Sabourin bereut Vertragsverlängerung nicht

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Am 11. November 2013 dürften viele Fans der Graz99ers ein in der Murstädter Eishockeyszene selten anzutreffendes, kurzes emotionales Hoch erlebt haben.

Dies war jener Tag, an dem der im Sommer zuvor von den Hershey Bears aus der AHL verpflichtete Top-Goalie Dany Sabourin seinen Vertrag in Graz vorzeitig um zwei Jahre plus der Option auf ein weiteres verlängerte.

>>>HC Innsbruck-Graz99ers, Donnerstag, 19:15 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv<<<

Mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, endete die Spielzeit 2013/14 für die 99ers schließlich schon im Februar ohne Playoff-Teilnahme. Und auch heuer hecheln die Steirer der Konkurrenz wieder hinter und müssen in der Qualifikationsrunde um ein Playoff-Ticket kämpfen.

Knappe anderthalb Jahre, die sich Sabourin sicher anders vorgestellt hatte. Dennoch beteuert der mittlerweile 34-jährige Kanadier im Gespräch mit LAOLA1, seine vorzeitige und für viele sicher überraschende Vertragsverlängerung nicht zu bedauern: „Überhaupt nicht, ich bereue gar nichts.“

Hilfe von Zagreb-Coach

In dieser Saison lebt die Chance für Sabourin zumindest noch, eine Bestätigung in Form eines Erfolges – und dies wäre ein Platz in den Playoffs definitiv – für seine Treue gegenüber dem Verein zu bekommen. Die Grazer konnten sich mit drei Siegen zum Auftakt der Qualifikations-Runde am KAC vorbeischieben und belegen momentan den zweiten Platz (vier Punkte hinter Bozen, einen vor dem KAC), der für eine Playoff-Teilnahme reichen würde.

Einen großen Anteil daran hat eben jener Sabourin, der zwar am Dienstag gegen den HC Bozen zusammen mit seinem Teamkollegen die erste Niederlage nach dem International Break einstecken musste, aber dennoch bisher in der Zwischenrunde mit einer Fangquote von 95,9 Prozent zu überzeugen weiß.

„Ich hatte einige Veränderung vorzunehmen. Wir hatten Ende Jänner den Tormann-Trainer von Medvescak Zagreb (Anm. Klemen Mohoric) für ein paar Tage in Graz, um mir zu helfen. Ich bin wirklich froh, dass er hier war und ich mit ihm an einigen Dingen arbeiten konnte, die sich seither positiv in den Spielen bemerkbar machen“, sieht der 1,90-Mann den Hauptgrund für seine wiedergefundene Stärke in der Arbeit mit seinem „Leih-Coach“.

„Ich wusste immer, dass ich es drauf habe“

Denn wie für die gesamte Grazer Mannschaft lief es auch für Sabourin diese Saison nicht immer nach Wunsch. Im November und Dezember wurden zwölf von 13 Spielen verloren, in denen auch der Kanadier nicht immer die beste Figur machte und langsam in die Kritik geriet.

Dennoch behielt er in dieser Phase die Ruhe - auch als die Gerüchte aufkamen, dass das Management einen neuen Goalie verpflichten würde. „Ich habe diese Dinge einfach überhört. Es scheint so, als ob die Leute und Fans sehr schnell vergessen, was man im Stande ist zu leisten. Aber ich wusste immer, dass ich es drauf habe und es ist schön zu sehen, dass es nun wieder besser läuft."

Auch seine Teamkollegen sind froh, dass sich Sabourin in der bisherigen Zwischenrunde in ausgezeichneter Form präsentiert. „Es ist sehr wichtig zu wissen, dass man einen Goalie hinter sich hat, der so gut hält, wie es Dany zurzeit macht und das gibt einem natürlich auch einen enormen Rückhalt“, hebt Stürmer Daniel Woger die Bedeutung von einem in Topform agierenden Sabourin noch einmal hervor.

Statistik spricht für sich

Wie viel für die Grazer vom großgewachsenen Kanadier abhängt, der insgesamt beachtliche 59 NHL-Einsätze vorweisen kann, zeigt auch ein Blick auf die Statistik.

Neben ihm stand nur Jaroslav Hübl von Bozen in allen 48 Saisonspielen am Eis. Dazu kommt Sabourin nach dem Torhüter der Südtiroler auf die zweitmeisten Einsatzminuten – insgesamt 2.854 – und kassierte mit gesamt 1.585 die meisten Schüsse auf sein Tor.

„Für mich war das kein Problem. Natürlich ist es nicht einfach, man muss auf viele Dinge achten, zum Beispiel, dass man immer gut regeneriert und im Training nicht zu viel Energie verbraucht. Aber es ist eine gute Erfahrung und macht mich besser“, zeigt sich Sabourin ob dieses Umstandes nicht wirklich nachdenklich.

Volle Konzentration auf Innsbruck

Allzu lange Zeit, um nachdenklich zu sein, hätte er ohnehin nicht. Bereits am Donnerstag geht „der Kampf ums Überleben“ für die Grazer mit dem vierten Spiel in acht Tagen bei den Innsbrucker Haien weiter.

Die Tiroler, die mit drei Niederlagen katastrophal in die Zwischenrunde gestartet sind, konnten am vergangenen Spieltag mit einem 2:1-Sieg nach Penaltyschießen gegen Dornbirn zumindest den ersten Sieg anschreiben, zieren aber weiterhin das Tabellenende.

Dennoch wollen die Grazer ihren angeschlagenen Gegner, dessen Playoff-Chancen wohl nur mehr theoretischer Natur sind, nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Innsbruck ist trotz dieses schlechten Starts noch eine starke Mannschaft, die sehr gute Einzelspieler hat. Es wird sehr schwer, dort zu bestehen und wir werden unsere beste Leistung abrufen müssen, um dort zu gewinnen“, zeigt sich Woger voll fokussiert.

Auch Sabourin macht die Wichtigkeit dieser Partie noch einmal deutlich: „In unserer jetzigen Situation müssen wir es als Playoff-Spiel ansehen und genau das mache ich. Du musst in das Spiel gehen mit der Einstellung, es um jeden Preis gewinnen zu wollen und es ist egal, ob der Gegner Bozen, KAC oder Innsbruck heißt.“

Um den Grazern dann mit einem Erfolg vielleicht das nächste, zumindest kleine, emotionale Hoch zu bescheren.

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Marc Schwarz

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