Gewinner und Verlierer des Playoff-Viertelfinales Teil 2

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Die Black Wings Linz und die Vienna Capitals komplettieren die EBEL-Semifinal-Playoffs. Richtig ausruhen können sich aber beide Teams nicht. Die Caps müssen bereits am Sonntag in die Stahlstadt.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die beiden letzten Viertelfinal-Playoff-Paarungen und streicht die Gewinner und Verlierer der Serie heraus.

Black Wings Linz - HC Bozen 4:3

Spiel 1: BWL-HCB 7:3

Spiel 2: HCB-BWL 6:4

Spiel 3: BWL-HCB 2:1

Spiel 4: HCB-BWL 3:2

Spiel 5: BWL-HCB 5:4

Spiel 6: HCB-BWL 2:1

Spiel 7: BWL-HCB 4:3

Linz gewinnt die Serie mit 4:3 gegen Bozen


Der Linzer-Pick ging wieder auf. Obwohl es lange nach einem zweiten Villach-Revival aussah, 2012 entschieden sich die Stahlstäder überraschenderweise für den VSV und nicht für Graz. Wie damals konnten sich die Mannen wieder gegen ihren ausgewählten Konkurrenten durchsetzen.

Bozen hat wenig falsch gemacht. Im Gegenteil: Niemand rechnete nach dieser holprigen Saison damit, dass die "Füchse" dem Titelkandidaten aus der Stahlstadt ein Bein stellen können. Vor allem dank der Heimstärke der Oberösterreicher waren viele Experten von einer kurzen Serie ausgegangen. Doch wusste Bozen vor heimischer Kulisse jedes Mal zu überzeugen.

Thomas Dechel könnte noch ein gefragter Mann sein

Heimstärke: Wie wichtig der meist ungeliebte Grunddurchgang und die anschließende Zwischenrunde sind, beweist wieder einmal die Serie Linz-Bozen. Durch die bessere Platzierung erkämpften sich die Linzer das Heimrecht, was in Spiel 7 zu einem Faktor wurde. Die Black Wings konnten vor heimischem Publikum noch eine Schippe zulegen.

Bozens Müdigkeit: In einem Entscheidungsspiel musst du am Eis brennen. Bei den Gästen aus Südtirol kam nur ein kleines Fünkchen, das große Feuerwerk blieb aus. Wenn man den Cracks um Zisser, Egger und Co. etwas vorwerfen kann, war es die fehlende Präsenz in Spiel 7. In keiner Phase des Matches wirkten die "Füchse" angriffslustig und auf den Aufstieg eingestellt.

Thomas Dechel: "Jetzt musst du bereit sein", sagte der junge Linzer Back-Up-Goalie Thomas Dechel nach Spiel 7 im Interview. Das sollen seine Gedanken gewesen sein, als er von seinem Einsatz erfahren hat. Bravourös meisterte der 23-Jährige seine Aufgabe. Wie lange Stammgoalie Michael Ouzas wirklich ausfällt, ließ sich noch nicht genau sagen. Sein Ersatzmann wäre aber bereit und als gebürtiger Wiener vermutlich zusätzlich motiviert.

Zisser ging die Puste aus

Fehlende Topscorer: Der Meister ist ausgeschieden. Ein Grund, warum es mit der Titelverteidigung in diesem Jahr nicht geklappt hat, ist der fehlende Punch in der Offensive. Natürlich kamen die Italiener auch in ihrer Meistersaison über das Kollektiv zum Erfolg, doch fehlte heuer der Leader, der eine solche Mannschaft in kritischen Situationen erlöst. Gutes Beispiel: Der beste Scorer Bozens war Derek Nesbitt auf Rang 15 der Topscorer-Liste.

 CHL-Ticket für ÖEHV-Team: Durch den Aufstieg der Linzer löste ein weiteres rot-weiß-rotes Team das Ticket für die Champions Hockey League (CHL) im nächsten Jahr. Der KAC hat sich nun wie Red Bull Salzburg (Grunddurchgangssieger), Linz (zweitbestes Team nach GD) und die Vienna Capitals für den Europacup des Eishockeys qualifiziert.

Zu viel Chaos: Eigentlich muss man den Cracks von Bozen ein Kompliment aussprechen. Nach den turbulenten letzten Wochen und Monaten blieben die Profis stets konzentriert und verrichteten ihre Arbeit dementsprechend hervorragend. Angefangen von einer fraglichen Teilnahme an der diesjährigen Meisterschaft über Zwangsversteigerung der eigenen Fitnessgeräte bis hin zum Trainerwechsel, durchlebten die Bozener ein Wellental der Gefühle. Wenn man all dies berücksichtigt, kann man dem entthronten Meister eine positive Leistung attestieren.

