LAOLA1 checkt die Viertelfinal-Paarungen

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Nach 324 Grunddurchgangs-Spielen ist es soweit. Die EBEL geht in die Playoffs und somit in die entscheidende Phase der Meisterschaft.

Vienna Capitals gegen HC Znojmo, Black Wings Linz gegen VSV, KAC gegen Graz99ers und Medvescak Zagreb gegen RB Salzburg lauten die Paarungen, die im best-of-seven-Modus ausgetragen werden.

LAOLA1 checkt die Matchups anhand der Ausgangslage, der bisherigen Saisonduelle und der Spieler, die den Unterschied ausmachen könnnen.

Die Vienna Capitals haben sich entschieden. Die Wiener, die den Grunddurchgang und die Zwischenrunde auf Platz eins beendet haben, wählten den HC Znojmo als ihren kommenden Gegner im Viertelfinale aus. Die Tschechen sind in dieser Saison zum Lieblingsgegner der Hauptstädter avanciert. Nicht nur, dass die Heimstätte der „Roten Adler“ nur eine knappe Autostunde von Wien entfernt ist und somit große Anreisestrapazen wegfallen, auch die Statistik gegen Znojmo spricht klar für die Capitals. Doch man darf sich nicht blenden lassen, denn die Tschechen waren in allen Spielen ein ebenbürtiger Gegner, was auch die knappen Ergebnisse belegen.

Key Player Caps: Jonathan Ferland. Der Kanadier ist aufgrund des Ausfalls von Benoit Gratton und Dan Bjornlie der neue Kapitän der Capitals und wird als dieser auch gefordert sein. Gratton und seine Präsenz könnten der Mannschaft auf dem Eis und auch in der Kabine fehlen. Ferland muss als „Aggressive-Leader“ mit gutem Beispiel voran gehen, wird aber auch als Scorer gefordert sein, um die Lücke, die der etatmäßige Mannschaftsführer hinterlassen hat, zu schließen. Erschwerend kommt hinzu, dass der 30-Jährige gerade erst nach einer langen Pause sein Comeback gegeben hat. Allerdings hat er bei seinem alten Verein Villach bereits bewiesen, dass er der geborene Leader ist.

Datum Heim Auswärts Resultat
14.10.2012 Znojmo Capitals 3:4 n.V.
26.10.2012 Capitals Znojmo 3:1
18.12.2012 Capitals Znojmo 3:2
13.1.2013 Znojmo Capitals 1:4

Key Player Znojmo: Ondrej Kacetl. Die Tschechen sind dafür bekannt, dass sie ihr Spiel recht offensiv anlegen.  Während sich andere Teams gegen die Hauptstädter eher defensiv verhalten und die Wiener das Spiel machen lassen, versucht Znojmo „mitzuspielen“. Aus diesem Grund ergeben sich mehr Räume für die Caps in der Offensive und Kacetl wird einiges zu tun bekommen. Torhüter können in den Playoffs den Unterschied machen. Der HC Znojmo braucht einen Kacetl in Hochform, um die Capitals fordern zu können.

Es war die Überraschung der „Pick-Zeremonie“. Die Oberösterreicher suchten sich Villach als ersten Opponent der Postseason aus. Aufgrund der Statistik von sechs Siegen aus sechs Spielen gegen die Graz99ers vermutete man, die Mannschaft um Mastermind Rob Daum würde sich für die Steirer entscheiden. Der Eishockey-Professor wählte aber allen Spekulationen zum Trotz die „Adler“ aus Kärnten, gegen die man eine ausgeglichene Bilanz von 3:3 aufzuweisen hat. Ins Auge fällt dabei sofort, dass sowohl die Linzer als auch die Villacher jeweils zwei Auswärtsspiele gewinnen konnten.

Key Player Linz: Pat Leahy. Der erfahrene US-Amerikaner hatte im Meisterjahr mit einigen Verletzungen zu kämpfen und war auch in den Playoffs nicht auf dem Niveau, welches man vom Stürmer gewohnt war. Heuer ist der Routinier aber wieder in alter Stärke zurück und scheint, gerade richtig zu den Playoffs in bestechender Form zu sein. Sieben Punkte in den letzten vier Spielen der Zwischenrunde lassen auf eine tolle Postseason hoffen.  Mit 50 Zählern in 43 Spielen ist er hinter Mike Ouellette (54) und Brian Lebler (53) der drittbeste Scorer der Linzer und könnte auch aufgrund seiner Erfahrung für Trainer Daum noch Gold wert sein.

Datum Heim Auswärts Resultat
16.9.2012 Black Wings Linz VSV 2:5
21.10.2012 VSV Black Wings Linz 3:6
14.12.2012 VSV</< Black Wings Linz 4:2
20.1.2013 Black Wings Linz VSV 1:4
25.1.2013 Black Wings Linz VSV 4:3
19.2.2013 VSV Black Wings Linz 2:4

Key Player VSV: Marco Pewal. Der letztjährige Kapitän hat im Vergleich zum Vorjahr wieder zu seiner Form gefunden und verfügt zudem über unglaublich viel Playoff-Erfahrung. In den letzten fünf Jahren sammelte der ehemalige Salzburger 45 Playoff-Punkte (17 Tore) und das obwohl sich der VSV im letzten Jahr nicht für das Viertelfinale qualifizieren konnte. Neben seiner Erfahrung und seiner unumstrittenen Qualität ist der 34-Jährige in der Kabine der absolute Stimmungsmacher und Führungsspieler.

