Die Gewinner und Verlierer der ersten Saisonphase

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Der Anfang ist gemacht.

Die ersten Spiele der neuen Saison der Erste Bank Eishockey Liga sind bereits Geschichte. Die neunte Runde steht bereits vor der Tür.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die Vereine und streicht die Gewinner und Verlierer der Anfangsphase heraus.

KAC

Die Klagenfurter haben wie schon im Vorjahr einen fulminanten Start hingelegt. In den ersten sieben Spielen setzte es für die Rotjacken nur eine Niederlage. In Linz mussten sich Christoph Brandner und seine Teamkollegen mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben. Ein Blick auf die bisherige Saisonleistung der Black Wings zeigt aber, dass man in Oberösterreich durchaus mal verlieren kann.

Gewinner: „T.N.T. - I'm Dynamite – dies ist ein Auszug aus dem Chorus des Weltbekannten AC/DC-Klassikers, der zur Torhymne von Tyler Spurgeon und Tyler Scofield avancierte. Den beiden Kanadiern scheint derzeit alles zu gelingen, was sie sich vornehmen. Scofield (6 Tore, 3 Assists) und Spurgeon (2 Tore, 7 Assists) verbuchten in 8 Spielen bereits 18 Punkte. Weiter ist die Defensive des Rekordmeisters die beste der Liga, was nicht zuletzt an Torhüter Rene Swette liegt. Der Vorarlberger ist mit 95,5 Prozent gehaltener Schüsse der beste Keeper der Liga und musste bisher nur zehn Gegentore hinnehmen.

Verlierer: Wenn es einen Verlierer im Team des KAC geben soll, dann ist dies wohl Andy Chiodo. Der Kanadier laboriert an einer Kreuzbandverletzung und muss zusehen wie sein Back-up Swette derzeit alles richtig macht.  Für Chiodo, der natürlich nach seiner Rückkehr den Posten des Stammtorhüters beanspruchen wird, keine leichte Situation, gibt es derzeit doch keinen Grund den jungen Vorarlberger aus dem Tor zu nehmen. Außerdem wird sich Viveiros als Nationaltrainer hüten einen jungen Österreicher, der seine Leistung bringt, für einen Legionär auf die Bank zu setzen. Bitter!

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Olimpija Ljubljana

Vor der Saison hatten die Drachen wohl keiner auf der Rechnung. In acht Spielen holten die Slowenen sechs Siege und belegen derzeit den zweiten Tabellenplatz. Ob sie das Niveau über die gesamte Saison halten können, bleibt abzuwarten, der Start ist jedenfalls beeindruckend.

Gewinner: Ales Music überrascht derzeit nicht nur die Verantwortlichen von Ljubljana. Der 29-jährige Stürmer ist einer der Gründe warum die Slowenen so weit oben stehen. Im Vorjahr verbuchte der Slowene in 42 Spielen gerade mal 14 Punkte. Sein Karriere-High aus der Saison 2009/10 liegt bei 23 Zählern (6 Tore, 17 Assists). Nach acht gespielten Runden hält Music nun aber bereits bei vier Treffern und vier Vorlagen. Hält er diesen Schnitt, wird dies seine mit Abstand beste EBEL-Saison.

Verlierer: Der Motor bei Ziga Pance stockt. Der 22-jährige Stürmer ist eine der großen Hoffnungen des slowenischen Eishockeys, konnte in dieser Saison aber erst einmal anschreiben. Vergangene Spielzeit brachte es der Slowene auf 23 Tore (41 Punkte). Will er diese Marke heuer brechen, muss er sich ranhalten.

Black Wings Linz

Sind die Linzer beteiligt, können sich die Zuschauer auf ein Offensiv-Spektakel aller erster Güte freuen. Der beste Angriff der Liga scorte bereits 33 Mal und mit Mike Ouellette stellen die Stahlstädter auch den bisher besten Stürmer der gesamten Liga.