Fehervar AV19 - Vienna Capitals 2:4

Spiel 1: FAV-VIC 4:3

Spiel 2: VIC-FAV 1:4

Spiel 3: FAV-VIC 2:3

Spiel 4: VIC-FAV 2:1 n.OT.

Spiel 5: FAV-VIC 2:5

Spiel 6: VIC-FAV 2:1 n.OT.

Die Capitals gewinnen die Serie mit 4:2


Das war Playoff-Hockey vom Feinsten: Die Capitals wirkten nach Spiel zwei schon geschlagen,  und nicht mehr viel sprach für die Wiener. Doch wie Phönix aus der Asche kämpften sich die Hauptstädter in dieses Duell zurück.

Für Fehervar AV19 war das Semifinale in diesem Jahr wohl so nahe wie noch nie. Die Ungarn zeigten über die komplette Saison ein starkes Hockey, setzten auf die richtigen Legionäre und hatten mit Andrew Sarauer den Goldgriff der Liga in ihren Reihen. Der 30-jährige Kanadier verbesserte in seiner zweiten EBEL-Saison die eigene Statistik. Für die Top-Vier reichte es aber schlussendlich wieder nicht.

Kris Foucaults dicker Knoten scheint geplatzt zu sein.

Kris Foucault: Im Herbst und Früh-Winter zählte der 24-jährige Kanadier noch zu den besten Scorern der Liga. Danach folgte ein Formtief, das Foucault, für den die Caps die erste Europa-Station sind, nie wirklich loswurde. Ausgerechnet dieser Foucault schoss die Caps eine Runde weiter.

Fehervars Unserie: Und schon wieder hat es für die Ungarn nicht gereicht. Erneut zerplatzte der Traum vom erstmaligen Halbfinal-Einzug. Obwohl die Chance vermutlich so groß war wie noch nie. Bisher scheiterten die Ungarn stets in der ersten Playoff-Runde an den Vienna Capitals (1:4), Olimpija Ljubljana (2:4) und im Vorjahr an Meister HC Bozen (0:4). 

Jim Boni: Auch wenn es sich die Capitals-Funktionäre vermutlich nicht eingestehen wollen: Jim Boni wurde als Feuerwehrmann geholt. In dieser Funktion hat der Kanadier alles richtig gemacht, obwohl man sagen muss, dass nach Spiel zwei wohl nur mehr die wenigsten mit einem Aufstieg gerechnet haben. Boni verstand es, die Mannschaft mental zu erreichen und an ihren Kampfgeist zu appellieren. Mit Erfolg.

Engstrand wäre die bessere Wahl gewesen

Goalietausch bei Fehervar: War Engstrand noch zu Beginn der Serie ein sicherer Rückhalt, wechselte Coach Pallin den Keeper nach der ersten Niederlage. Das Ergebnis war nicht berauschend. Miklos "Mickey" Rajna konnte nie die Paraden und Szenen liefern wie der Schwede. Es an dem jungen Ungarn festzumachen, wäre aber nicht fair. Trotzdem brachte der Wechsel mehr Unruhe als Sicherheit ins Team.

 Wiener-Kampfgeist: Kampf wurde belohnt. Es gab mehrere Schlüsselerlebnisse im Laufe dieser Serie, wie zum Beispiel das Overtime-Tor vom jungen Patrick Peter in Spiel vier, oder das verrückte 2:3 in Spiel zwei, oder vielleicht doch die Kraft-Partie in Spiel fünf. Eines haben alle drei Matches gemeinsam – der Wiener-Wille war überragend. Die Mannschaft von Jim Boni schaffte es, das früh kassierte Break in der Serie wettzumachen und verkörperte diese positive Einstellung auf dem Eis.

Banhams Karriere-Ende?  Ein ganz Großer könnte nach dieser Saison seine Eisschuhe an den Nagel hängen. Frank Banham ist eine lebende EBEL-Legende und der beste Beweis, dass Alter bei so manchen Profis keine Rolle spielt. Mit unglaublichen 46 Punkten in 48 Saisonspielen erwischte die Nummer 38 der Teufel eine erneut fabelhafte Meisterschaft. We hope to see you back, Mr. Banham!

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