Der KAC hatte das dritte Pickrecht inne und konnte noch zwischen den „Bullen“ aus Salzburg und Graz entscheiden. Wenig überraschend ging der Rekordmeister den Mozartstädtern aus dem Weg und wählte die 99ers. Mit 4:2 hat man eine positive Bilanz gegen die Truppe von Mario Richer, vor allem zu Hause ließen Tommy Koch und Co. nichts anbrennen und verließen das Eis dreimal als Sieger. Die „Rotjacken“ kamen nach einem holprigen Start, der auch den zahlreichen Verletzten geschuldet war, immer besser in Fahrt und scheinen genau rechtzeitig in Playoff-Form gekommen zu sein. Graz hingegen konnte zuletzt nicht mehr an die starken Leistungen vom Dezember anschließen.

Key Player KAC: Jamie Lundmark. Der 32-jährige Kanadier hat bereits Playoff-Erfahrung in AHL, KHL und NHL gesammelt und brennt richtig auf die Postseason. „Playoffs sind der Grund, warum ich Eishockey spiele“, verlautbarte der Stürmer noch vor einer Woche bei LAOLA1. Vor allem im Powerplay macht Lundmark niemand etwas vor, seine 13 Tore in Überzahl sind Liga-Bestwert. Gerade gegen das mit 78,02 Prozent Erfolgsquote bescheidene Penalty-Killing der Grazer kann das den Unterschied ausmachen.

Datum Heim Auswärts Resultat
14.9.2012 KAC Graz 4:2
2.11.2012 Graz KAC 6:3
7.12.2012 Graz KAC 4:2
6.1.2013 KAC Graz 6:2
27.1.2013 Graz KAC 1:2
15.2.2013 KAC Graz 3:2

Key Player Graz: Dustin VanBallegooie. Der Verteidiger zeigte sich zuletzt in bestechender Form. Neben kompromissloser Defensivarbeit leistet der 29-jährige Kanadier aber auch einen großen Beitrag zur Offensive. Elfmal traf der Defender bereits ins Schwarze, daneben leistete er 21 Assists. Da Kapitän Cole Jarrett, der seinen Vertrag nicht verlängern wird, zuletzt etwas schwächelte, muss der Defender noch mehr als ohnehin schon eine Leader-Rolle auf dem Eis übernehmen, damit die Grazer gegen den Rekordmeister bestehen können.

Medvescak Zagreb gegen RB Salzburg lautet die letzte Viertelfinal-Paarung. Das Head-to-Head der beiden Klubs ist ausgeglichen, bis auf die Heimklatsche Mitte November, als die „Bullen“ 2:6 untergingen, waren es immer knappe Partien mit wenigen Toren. Während Zagreb einen äußerst konstante Saison ablieferte, spielte Salzburg einen mehr als durchwachsenen Grunddurchgang. Mit zuletzt fünf Siegen in Folge in der Quali-Runde zeigte der Ex-Meister aber ansteigende Form und wurde nicht grundlos von den Capitals, Linz und dem KAC gemieden.

Key Player Zagreb: Brandon Buck. Der 24-jährige Kanadier erwies sich als absoluter Glücksgriff für die Kroaten. Kein Spieler hat eine bessere Plus/Minus Bilanz als der Stürmer. Aber seine +33 sind nicht nur diese Saison absolut top, seit der Spielzeit 206/2007 erreichte kein Crack in der EBEL einen besseren Wert. Daneben traf der 24-Jährige dreimal in Unterzahl. Wenn Buck auf dem Eis steht, ist Gefahr vorprogrammiert.

Datum Heim Auswärts Resultat
9.9.2012 Zagreb Salzburg 1:2 n. P.
18.11.2012 Zagreb Salzburg 2:0
23.11.2012 Salzburg Zagreb 2:6
28.12.2012 Salzburg Zagreb 1:0

Key Player Salzburg: Bernd Brückler. Salzburg verfügt über einen qualitativ hochwertigen, wenn nicht sogar den hochwertigsten Kader der gesamten Liga. Während der Motor in der Offensive mittlerweile läuft, ist die Defensive nach wie vor ungewohnt löchrig. Hier kommt Brückler ins Spiel. Die Salzburger werden gerade gegen Medvescak einen Torhüter brauchen, der ihnen auch einmal ein Spiel gewinnt. Dass Brückler dazu in der Lage ist, ist bekannt, nicht umsonst spielte der Goalie bereits in Finnland und der KHL. Jetzt gilt es, dies auch in den EBEL-Playoffs zu beweisen.

 

Sebastian Rauch/Fabian Santner

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