Gewinner: Der Erfolg der Linzer wird von vielen Schultern getragen. Die erste Linie der Stahlstädter ist offensiv das Beste was die Liga zu bieten hat. Will man einen Spieler aus der Reihe herausnehmen muss dies wohl Gregor Baumgartner sein. Der Österreicher stand nach seiner Lungenquetschung im Februar 2011 schon vor dem Karriere-Ende und erlebt nun seinen zweiten Frühling mit acht Punkten in sieben Spielen. Aber auch Mike Ouellette, Curtis Murpy, Adrian Veideman sowie Pat Leahy dürfen an dieser Stelle nicht vergessen werden, wenn es um die Offensiv-Stärke der Linie geht. Geformt wurde das Ganze aber von Rob Daum. Der Kanadier brachte eine neue Spiel-Philosophie nach Linz, die zum einen attraktives aber auch erfolgreiches Eishockey verspricht.

Verlierer: Sucht man einen Verlierer muss man wohl oder übel den Defensiv-Verbund in die Pflicht nehmen. Alex Westlund im Tor bekommt mit 243 Schüssen auf seinen Kasten die drittmeisten Pucks zu halten und weist lediglich eine durchschnittliche Save-Percentage von 89.71 Prozent auf. Die Oberösterreicher haben bereits 26 Gegentore kassiert. Solange die Offensive funktioniert, ist dies kein Problem. Aber man kann nicht immer sieben Treffer erzielen.

Fehervar AV19

Die Ungarn hätte wohl keiner nach acht Spielen auf dem vierten Platz vermutet. Gleich zum Ligaauftakt setzten sich die Magyaren gegen Jesenice durch und feierten weitere Siege gegen Graz und Znojmo. Allerdings trennt Fehervar derzeit nur ein Punkt vom achten Platz.

Gewinner: Ryan Derek machte vor allem in den letzten Spielen auf sich aufmerksam. Beim 4:3-Erfolg über Liga-Neuling Znojmo erzielte der US-Amerikaner alle Tore und wurde somit zum viel umjubelten Matchwinner. Im darauffolgenden Spiel ließ er einen weiteren Treffer folgen. Neben dem schwedischen Strümer Eric Johansson ist er mit Sicherheit ein Gewinner der bisherigen Saison.

Verlierer: Im Vorjahr noch einer der besten Angreifer der Ungarn, bremsten in dieser Saison Verletzungen Arpad Mihaly aus. Lediglich drei Spiele machte der Rumäne für Fehervar in dieser Saison und konnte nur einen Assist verbuchen.

Graz99ers

Nach einem durchwachsenen Start haben sich die Steirer gefangen und sind seit drei Spielen en suite ungeschlagen. Würde man am Ende des Grunddurchgangs auf Platz fünf stehen, wären sowohl Verantwortliche als auch Spieler mehr als zufrieden. In einer Wertung stehen die 99ers nach acht Spieltagen ganz oben. Kein Team ist im Powerplay effektiver als die Grazer die bereits zwölf Tore in Überzahl erzielt haben.

Gewinner: Die Einkaufspolitik der Grazer ist bisher herauszustreichen. Mario Richer und die Verantwortlichen haben bei den Neuzugängen Dustin van Ballegooie, Olivier Latendresse und Zdenek Blatny ein feines Händchen bewiesen. Besonders Letzterer verzaubert mit seiner Offensivstärke die Zuschauer im Grazer Bunker.

Verlierer: Rodi Short ist nach Graz gekommen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Nach einem bösen Check am zweiten Spieltag wurde er aber prompt für sechs Spiele gesperrt. Am Freitag darf er wieder ins Geschehen eingreifen und muss dann zeigen, was in ihm steckt. Auch Ersatztormann Artiom Konovalov hat es schwer. Der junge Österreicher (21) kam nach Graz, weil er bei Salzburg keine Chance auf Einsätze sah. Nun muss er sich hinter Fabian Weinhandl anstellen und spielte bisher nur zu acht Minuten. In diesen musste er zwei Gegentore hinnehmen. Nicht optimal, um sich für weitere Einsätze zu empfehlen.

Medvescak Zagreb

Die Bären aus Kroatien haben sich für diese Saison viel vorgenommen und mit Marty Raymond einen Trainer verpflichtet, der das ausgegebene Ziel Halbfinale verwirklichen soll. Bisher kam der Motor der Kroaten noch nicht so ganz auf Touren.

