Leblers Liebesbekenntnis

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Leblers Liebesbekenntnis vor Spiel 7: "Ich liebe Linz“

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Es braucht keine großartigen Englisch-Kenntnisse, um folgenden Satz zu verstehen.

„It’s the beauty of the playoffs“, sagt Brian Lebler, als der Stürmer der Black Wings Linz über Spiel 7 spricht. Die geliebte siebte Partie im Eishockey. Alles oder nichts. Siegen oder fliegen. Do or die.

Die Oberösterreicher und der regierende EBEL-Champion HC Bozen matchen sich am Freitag (19:10 Uhr im LIVE-VIDEO und LIVE-TICKER) als letzte Teams um den Aufstieg ins Semifinale.

Dort warten schon die Vienna Capitals.

„Ich bin zu 100 Prozent gesund und bereit zu spielen“, erklärt der 26-Jährige am Donnerstag-Nachmittag gegenüber LAOLA1. Der Stürmer laborierte an einem Magen-Darm-Virus.

„Jeder will in Spiel 7 spielen“

Da hätte aber schon etwas ganz anderes kommen müssen, um ihn von dieser Partie abzuhalten.

„Spiel 7 ist eine ganz eigene Geschichte. Da will jeder spielen, egal ob man verletzt ist oder ob etwas anderes ist. Es ist schwierig zu beschreiben, es ist auch vom Kopf her noch einmal ganz etwas anderes“, versucht sich Lebler, der Sohnemann von ÖEHV-Legende Eddy, einer Deskription.

Sieg Linz, Sieg Bozen, Sieg Linz, Sieg Bozen, Sieg Linz, Sieg Bozen, Sieg Linz, Sieg Bozen, Sieg Linz, Sieg Bozen. Zehn Duelle gab es bislang in dieser Spielzeit, zehn Mal gewann jeweils das Heim-Team.

Die Black Wings pickten die Italiener eigentlich deswegen, um souverän ins Halbfinale einzuziehen. Aber der Gegner erwies sich mit Fortdauer der Serie als unangenehm, wie Lebler und Co. feststellten.

„Alle vier Linien sind ziemlich gut und man macht ihnen nicht so leicht ein Tor. Unser Job ist es, aus ihren Fehlern Kapital zu schlagen“, meint der gebürtige Klagenfurter, der in Kanada aufwuchs.

„Wir waren faul“

Doch die Linzer wissen nur zu gut, dass sie sich auch an die eigene Nase fassen müssen.

„Wir müssen jetzt einfach unser Spiel spielen. In jenen, die wir verloren haben oder zurücklagen, haben wir das nicht getan. Wir haben Fehler gemacht, die wir normalerweise nicht machen. Oder wir waren faul und haben den einfacheren Weg gewählt“, spricht der ÖEHV-Teamspieler Klartext.

„Die Abwehrarbeit im Eishockey hat nicht zwingend nur mit Fähigkeiten zu tun, da geht es um die Arbeitsmoral. Es geht darum, wer den Puck mehr will und wer härter arbeitet. Das betrifft jeden auf dem Eis und alle müssen arbeiten. Wenn einer nicht arbeitet, dann wird es schon schwieriger.“

Seit drei Saisonen ist Lebler ein Linzer, in seiner ersten Saison konnte der Stürmer gleich mit den Black Wings den Meistertitel feiern. Zuvor setzte man sich im Viertelfinale in Spiel 7 gegen die Capitals durch. Ein Jahr später gegen den VSV ebenfalls im Viertelfinale, ebenfalls in Spiel 7.

Das letzte Spiel von Lebler im Wings-Trikot?

Sollten aller Dinge nicht drei sein, könnte es Leblers letztes Spiel im Trikot der Black Wings gewesen sein. Der beste Torschütze der Liga, aktuell hält der zweifache Vater bei 39 Toren inklusive Postseason, ist naturgemäß ein gefragter Mann und kann im Sommer auch den Schlittschuh machen.

Sein Vertrag läuft bis 2016, doch eine Ausstiegsklausel für ausländische Ligen macht es möglich. Die schwedische Liga könnte etwa für ihn interessant sein, diese Teams warten allerdings traditionell länger zu. Nach der EBEL-Saison wartet schließlich auch noch eine A-WM auf Lebler und Kollegen.

Sein Teamkollege Daniel Oberkofler, der kurioserweise exakt am selben Tag (16. Juli 1988) Geburtstag hat wie Lebler, würde einen Wechsel in eine andere Liga nachvollziehen können.

„Brians Anspruch muss eine Top-Liga sein. Er hat das Potenzial und, ich glaube, er will das auch. Es wäre ganz bitter für uns, aber das ist dann auch der Lauf der Dinge“, so der Steirer.

Lebler liebt Linz

Gerüchte gab es zuletzt viele. Auch was Head Coach Rob Daum und Augsburg betrifft. LAOLA1-Informationen zufolge war der Kanadier nie ein Kandidat beim DEL-Klub. Was Lebler betrifft, war etwa Eisbären-Coach Uwe Krupp wegen ihm und Sebastien Piche zuletzt in der Keine-Sorgen-Arena.

„Davon habe ich nichts mitbekommen“, bleibt Lebler cool. „Hier und jetzt bin ich ein Black Wing und bleibe ein Black Wing. Das sind alles Gerüchte und es gibt aktuell nichts, was mich zu einem Wechsel bewegen könnte.“

Dem nicht genug. Ähnlich wie Verteidiger Robert „Bobby“ Lukas in der zweiten Drittelpause von Spiel 5 (Zwischenstand: 1:4, Endstand 5:4) präsentiert auch Lebler seine Leidenschaft für Linz.

„Ich würde es lieben, in Linz zu bleiben. Linz ist für meine Familie und mich fantastisch. Der Verein ist fantastisch. Die Fans sind es. Die Gemeinschaft ist es. Meine Familie und ich haben uns in die Stadt Linz verliebt und wir würden es lieben, hier zu bleiben. So wie es jetzt aussieht, werden wir das tun.“

Ein Status quo. Doch wie in der Serie gegen Bozen ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.

 

Bernhard Kastler

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