Gewinner und Verlierer des Playoff-Viertelfinales Teil 1

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Adler weg, Bullen und Rotjacken weiter. Die ersten Spiele der Postseason sind bereits Geschichte. Mit Salzburg gegen den KAC steht das erste EBEL-Halbfinal-Duell bereits fest.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die ersten beiden entschiedenen Playoff-Paarungen und streicht die Gewinner und Verlierer der Viertelfinalserie heraus.

 RB Salzburg - VSV 4:1 

Spiel 1: RBS-VSV 2:1

Spiel 2: VSV-RBS 6:5 n.OT.

Spiel 3: RBS-VSV 4:0

Spiel 4: VSV-RBS 1:2 n.OT.

Spiel 5: RBS-VSV 4:1

Salzburg gewinnt die Serie mit 4:1

Schon im Vorhinein war klar, dass die Villacher „Adler“ in diesem Duell nur gewinnen können. Dem VSV gelang es zwar nicht, die Serie für sich zu entscheiden, doch konnten sie die „Bullen“ aus der Mozartstadt ärgern. Mit ein wenig mehr Glück wäre sogar eine Sensation möglich gewesen.

Der Grund für die schlussendlich klare 1:4-Niederlage liegt auf der Hand: Der VSV verlor zwei Partien, die nur schwer zu verdauen waren. Erst der Nackenschlag in Salzburg, als man 97 Sekunden vor der Schluss-Sirene noch vor dem Break stand, und dann das verlorene Marathon-Match in Spiel vier.

Ex-Adler John Hughes war nicht ganz unbeteiligt am Ausscheiden des VSV

John Hughes: 112. Minute in Villach. John Hughes bekommt nach Bullygewinn von Ryan Duncan die Scheibe und zieht mit einem Wristshot in die kurze Ecke von J.-P. Lamoureux ab. Der Puck landet im Netz, der Kanadier hüpft vor Freude wie Rumpelstilzchen zu Weihnachten und kann sein Glück kaum fassen. Ein Sieg gegen den Ex-Verein und gleichzeitig eine kleine Revanche an der Villacher Vereinsführung.

Das System-Järvenpää: Jahrelang gab es keinen Grund, den finnischen Trainerfuchs zu hinterfragen. Seit er den VSV 2012 übernommen hat, kam man stets ohne Probleme in die „fünfte Jahreszeit“. Doch war die Erwartungshaltung dieses Jahr höher und so schmerzt das Ausscheiden mehr, als man vermutlich zugeben mag. Vor allem die Linien-Umstellung in der katastrophalen Zwischenrunde kostete Järvenpää einiges an Kredit. Interessant dabei ist, dass der VSV schon in den letzten Jahren jedes Mal auf die Zwischenrunde keinen Wert legte. Ob der 51-Jährige im September noch in der Draustadt an der Bande stehen wird, ist zurzeit mehr als zweifelhaft.

Krog und Haydar fanden nicht in die Spur

Kadertiefe: Salzburg ist jede Saison Titelkandidat Nummer eins. Heuer kommen ein bärenstarker Grunddurchgang, eine beinahe fehlerlose Zwischenrunde und eine Konstanz, die die Konkurrenz nur staunen lässt, dazu. Im Viertelfinale konnte Coach Dan Ratushny alle vier Linien bringen und war stets bedacht, seine Top-Linien richtig einzusetzen. Diese Feinheiten könnten am Ende der Saison den Ausschlag für den ersten Meistertitel nach vier „erfolglosen“ Jahren geben.

Haydar & Krog: Bei Salzburg fällt es nicht ins Gewicht, wenn die erste Linie einmal auslässt und keine Punkte liefert. Wenn bei den Blau-Weißen die ersten beiden Linien nicht erfolgreich sind, wird es eng. Zusätzlich waren Toplegionäre wie Darren Haydar und Jason Krog in den Playoffs komplett abgemeldet. Ein John Lammers oder Brock McBride können da nicht der adäquate Ersatz sein.

HC ZNOJMO  - KAC 1:4

Spiel 1: ZNO-KAC 4:5

Spiel 2: KAC-ZNO 5:6 n. OT.

Spiel 3: ZNO-KAC 3:6

Spiel 4: KAC-ZNO 2:1 n. OT.