Gewinner: Es war eine der großen Fragezeichen. Kann Ryan Kinasewich an die starken Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen oder handelt es sich beim Kroaten um eine Eintagsfliege? Der 28-jährige Stürmer hat schon in den ersten sieben Spielen gezeigt, dass er auch in diesem Jahr die Lebensversicherung der Bären sein wird.

Verlierer: Robert Kristan ist schon seit der Vorbereitung verletzt und konnte in dieser Spielzeit noch kein einziges Mal für Zagreb auflaufen. Wann der eigentliche Stammkeeper wieder zurückkommt steht noch nicht fest. Mit einem fitten Kristan wäre Zagreb mit Sicherheit um eine Klasse stärker, auch wenn Ersatz Michael Ouzas seine Sache gut macht.

RB Salzburg

Der Meister kommt nicht so richtig aus den Startlöchern und blickt auf einen mehr als durchwachsenen Saisonstart zurück. Vier Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Die Mannschaft hat definitiv Potential, doch die Integration der vielen Neuerwerbungen dauert länger und die Abgänge der österreichischen Leistungsträger wiegt schwerer als zunächst angenommen.

Gewinner: Robbie Earl ist definitiv einer der Lichtblicke der Bullen. Der ehemalige NHL-Crack bewies seine Klasse und konnte bereits neun Punkte (6 Tore und 3 Assits) verbuchen. Neben ihm ragt vor allem Vorlagengeber Thomas Raffl heraus, der zu zehn Toren den Assist lieferte und zusätzlich zwei Mal selbst vollstreckte.

Verlierer: Der US-Amerikaner Erik Reitz hatte bisher alles andere als eine gute Saison. So war bereits am fünften Spieltag Schluss als er mit einem Faustschlag den Grazer Zdenek Blatny niederstreckte und auch als dieser am Boden lag, nicht von ihm ließ. Dies brachte dem Verteidiger zwölf Spiele Sperre ein. Undiszipliniertheiten werden bei Trainer Pierre Page mit Sicherheit nicht gerne gesehen und es wird seinem Standing beim Trainer wohl kaum gut getan haben.

Vienna Capitals

„Wir werden Meister“, war die Ankündigung von Trainer Tommy Samuelsson vor der Saison. Nach acht Spielen muss er selbstredend diese Prognose noch nicht revidieren, Fakt ist aber, dass sich die Wiener den Saisonstart mit Sicherheit anders vorgestellt haben.

Gewinner: Ross Lupaschuk ist mit Sicherheit eine Verstärkung, wie sie sich jeder Trainer wünscht. Samuelsson hatte den 100 Kilo schweren Abwehrrecken als Zwei-Wege-Verteidiger geholt und genau das sind die Stärken des Kanadiers. Nach hinten körperlich präsent, ist er von der blauen Linie eine Macht. Sechs Tore sprechen eine deutliche Sprache. Zudem glänzt der 30-Jährige als Vorbereiter (5 Assists). In dieser Form eine wahre Bereicherung für die Liga.

Verlierer: Die Liste der Spieler, die hinter den Erwartungen zurückliegen ist bei den Capitals lang. Angefangen bei Pat Kavanagh, der aufgrund mangelnder Leistung aus dem Kader entlassen wurde bis hin zu Keeper Reinhard Divis, der noch nicht wirklich in seiner Geburtsstadt angekommen zu sein scheint. Mit lediglich 87,62 Prozent gehaltenen Schüssen ist er statistisch gesehen der zweitschlechteste Torhüter der Liga. Pech hatten die Capitals auch mit Verletzungen. Neben Francois Fortier, der erst drei Spiele in den Beinen hat, sind auch Christian Dolezal und Philipp Pinter erst vor kurzem wieder fit geworden. Besonders bitter ist natürlich der Ausfall von Rafael Rotter, der selbstredend nicht ersetzt werden kann und den Caps in dieser Saison wohl nicht mehr zu Verfügung stehen wird. Mit Filip Gunnarsson war ein weiter Angreifer lange nicht einsatzfähig.

