Tops und Flops der EBEL-Saison

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Tops und Flops der Saison 2012/2013

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Es ist gespielt.

Die Eishockeysaison 2012/2013 ist vorüber. Die zehnte EBEL-Spielzeit startete mit dem 6. September und endete am 5. April. In diesen 212 Tagen wurden 363 Spiele ausgetragen.

Doch was wird die Zukunft über die heurige Spielzeit berichten? Welche Gedanken kommen den Eishockey-Freunden in den Sinn, wenn sie sich zurückerinnern? LAOLA1 wirft daher nochmals einen Blick retour und stellt die Tops und Flops vor.

TOPS:

Christer Olsson: Am 30. Dezember wurde der Schwede vom Assistenten zum Head Coach befördert. Nachdem Christian Weber nach einer Berg- und Talfahrt im Grunddurchgang sein Büro räumen musste, wurde der ehemalige Verteidiger ins erste Glied beordert. Der 42-Jährige formte den KAC in kürzester Zeit  zu einer Meistermannschaft. Olsson betreute die Klagenfurter in 34 Spielen und gewann 23 davon. In fünfzehn Playoff-Partien verlor der Rekordmeister sogar nur dreimal.  

Medvescak Zagreb: Die „Bären“ sind die Vermarktungsgenies der Liga. Am Freitag, den 14. September luden die Kroaten Liga-Kontrahent Olimpija Ljubljana (2:3) zu den Gladiatoren-Festspielen ins Amphitheater von Pula ein. Am Sonntag, den 16. durften die Vienna Capitals (4:1) an der Mittelmeerküste Eishockey spielen. Zudem fand für mehrere Spiele das mittlerweile traditionell gewordene IceFever in der Arena von Zagreb vor mehr als 16.000 Fans statt.

NHL-Lockout: Ein wesentlicher Punkt, warum die Saison 2012/2013 in Erinnerung bleibt, hat mit dem Lockout in der NHL zu tun. Mit Thomas Vanek, Michael Grabner und Andreas Nödl schnürten im Herbst nicht nur die besten österreichischen Eishockeyspieler ihre Schlittschuhe für diverse EBEL-Vereine, es jagten weitere 13 Übersee-Profis in den heimischen Hallen den Puck nach. Letztlich spielten 16 NHL-Stars in der Erste Bank Eishockey Liga.

Import-Spieler: Die Legionäre werden gerne von Medien, Fans und Vereinsverantwortlichen kritisiert. Doch heuer spielten mit Derek Ryan, John Hughes, Jamie Lundmark, Luciano Aquino, Andrew Kozek oder auch Kyle Greentree außergewöhnliche Transferkartenspieler in der EBEL. Mit Ryan, Hughes und Aquino gibt es drei Profis, die jeweils über 70 Punkte erspielten. Die „Bulldoge“ Aquino stellte in 52 Spielen sogar einen Schnitt von 1,36 Punkten pro Partie auf.

EBEL und ÖEHV: Die Liga und der Verband sind häufig Zielscheiben der Kritik. Doch wenn kritisiert wird, muss auch gelobt werden. Nach Jahren des Verschlafens wurde vor der Saison die U20-Liga in die Erste Bank Young Stars League (EBYSL) professionalisiert und für nächste Saison ist eine U18-Liga geplant. Zwar qualifizierten sich keine österreichischen Mannschaften in einer qualitativ hochwertigen Saison für die Playoffs, doch bekanntlich lernt man aus Niederlagen mehr als aus Siegen. Die Zukunft hat jedenfalls schon mal trister ausgesehen.

Österreichische Welle: Viele österreichische Profis haben in der heurigen Saison einen immensen Sprung nach vorne gemacht. VSV-Verteidiger Mario Altmann avancierte immerhin zum viertbesten Scorer seiner Mannschaft. KAC-Goalie Rene Swette spielte in den Playoffs Andy Chiodo aus dem Tor. Dominique Heinrich gehört im „Bullenstall“ von RB Salzburg schon längst zum unverzichtbaren Teil der Mannschaft und auch Brian Lebler ist eine fixe Größe bei den Black Wings Linz. Mit Marius Göhringer, Alexander Feichtner, Benedikt Schennach, Patrick Peter und vielen mehr drängen die nächsten unübersehbar nach.      

