Mit Aufwärtstrend Richtung Top sechs

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Wir schreiben den 13. April des heurigen Jahres.

Ziga Pance trifft im entscheidenden Finalspiel gegen Red Bull Salzburg in der 72. Minute zum 3:2 und schreibt damit Geschichte. Er macht den HC Bozen zum ersten ausländischen Sieger der Erste Bank Eishockey Liga.

Ein Erfolg, der den Südtirolern fast zum Verhängnis wurde. Durch die zum EBEL-Einstieg nicht in diesem Ausmaß im Budget kalkulierten Siegprämien, die durch den Durchmarsch in den Playoffs und dem Meistertitel fällig wurden, hing der Verbleib in der Liga aufgrund finanzieller Probleme lange Zeit in der Luft.

>>>LAOLA1.tv zeigt HC Bozen vs. EC RB Salzburg am Donnerstag LIVE ab 19:10 Uhr<<<

"Uns Spielern wurde eigentlich auch nicht viel gesagt. Wir haben selber viel über die Zeitungen und aus dem Internet erfahren. Es war wirklich eine sehr schwierige Situation", erinnert sich Kapitän Alexander Egger im Gespräch mit LAOLA1 an diese Phase der Ungewissheit zurück.

Erleichterung über Liga-Verbleib

Eine Zeit, in der nicht nur die Zukunft des Vereins fraglich war, sondern klarerweise auch die Spieler nicht wussten, welches Dress sie in der kommenden Saison überstreifen würden.

"Wir mussten uns auf eine Saison vorbereiten, wussten aber eben noch nicht, auf welche. Man musste sich natürlich auch Gedanken machen, wie es weitergehen würde, wenn wir nicht mehr an der EBEL teilnehmen können. Wir Spieler mussten uns also schon umschauen, wo man im Fall der Fälle unterkommt", macht der 34-Jährige klar, dass es schon Gespräche mit anderen Klubs gegeben hat.

So realistisch war man, dass man wusste, dass es "den HC Bozen zumindest in dieser Saison vermutlich nicht mehr gegeben hätte, wenn man aus der EBEL ausgestiegen wäre."

Ein Ausstieg, der angesichts des Riesenerfolges in der Premieren-Saison und der positiven Resonanz von der Liga, den Fans etc. sehr bedauerlich gewesen wäre. "Für uns war der Einstieg in die EBEL wirklich eine super Sache. Es ist hier etwas Tolles entstanden, das Eishockey in Italien und Bozen hat dadurch eine enorme Aufwertung erfahren und es ist sehr wichtig, dass wir uns nun international präsentieren können. Zum Glück ist noch einmal alles gut gegangen und wir können die Titelverteidigung in Angriff nehmen", zeigt sich auch Egger über den Verbleib seines Teams in der Liga erleichtert.

Probleme durch späte Kaderplanung

Apropos Titelverteidigung. Dieses Vorhaben stellt für die Südtiroler, denen schon letztes Jahr niemand solch einen Coup zugetraut hätte, natürlich eine Mammutaufgabe dar. Zumal das lange Warten auf die EBEL-Zusage negative Folgereaktionen in Gang brachte.

"Leider haben wir erst sehr spät mit der Kaderplanung beginnen können und dann gab es auch noch Probleme mit den Arbeitsvisa für unsere Legionäre, da im August in Italien viele Feiertage sind und während diesem Zeitraum dann nicht wirklich etwas weitergeht. Das hat uns sicher zusätzlich noch ein paar Wochen gekostet. Wenn man dann noch mehr als zwölf neue Spieler holen muss, dauert das einfach seine Zeit. Dadurch haben wir auch erst relativ spät mit dem gemeinsamen Training anfangen können und das hat man am Anfang sicher gemerkt."

In der Tat machten sich dieser Trainingsrückstand und die Abstimmungsschwierigkeiten zu Beginn der Saison sehr deutlich bemerkbar. Vor allem in der Champions Hockey League gab es bei den ersten beiden Auftritten Ende August gegen TPS Turku (0:9) und Linköping HC (0:5) vernichtende Abfuhren. Auch in der Liga konnte man in den ersten sechs Partien lediglich einen Sieg (3:2 gegen Znojmo) einfahren.

Seit dem 7. Spieltag Anfang Oktober ist allerdings ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar, wie auch Egger positiv anmerkt: "Die CHL-Spiele sind natürlich total in die Hose gegangen, aber wir haben uns danach dann gut zurückgekämpft und haben nun eine konkurrenzfähige Mannschaft."

"Letztes Jahr hat auch niemand mit uns gerechnet. Wir sind verständlicherweise nicht mit den Ambitionen gestartet, noch einmal Meister zu werden, aber es kann während der Saison vieles passieren."

"Wir können um die Top sechs mitspielen"

Doch zuvor muss nun erstmal in etwas kleineren Schritten gedacht werden. "Wir haben bis jetzt schon einige wichtige Punkte liegen gelassen und müssen nun im nächsten Drittel der Meisterschaft schauen, dass wir uns die Zähler wieder zurückholen und in der Tabelle aufholen."

Aktuell liegt man mit 15 Punkten aus 16 Spielen auf Rang acht im Klassement, was bedeutet, würde der Grunddurchgang mit dem heutigen Tag enden, müsste man sich über die Qualifikationsrunde in die Playoffs kämpfen.

Bozen nimmt es wieder mit Salzburg auf

Ein Unterfangen, das Egger und seine Kollegen tunlichst vermeiden wollen und auch werden, wenn man seinen Worten Glauben schenken darf: "Ich glaube, wir können schon um einen Platz in den Top sechs mitspielen. Wie gesagt, wenn wir eine starke nächste Phase in der Saison hinlegen, dann ist es auf jeden Fall realistisch, dass wir am Ende oberhalb des Strichs stehen."

Um danach allerdings noch anzufügen, dass man natürlich auch bereit sei, sich "den Platz in den Playoffs über die Quali-Runde zu verdienen, wenn es nicht direkt klappen sollte."

Man will es Salzburg schwerer machen

Damit schlussendlich ein Platz unter den besten sechs Teams erreicht wird, sollte man nun in den kommenden Wochen auf die Siegesstraße zurückkehren. Am besten gleich im ersten Spitzenspiel nach dem International Break gegen Red Bull Salzburg.

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Die Mozartstädter waren nicht nur der letztjährige Finalgegner der Bozener, sondern auch ihr Auftaktgegner in der heurigen Saison. Mit der damaligen Form gab es für den Meister allerdings wenig Zählbares zu holen und so ging man schlussendlich relativ klar mit einer 1:4-Schlappe vom Bullen-Eis.

Dies will man nun vor eigenem Publikum deutlich besser machen: "Salzburg hat eine sehr starke Mannschaft, aber bei unserem ersten Aufeinandertreffen waren wir noch nicht voll da. Vor eigenem Publikum müssen wir nun beweisen, dass wir ein gutes Team haben und zeigen, dass wir in der Tabelle nach oben wollen.

In Regionen, in denen sich erneut der Kampf um die ganz große Sensation in Angriff nehmen lässt.

 

Marc Schwarz

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