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VSV

Der VSV ist die negative Überraschung der Saison-Eingangsphase. Die Villacher stehen nur auf dem neunten Platz und haben mit lediglich 14 geschossenen Toren die schlechteste Offensive der Liga. Tiefpunkt der ersten Spiele war die 1:3-Niederlage bei Schlusslicht Jesenice, was die Verantwortlichen dazu veranlasst hat, mit Markus Peintner nochmals den Kader nachzurüsten.

Gewinner: Es ist derzeit nicht leicht aus dieser Villacher Mannschaft einen wahren Gewinner herauszustreichen, doch Bernhard Starkbaum hat sich diese Titulierung mit Sicherheit verdient. Der Torhüter der Adler zeigt auch in dieser Saison, dass er nicht umsonst im letzten Jahr VSV-Legende Gert Prohaska verdrängt hatte. Ohne den Nationaltorhüter würde es um die Villacher wohl noch schlechter stehen, als dies derzeit ohnehin schon der Fall ist.

Verlierer: Eigentlich müsste die gesamte Offensiv-Abteilung der Kärntner als solches bezeichnet werden. Exemplarisch für die schwache Ausbeute vor dem Tor steht Kapitän Marco Pewal. Als Leistungsträger aus Salzburg geholt, ist er mit einem Tor und zwei Assists weit weg von dem, was sich die Verantwortlichen von ihm erwarten. Außerdem scheint das Konzept von Mike Stewart noch nicht voll zu greifen. Zum ersten Mal ging der Austro-Kanadier als Head Coach in eine Saison und es scheint, als wären die Villacher nicht richtig auf das Tempo eingestellt. Gerade im läuferischen  Bereich zeigen sich große Defizite, die der Trainer schnellstmöglich in den Griff bekommen muss.

HC Znojmo

Der Liga-Neuling tut sich in der EBEL schwer. Zwar haben die Tschechen in so manchem Spiel ihr Potential angedeutet (gegen Capitals, Zagreb, Fehervar), über volle 60 Minuten konnte man aber nur gegen die Black Wings Linz überzeugen. Ausgerechnet gegen die Oberösterreicher konnte man mit 7:5 den einzigen Sieg einfahren.

Gewinner: Verteidiger Martin Planek hat in den sieben Spielen für Znojmo angedeutet, welch großes Potential er hat. Mit gerademal 20 Jahren wirkt er sehr abgeklärt und hat eisläuferisch einiges zu bieten.

Verlierer: Head Coach Karel Soudek musste nach nur sieben Partien wegen Erfolgslosigkeit bereits seinen Hut nehmen. Es ist der erste Trainerwechsel der Saison. Nun hat der bisherige Assistent Martin Stloukal das Amt übernommen und soll die Tschechen aus dem Tabellenkeller führen.

HK Jesenice

Erwartungsgemäß finden sich die Slowenen auch schon nach acht Spieltagen am Tabellenende wieder. Die zahlreichen Abgänge einiger Leistungsträger konnten nicht kompensiert werden. Der Fünf-Jahresplan, der den Einzug ins Halbfinale in absehbarer Zeit beinhaltet, muss wohl nach unten korrigiert werden.

Gewinner: Einziger Lichtblick in den Reihen der Stahlstädter sind die beiden schwedischen Neuzugänge Marcus Olsson und Patrick Bergström. Müsste man auf die beiden Stürmer verzichten, wären die Zeiten in Jesenice noch düsterer, als sie dies nicht ohnehin schon sind.

Verlierer: Trainer Heikki Mälkiä konnte die Abgänge von Robert Sabolic (Medvescak Zagreb), Brett Lysak (Graz99ers), Rok Ticar (Krefeld) und Ziga Jeglic (Södertälje) nicht kompensieren. Zwar sagte der Finne schon vor der Saison, dass es schwierig wäre Spieler nach Jesenice locken zu können, da die Stadt nur wenig zu bieten habe, dennoch muss man das Fehlen von Leistungsträgern und die schwachen Vorstellungen in den bisherigen Spielen auch ihm ankreiden.

Sebastian Rauch

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