Grazer (Über-)Härte: Keine Frage, Eishockey ist ein Kontaktsport. Jedoch kann man dies auch übertreiben. Die Steirer führen mit 1.296 Strafminuten in 59 Spielen uneingeschränkt die Böse-Buben-Statistik an. Durchschnittlich befanden sich die Murstädter 21,97 Minuten pro Match auf der Strafbank, was bei einer Spieldauer von 60 Minuten ein Drittel des Spieles in Unterzahl bedeutet.

Schießbude Innsbruck: Selbstverständlich sind die „Haie“ aus Innsbruck ein Aufsteiger. Dennoch bekamen die Tiroler in 54 Spielen 253 Tore, oder 4,68 Treffer pro Spiel, und somit befindet sich der HCI bzw. dessen Defensivleistung unter den Flops. Sollten die Innsbrucker nicht die Schießbude der Liga bleiben wollen, müssen sie den „Tiroler Weg“ überdenken und weitere Importspieler verpflichten. Denn die Liga und das österreichische Eishockey würden um die „Haie“ trauern, wenn die Fans ausbleiben und in paar Jahren der Gang in die zweite Liga vollzogen werden müsste.

FLOPS:

Österreichische Politik: Dass Politiker gerne reden, sobald sie ein Mikrofon sehen, ist hinlänglich bekannt. Doch die leeren Versprechen in der Vergangenheit an die Eishockey-Gemeinde, bringen das Fass bald zum Überlaufen. Nicht nur, dass der KAC seit Jahren auf einen Neubau bzw. einer Renovierung der Stadthalle wartet, wurde zudem die dem VSV zugesagte Trainingshalle und Hallen-Erweiterung ebenso auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Am meisten dürften sich aber die Anhänger der Black Wings Linz ärgern. Während der Meisterfeier 2012 versprachen die Entscheidungsträger bei einem entsprechenden Zuschauerschnitt eine Erweiterung. Daraufhin stürmten die Linzer Fans die Keine-Sorgen-EisArena, sodass heuer von einer 100-prozentigen Auslastung gesprochen werden kann. Doch die Politik verschiebt die Adaptierung um mindestens ein weiteres Jahr. Vielleicht sollten sich die Eishockey-Vereine in den ÖFB  oder den ÖSV einschreiben, denn Gelder für Stadien-Erweiterungen oder Weltmeisterschaften werden dort immer locker gemacht.

Ausreden: Eine Niederlage im Sport schmerzt. Und wenn die Verlierer kurz nach einer solchen von den Medien befragt werden, ist es durchaus verständlich, dass nicht jede Aussage eines Lyrikpreisträgers würdig ist. Doch wenn HC-Znojmo-Trainer Martin Stloukal den Grund der Niederlage bei den Vienna Capitals an der Qualität des Eises festmacht, dann muss ebenso geschmunzelt werden wie bei Pierre Pages Rechtfertigung, dass die „EBEL die aggressivste Liga der Welt“ sei. 

Zwischenrunde: Die Idee, den Grunddurchgang nach 44 Runden zu beenden und die Liga in zwei Hälften zu teilen, war nicht das Gelbe vom Ei. Die ungeliebte Spaltung in eine Platzierungs- und Qualifikationsrunde kritisierten sowohl die Spieler als auch die Fans. EBEL-Manager Christian Feichtinger kündigte im LAOLA1-Interview bereits eine Reform an.

Checks gegen den Kopf: Jedes Jahr werden sie kritisiert, aber dennoch geschehen sie. KAC-Spieler Gregor Hager zum Beispiel musste heuer fast die komplette Saison aussetzen. Die Spieler müssen das Spiel und den Gegner mehr respektieren.

Tryout-Verlängerung: Die Tryout-Verlängerung von November bis Ende Jänner war ein klassischer Selbstfaller. Zwar hatte der Hintergedanke mit weiteren Verpflichtungen von NHL-Spielern bei einem etwaigen Saisonausfall in Übersee zu tun, doch genützt wurde diese Regel lediglich für das Austauschen von herkömmlichen Transferkartenspielern.

 

Alexander Planasch

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