innsbruck und Dornbirn, die sich mit fünf bis sechs Defendern durchretten, können von solchen Verhältnissen nur träumen.

Peter Pucher erzielte zwar den Siegestreffer aus spitzem Winkel, agierte in den letzten Wochen aber seinem Alter (40) entsprechend. Für ihn und den 39-jährigen Richard Pavlikovsky werden die nächsten Wochen zu einem Härtetest.

Die Ungarn konnten sich dagegen erlauben, mit Viktor Tokaji (37) den Teamsenior gar nicht aufzubieten, Rob Pallin hatte nach der schnellen Genesung von Arnold Varga acht bessere Defender zur Verfügung…

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