50 Minuten reichen nicht

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Boni fordert ein perfektes Spiel von seinen Capitals

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Aus Fehlern soll man lernen, heißt es.

Wenn die Vienna Capitals etwas aus den ersten beiden Spielen der EBEL-Finalserie gegen RB Salzburg lernen konnten, dann, dass ein Eishockey-Spiel 60 Minuten dauert.

Boni fordert wieder mehr Aggressivität

In beiden Partien leisteten sich die Caps folgenschwere Blackouts und standen am Ende trotz einer insgesamt guten Leistung mit leeren Händen da.

"Meine Mannschaft kann es ja und zeigt dies auch 50 Minuten lang", hadert Headcoach Jim Boni. "Leider haben sie es aber gegen Salzburg noch nicht über die volle Distanz gepackt."

Augenscheinlich wurde dies vor allem im zweiten Duell, als die Wiener im ersten Heimspiel der Finalserie zu Beginn des Mitteldrittels bereits mit 3:1 führten, dann aber mit einem 3:5-Rückstand in die Pause gingen.

"Vielleicht haben wir in der einen oder anderen Situation etwas zu viel Respekt gezeigt. Das müssen wir abstellen", fordert der Trainer deshalb wieder mehr Aggressivität von seinen Cracks, denn eines ist klar: "Salzburg kann immer zulegen, die kommen irgendwie immer zu ihren Toren."

"Wir kennen diese Situation"

Auch sein Kapitän Jonathan Ferland weiß, dass die Caps heute Sonntag (ab 17:45 Uhr bei ServusTV und im LAOLA1-LIVE-Ticker) in Salzburg über ihre Grenzen gehen müssen.

"Es ist uns klar, dass wir 60 Minuten lang stark spielen müssen, aber jeder in der Kabine glaubt daran, dass wir es schaffen können."

Helfen kann dabei der Umstand, dass die Hauptstädter in den diesjährigen Playoffs bereits einmal in dieser Situation waren. Auch gegen Fehervar lag man in der Serie 0:2 zurück und feierte danach vier Siege in Folge.

"Wir kennen das. Damals hat keiner mehr mit uns gerechnet - außer wir selbst und wir sind aufgestiegen", gibt sich Ferland kämpferisch. "Wenn wir Spiel 3 gewinnen, ist alles wieder offen."

Harte Arbeit über 60 Minuten

Doch wie will man diese Salzburger bezwingen? In der Mozartstadt haben die Caps zuletzt am 24. März 2013 gewonnen, danach setzte es sieben Niederlagen hintereinander. Die "Bullen" hingegen scheinen unaufhaltsam zu sein und fixierten am Freitag in Wien-Kagran mit dem neunten Playoff-Sieg in Folge einen neuen EBEL-Rekord auf.

"Du musst keine Zauberdinge vollbringen oder Eishockey neu erfinden, um gegen Salzburg zu gewinnen", sieht Jim Boni die Situation jedoch keineswegs aussichtslos. "Du musst hart arbeiten, das ist alles. Das musst du aber über die gesamten 60 Minuten machen."

Die Caps wurden von den Bullen ein ums andere Mal ausgestanzt

Das alleine reicht aber auch noch nicht, wie der Trainer verrät, denn gegen eine Mannschaft wie Salzburg "gibt dir das keine Garantie, sondern lediglich eine Chance auf den Sieg".

Es braucht ein perfektes Spiel

Dass das beinahe schon nach Resignation klingt, weist der Kanadier vehement zurück. "Ich resigniere überhaupt nicht, ich bin nur realistisch. Wir müssen einfach weiter an uns arbeiten und an uns glauben."

Dabei steht hauptsächlich die Defensive im Fokus, diese leistete sich in Spiel 2 nämlich den einen oder anderen Fauxpas, was Boni sauer aufstieß: "Wenn man so verteidigt, wie wir das teilweise gemacht haben, dann hast du gegen Salzburg nichts zu bestellen."

Andererseits gibt Boni zu bedenken, dass seine Mannschaft nun trotz zweier guter Auftritte in der Serie 0:2 zurück liegt. "Manchmal muss man sich eben eingestehen, dass der Gegner gut ist. Wir waren nicht schlecht, Salzburg war einfach besser."

Deswegen sieht Boni für das dritte Duell, in dem sich die "Bullen" bereits drei Matchpucks sichern können, auch nur eine Möglichkeit für einen Sieg:

"Wir müssen in Salzburg kein gutes Spiel abliefern, sondern ein perfektes."

Und das geht nun einmal über die vollen 60 Minuten.

 

Fabian Santner

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