Spiel 5: ZNO-KAC 1:2 n. OT.

Der KAC gewinnt die Serie mit 4:1


Damit hätte wohl nicht einmal die treueste „Rotjacke“ gerechnet. Der KAC gewinnt seine Viertelfinalserie gegen die Südmähren mit 4:1 und gehört damit zu den Top-Vier-EBEL-Teams 2014/15. Ein Fakt den vor nicht allzu langer Zeit wohl keiner für möglich gehalten hätte.
 
Ein verunsichertes Team, viele personelle Baustellen (sowohl am Betreuer- als auch Spielersektor), ein verärgertes Publikum und das leidige Thema um eine neue Heimstätte ließen die Lindwurmstädter auch diese Saison kaum zur Ruhe kommen. In den Playoffs bekamen die Fans eine komplett andere Seite der Rot-Weißen zu sehen.


KAC-Goalie Rene Swette wandelt auf den Spuren von 2013

Rene Swette: Der Goalie verdrängte mit starken Saves den Finnen Pekka Tuokkola und gibt der Mannschaft den nötigen Rückhalt. Eingefleischten Fans mag diese Rochade in einer Playoff-Partie des KAC bekannt vorgekommen sein. Am 27. Februar 2013 musste Andy Chiodo nach vier Gegentoren in Graz seinen Kasten räumen. Swette wurde eingewechselt, blieb und hatte maßgeblichen Anteil am späteren Meistertitel. 

Mangelnde Playoff-Erfahrung: Eine Serie zum Vergessen, werden sich die Verantwortlichen des HC Orli Znojmo wohl gedacht haben. Manager Stefan Kuhlhanek meinte nach den Picks, dass man das unbekannte Los bevorzugt. Es lag zwar auch am starken Gegner, doch müssen sich die Tschechen an der eigenen Nase nehmen. Mangelnde Playoff-Erfahrung, zeitweise zu ideenlos und mit zu viel Respekt bestritten die „Adler“ ihre Matches. Schade. Weil Adam Havlik, Peter Pucher, Ondrej Sedivy und Co. nach starkem Grunddurchgang und einer vielversprechenden Zwischenrunde das Zeug zum Aufstieg locker gehabt hätten.

Die KAC-Offensive: Die berühmte „Hex am Schläger“ ist bei der KAC-Offensive endgültig verschwunden. Ob Oliver Setzinger, Thomas Koch, Jamie Lundmark oder die Geier-Twins – die Liste der potenziellen Gewinner im Angriff ist lang. Größtes Plus: Die Linien treffen in der richtigen Zeit und können damit ein Spiel komplett in ihre Richtung drehen. Was die Zuseher von der KAC-Offensive dieser Tage geboten bekommen, ist zum Zunge schnalzen.

Keine Playoff-Mentalität bei Znojmo

System-Umstellung: Vor der Serie waren sich alle Experten einig, dass Znojmo über die technische und eisläuferische Stärke kommen wird. Der KAC zeigte gleich von Beginn an, was die Tschechen erwartet: körperliches intensives Playoff-Hockey. Mit diesem Spielstil kamen die Südmähren über die gesamte Serie nicht zurecht. Mit Versuchen, das System auf eine härtere Gangart umzustellen, scheiterte man.

Doug Mason: Wer hätte das gedacht? Ein Trainer in Klagenfurt wird von den mitgereisten Schlachtenbummlern minutenlang gefeiert. Zynismus? Sicher nicht. Doug Mason schaffte es in kurzer Zeit, seine Cracks zum rechten Zeitpunkt wach zu rütteln. Neue Linien, ein neuer Keeper und die erforderliche Härte zeichneten die Rot-Weißen nach Masons Übernahme aus. Eine Jobgarantie ist so etwas in Klagenfurt aber noch lange nicht. Vermutlich nicht einmal dann, wenn der Meisterpokal am Neuen Platz präsentiert werden würde.

EBELWas schon vor Beginn der Viertelfinal-Serie klar war: Die Liga muss auf einen Publikumsmagneten bis in die neue Saison verzichten. Mit Znojmo verliert man bis September einen Hexenkessel der Liga. Die Atmosphäre in der Halle ist einmalig und nur schwer zu vergleichen. Für jeden Auswärtsfan auf alle Fälle eine Reise wert.

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